Trotz Sorge um lokale Läden: Verbraucher kaufen öfter online

19.11.2020
Die Corona-Krise macht vielen Händlern in den Einkaufsstraßen zu schaffen. Das wissen die Kunden und machen sich Sorgen um deren Überleben. Dennoch wird mehr online eingekauft.
In der Corona-Krise kaufen Verbraucher in Deutschland öfter online ein. Das ergab eine Umfrage des Digitalverbandes Bitkom. Foto: Franziska Gabbert/dpa-tmn
In der Corona-Krise kaufen Verbraucher in Deutschland öfter online ein. Das ergab eine Umfrage des Digitalverbandes Bitkom. Foto: Franziska Gabbert/dpa-tmn

Berlin (dpa) - Die große Mehrheit der Verbraucher in Deutschland macht sich in der Corona-Krise Sorgen um das Überleben der Einzelhändler in ihrer Region. Das hindert viele von ihnen aber nicht daran, mehr im Internet einzukaufen als vor der Krise. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage des Digitalverbandes Bitkom zu den «E-Commerce-Trends 2020».

Bei der Umfrage gaben vier von fünf Verbrauchern an, sie befürchteten, dass viele Einzelhändler in ihrer Region das Corona-Jahr wirtschaftlich nicht verkraften würden. Zwei Drittel gaben an, bewusst bei Einzelhändlern vor Ort einzukaufen um ihnen die Treue zu halten. Genauso viele wünschten sich allerdings auch, dass mehr lokale Händler ein Online-Angebot hätten. Denn das Einkaufen im Laden ist etlichen Konsumenten in der Pandemie unheimlich. Fast drei Viertel der Befragten beklagten, dass sich andere Menschen beim Einkauf in Geschäften oftmals nicht an die gebotenen Abstands- und Hygieneregeln hielten.

Viele Stationäre Händler verzichten auf Online-Verkauf

«Die Menschen in Deutschland wollen ihre Lieblingsläden angesichts der schwierigen wirtschaftlichen Situation gerne und gezielt unterstützen. Das gelingt oft nicht, da viele stationäre Händler weiterhin kein Online-Angebot für ihre Kunden vorhalten», sagte Bitkom-Hauptgeschäftsführer Bernhard Rohleder.

Das Online-Shopping hat für die meisten Verbraucher in der Krise noch einmal an Attraktivität gewonnen. Insgesamt nutzen inzwischen Bitkom zufolge 83 Prozent der Gesamtbevölkerung ab 16 Jahren - also 57 Millionen Verbraucherinnen und Verbraucher in Deutschland - das Internet zum Einkaufen. Kaum jemand, der einen Internetanschluss hat, verzichtet ganz auf das Online-Shopping. Drei Viertel der Online-Käufer klicken mehrmals pro Monat auf den Bestell-Button.

Corona-Ansteckung vermeiden

Gut jeder Dritte Befragte gab bei der Bitkom-Umfrage an, seit Corona mehr im Netz einzukaufen. Die Verbraucher schätzen am Online-Shopping vor allem die Lieferung direkt nach Hause, die Unabhängigkeit von Öffnungszeiten und das größere Angebot im Netz. Für jeden dritten Online-Shopper ist es aber auch wichtig, mit dem Einkauf im Internet die Gefahr einer Ansteckung mit Corona minimieren zu können.

Am liebsten werden der Umfrage zufolge Kleidung und Schuhe online gekauft. Doch auch elektrische Haushaltsgeräte, Bücher und Kosmetik werden gerne im Internet bestellt. Jeder achte Online-Kauf wird allerdings wieder zurückgeschickt. Besonders hoch ist die Retourenquote bei den 16- bis 29-Jährigen. Sie schicken fast jedes fünfte bestellte Produkt zurück.

© dpa-infocom, dpa:201119-99-389244/2

Mitteilung


Verfasser: dpa-infocom GmbH

KEYWORDS

TEILEN


Das könnte Sie auch interessieren
Fast jeder Dritte hat der Bitcom-Umfrage zufolge schon mindestens einmal mit dem Handy oder einer Computeruhr bezahlt. Foto: Lino Mirgeler Jeder Dritte zahlt schon mit seinem Handy In deutschen Supermärkten klingelt weniger Kleingeld in den Kassen - doch so richtig trauen sich die Verbraucher noch nicht an neue Bezahlmethoden ran. Sie fürchten um ihre Daten. Zu recht?
Der Discounter Aldi schafft die kostenlosen Obst- und Gemüsebeutel aus dünnem Plastik ab. Vom Sommer an müssen Kunden einen Cent pro Stück zahlen. Foto: Marcel Kusch Aldi verlangt für dünne Plastikbeutel künftig Geld Der Discounter Aldi will eine Vorreiterrolle im Kampf gegen die Plastiktütenflut übernehmen. Doch bei Umweltschützern und Wettbewerbern stößt der Vorstoß auf überraschend wenig Gegenliebe.
Bisher kauften Verbraucher in Deutschland Lebensmittel lieber im Supermarkt oder beim Discounter. Doch seit Ausbruch des Coronavirus sind Online-Lieferdienste immer mehr gefragt. Foto: picture alliance / Monika Skolimowska/dpa Corona beflügelt Lebensmittel-Lieferdienste Ihre Smartphones, Bücher und Bekleidung kaufen die Verbraucher in Deutschland schon lange im Online-Handel. Doch bei Lebensmitteln machten viele noch einen Bogen um das Internet. Die Corona-Krise dürfte das nachhaltig ändern. Allerdings gibt es einen Haken.
Früher modern und ein bisschen verwegen, heute Routine: einkaufen im Internet. Foto: Arno Burgi/zb/dpa Online-Shopping ist für viele inzwischen Routine Auch Lebensmittel werden von den Bundesbürgern mittlerweile etwas öfter im Internet bestellt. Im internationalen Vergleich hinkt Deutschland bei diesem Thema allerdings hinterher. Und das liegt nicht nur an der Sparsamkeit der deutschen Verbraucher.