Steuervorteile aus Verlusten verfallener Optionen

30.03.2016
Verluste aus wertlos gewordenen Kaufoptionen können steuerlich abgesetzt werden. Dazu liegt ein Urteil des Bundesfinanzhofes vor. Bisher war dies für Anleger nicht möglich.
Erweisen sich Kaufoptionen als wertlos, können Anleger den Verlust in Höhe der Optionsprämien steuerlich geltend machen. Das hat der Bundesfinanzhof entschieden. Foto: Tobias Hase
Erweisen sich Kaufoptionen als wertlos, können Anleger den Verlust in Höhe der Optionsprämien steuerlich geltend machen. Das hat der Bundesfinanzhof entschieden. Foto: Tobias Hase

Berlin (dpa/tmn) - Verluste aus verfallenen Optionen können Anleger steuermindernd geltend machen. Das hat der Bundesfinanzhof entschieden und stellte sich damit gegen die Auffassung der Finanzverwaltung. Bisher blieben die Anleger auf diesen Verlusten sitzen.

«Entwickeln sich Kaufoptionen nicht wie erwartet und werden am Ende der Laufzeit als wertlos aus dem Wertpapierdepot der Anleger ausgebucht, so können Anleger den Verlust in Höhe der bezahlten Optionsprämien geltend machen», erläutert Isabel Klocke vom Bund der Steuerzahler.

Im konkreten Fall klagte ein Ehepaar aus Thüringen. Es schloss im Jahr 2009 einen Kreditvertrag ab. Dieser diente dem Kauf von Wertpapieren. Im Jahr 2010 erwarben die Kläger mehrere Kaufoptionen für den Erwerb von Aktien. In der Folgezeit kam es zu einem starken Kursrückgang der Aktien und damit zu einem Wertverlust der Optionen. Die Kläger versuchten die Kaufoptionen zu veräußern, fanden aber keinen Käufer. Dementsprechend verfielen die Optionen. In der Steuererklärung machten die Kläger die Verluste aus den wertlos gewordenen Optionen und die Kreditzinsen steuerlich geltend.

Der Bundesfinanzhof entschied, dass die Anschaffungskosten für die verfallenen Optionen steuerlich berücksichtigt werden müssen. Nicht anerkannt wurden hingegen die Kreditzinsen, denn diese Werbungskosten seien mit dem Sparer-Pauschbetrag abgegolten (Az.: IX R 48/14). Diese Rechtslage gilt für Anschaffungen ab dem Jahr 2009.

Wie die Finanzverwaltung mit den Urteilen umgeht, ist noch ungewiss. «Betroffene Steuerzahler sollten die Anschaffungskosten aus den verfallenen Optionen aber in jedem Fall bei der Steuer ansetzen und gegebenenfalls auf die positive BFH-Rechtsprechung verweisen», empfiehlt Klocke. Eine Verrechnung der Verluste wäre dann mit anderen Einkünften aus Kapitalvermögen, zum Beispiel Einnahmen aus Zinsen oder Dividenden, möglich.


Verfasser: dpa-infocom GmbH

KEYWORDS

TEILEN


Das könnte Sie auch interessieren
Ehepaare können ihr Elterngeld erhöhen, wenn sie die Steuerklassen wechseln. Dabei sollten sie jedoch beachten, dass ein Wechsel nur einmal gestattet wird. Foto: Christoph Schmidt/dpa Steuerklassenwechsel ist nur einmal im Jahr möglich Für Ehepaare ist es oft ein Vorteil, das geringere Einkommen höher zu besteuern. Wer einen Wechsel der Steuerklassen plant, sollte aber mehrere Faktoren bedenken. Denn möglich ist dieser nur einmal im Jahr.
Laut Bundesfinanzhof können offene Kirchensteuern eines Verstorbenen als Sonderausgaben geltend gemacht werden. Foto: Frank Leonhardt/dpa Nachgezahlte Kirchensteuern mindern Steuern beim Erben Der Nachlass verstorbener Menschen bereitet den Erben normalerweise keine großen Probleme. Das sieht anders aus, wenn sie offene Steuern übernehmen müssen. Doch zum Glück gibt es die Möglichkeit, diese Forderungen zu minimieren.
Vor Weihnachten sammeln viele Organisationen Spenden. Foto: Caroline Seidel Was Verbraucher beim Spenden wissen müssen Weihnachtszeit ist Spendenzeit. Viele Organisationen bitten derzeit um Unterstützung. Eine Studie zeigt aber: Nicht immer können Spender erkennen, was mit ihrem Geld passiert. Daher sollten sie vor der Gabe genau hinschauen.
Vergünstigtes Kantinenessen oder eine freie Unterkunft tauchen in der Lohnabrechnung als Sachbezugswerte auf. Die Werte werden regelmäßig an die Verbraucherpreise angepasst. Foto: Arno Burgi/dpa Verbilligtes Essen für Arbeitnehmer: Sachbezugswerte steigen Die Sachbezugswerte wie Kost und Logi werden regelmäßig an die Verbraucherpreise angepasst. Auch im kommenden Jahr steigen die Werte für Verpflegung und Unterkunft.