Sturz nach Firmenlauf: Gesetzlich unfallversichert

25.04.2016
Der Run ist groß, anschließend kommt die Erschöpfung. Und dann passiert auch noch auf dem Heimweg ein unglücklicher Unfall. Welche Versicherung kommt dafür auf?
Ein Firmenlauf in Frankfurt am Main. Stürzt der Mitarbeiter einer Firma, kann die Unfallversicherung dafür aufkommen. Foto: Christoph Schmidt
Ein Firmenlauf in Frankfurt am Main. Stürzt der Mitarbeiter einer Firma, kann die Unfallversicherung dafür aufkommen. Foto: Christoph Schmidt

Detmold (dpa/tmn) - Stürzen Mitarbeiter auf dem Heimweg nach einem Firmenlauf, sind sie in der Regel gesetzlich unfallversichert. Darauf weist der Bund-Verlag hin und bezieht sich auf eine Entscheidung des Sozialgerichts Detmold. Das gilt auch, wenn nicht alle Beschäftigten am Firmenlauf teilnehmen.

In dem verhandelten Fall lehnte die Unfallversicherung es ab, einen Arbeitsunfall anzuerkennen. Es ging um eine Frau, die auf dem Rückweg von einem Firmenlauf an der Bushaltestelle gestürzt war. Dabei hatte sie sich an den Knien, Armen und an der Lippe verletzt. Die Unfallversicherung argumentierte, es habe sich nicht um eine betriebliche Gemeinschaftsveranstaltung gehandelt, die versichert ist. Denn es sei keine Mindestbeteiligungsquote von 20 Prozent der Belegschaft erreicht worden. Außerdem hätte der Lauf nicht allen Mitarbeitern offen gestanden, da nicht jeder einen sechs Kilometer langen Lauf schafft.

Das Sozialgericht folgte dieser Ansicht nicht und sah einen Arbeitsunfall. Denn die Unternehmensführung habe zur Teilnahme am Lauf aufgefordert und die Kosten für die Veranstaltung getragen. Eine Mindestbeteiligungsquote von 20 Prozent gebe es außerdem nicht.


Verfasser: dpa-infocom GmbH

KEYWORDS

TEILEN

Passende Anbieter

Das könnte Sie auch interessieren
Wie viel Rente könnte es eines Tages geben? Die Info der gesetzlichen Deutschen Rentenversicherung (DRV) bekommt jeder, der mindestens 27 Jahre alt ist. Foto: Marijan Murat/dpa/dpa-tmn Durchblick bei der Renteninformation Jährlich erhalten Millionen Arbeitnehmer Schreiben von der Rentenversicherung. Die geben Auskunft zur künftigen Höhe der Rente. Wer die Informationen achtlos weglegt, verschenkt eventuell Geld.
Einzelhändler müssen auch an Samstagen arbeiten. An welchen sie den Dienst antreten wollen, dürfen sie nicht immer selber bestimmen. Foto: Daniel Reinhardt/dpa Kein Anspruch auf bestimmte freie Samstage An Samstagen möchte keiner arbeiten. Berufsgruppen wie die Einzelhändler müssen das jedoch. Für sie gelten Regeln, die keinen Platz für persönliche Wünsche lassen.
Eine Stechuhr hält die Arbeitszeit fest. Eine Gericht urteilte, dass eine Firma ihre Mitarbeiter nicht wegen Verdachts eines Arbeitszeitbetrugs überwachen darf. Foto: Jan Woitas/dpa-Zentralbild/dpa Verdacht auf Arbeitszeitbetrug: Keine Überwachung erlaubt Auch wenn ein Vergehen vermutet wird, eine Überwachung am Arbeitsplatz greift tief in die Persönlichkeitsrechte ein. Das zeigt auch ein Urteil eines Landesarbeitsgerichtes.
Monatlich zahlen Arbeitgeber eine kleine Summe als vermögenswirksame Leistung. Auf sieben Jahre gerechnet, kann man aber einiges ansparen. Foto: Monique Wüstenhagen/dpa-tmn Wenig Angebote für Fondssparen Arbeitnehmer können mit vermögenswirksamen Leistungen vorsorgen. Wer dafür einen Fondssparplan sucht, sollte die Kosten vergleichen. Das zeigt eine Stichprobe von Verbraucherschützern.