Strengere Kreditkartenregeln erst ab dem 15. März

22.12.2020
Neue EU-Regeln sollen das Bezahlen per Kreditkarte im Netz sicherer machen. Ein wichtiger Schritt hierfür ist die Zwei-Faktor-Authentifizierung. Bei der Umsetzung gibt die Bafin den Händlern nun mehr Zeit.
Zur vollen Umsetzung der strengeren Kreditkartenregeln gibt die Bafin den Online-Händlern nun bis zum 15. März Zeit. Foto: Boris Roessler/dpa
Zur vollen Umsetzung der strengeren Kreditkartenregeln gibt die Bafin den Online-Händlern nun bis zum 15. März Zeit. Foto: Boris Roessler/dpa

Frankfurt/Main (dpa) - Die strengeren Sicherheitsbestimmungen für das Bezahlen per Kreditkarte im Internet greifen in vollem Umfang erst ab dem 15. März 2021. Die Finanzaufsicht Bafin gewährt eine weitere Schonfrist. Ein Sprecher der Behörde bestätigte einen entsprechenden Bericht von «Börse Online» (Ausgabe vom 23. Dezember 2020).

«Wir wollen damit den Beteiligten ein sicheres Hochfahren ihrer neu implementierten Systeme ermöglichen», begründete der Sprecher der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) auf Nachfrage. Bei der Einführung neuer IT-Systeme gebe es erfahrungsgemäß oft Anlaufschwierigkeiten.

Eigentlich gilt die Pflicht zur «starken Kundenauthentifizierung» nach neuen EU-Regeln («Payment Service Directive»/«PSD2») bereits seit dem 14. September 2019 für jede Zahlung im Online-Banking und beim Einkaufen im Internet. Statt nur die Daten der Kreditkarte beim Online-Shopping einzugeben, müssen Verbraucher nach diesen neuen Regeln zum Beispiel per Passwort oder Transaktionsnummer (TAN) nachweisen, dass sie der rechtmäßige Inhaber der Bezahlkarte sind.

Doch weil mancher Anbieter Probleme bei der Umsetzung dieser «Zwei-Faktor-Authentifizierung» hat, gab es bereits einmal Aufschub von der Bafin bis Ende 2020. Im Handel bestehe «nach wie vor erheblicher Anpassungsbedarf», stellte die Behörde im vergangenen Jahr fest. Zum 1. Januar 2021 sollten die neuen Regeln nach bisheriger Planung greifen.

Nun gilt ein Stufenmodell: Ab dem 15. Januar 2021 müssen Zahlungen ab 250 Euro mit zwei voneinander unabhängigen Faktoren freigegeben werden, ab 15. Februar greift die «Zwei-Faktor-Authentifizierung» dann ab 150 Euro. In vollem Umfang sollen die Regeln ab Mitte März 2021 angewendet werden.

Von dem erneuten Aufschub profitieren Online-Händler ebenso wie Verbraucher, die das neue Sicherheitsverfahren noch nicht bei ihrer Bank freigeschaltet haben. Für das Bezahlen per Kreditkarte im Internet reichen somit erst einmal weiterhin Kartennummer, Gültigkeitsdatum und Sicherheitscode der Bezahlkarte.

© dpa-infocom, dpa:201222-99-783893/2

Meldung Börse Online 21.12.2020

Handelsverband Deutschland zu PSD2

Verbraucherzentrale zu PSD2

Bundesbank zu PSD2

BSI zu Sicherheit im Online-Banking

Fragen und Antworten Postbank zu PSD2

Bafin-Mitteilung 21.8.2019

Bafin-Mitteilung 17.10.2019


Verfasser: dpa-infocom GmbH

KEYWORDS

TEILEN


Das könnte Sie auch interessieren
Die Vergleichswebseite zu Girokonten war erst August 2020 an den Start gegangen. Wegen der unklaren Rechtslage streicht Check24 das Angebot. Foto: Matthias Balk/dpa Check24 beendet zertifizierten Girokontovergleich Eine unabhängige Vergleichs-Internetseite für Girokonten sollte Bankkunden mehr Durchblick im Gebührendschungel bieten. Doch das Modell war umstritten. Nach einer Klage von Verbrauchschützern zieht der Anbieter den Stecker.
Ab dem 14. September dürfen beim Onlinebanking keine TAN-Listen auf Papier (iTAN) mehr verwendet werden. Foto: Andrea Warnecke/dpa-tmn Das sind die neuen Regeln fürs Onlinebanking Eine EU-Richtlinie verbannt TAN-Listen aus Papier und öffnet neuen Dienstleistern den Weg zum Bankkonto. Verbrauchern bringt das Vor- und Nachteile - und mehr Aufwand.
Laut Daten des Vergleichsportals Verivox haben in diesem Jahr schon 35 Banken Negativzinsen für Guthaben vor allem auf dem Tagesgeldkonto eingeführt. Foto: picture alliance / Daniel Karmann/dpa/Illustration Immer mehr Banken kassieren Negativzinsen Das Geld auf dem Tagesgeldkonto wird weniger statt mehr. Die Zahl der Kreditinstitute steigt, die Negativzinsen an Sparer weitergeben. Es trifft inzwischen nicht mehr nur vermögende Privatkunden.
Der Brexit hat auch Folgen für Verbraucher in Deutschland - viele Fragen rund um den Austritt Großbritanniens aus der EU sind aber noch offen. Foto: Wolfgang Kumm Verbraucherfragen rund um den Brexit Komme ich nach dem Brexit noch mit dem Flieger nach London? Was wird aus meinem Erasmus-Stipendium? Das Hin und Her rund um den Austritt Großbritanniens aus der EU wirft auch für Verbraucher in Deutschland viele Fragen auf. Die wichtigsten Punkte im Überblick.