Steigende Zinsen wegen Corona?

09.04.2020
Bringt das Coronavirus jetzt die Zinswende? Einige Berichte lassen das vermuten. Sparer sollten aber nicht zu viel erwarten.
Sollten Sparer zu den Gewinnern der Krise gehören? Vermutlich eher nicht, sagen Experten. Foto: Mascha Brichta/dpa-tmn
Sollten Sparer zu den Gewinnern der Krise gehören? Vermutlich eher nicht, sagen Experten. Foto: Mascha Brichta/dpa-tmn

Frankfurt/Main (dpa/tmn) - Die Corona-Krise bringt Unternehmen in eine schwierige Lage. Viele werden Kredite aufnehmen müssen, um ihr Geschäft am Laufen zu halten. Eine These: Banken werben jetzt mit höheren Sparzinsen um neue Kundengelder, damit sie die Kredite vergeben können.

Sollten Sparer also tatsächlich zu den Gewinnern der Krise gehören?

Vermutlich eher nicht, glaubt Max Herbst von der unabhängigen FMH-Finanzberatung in Frankfurt am Main. «Bisher waren es nur einzelne Geldinstitute, die ihre Zinssätze angehoben haben», sagt Herbst. Für ein Festgeld mit 12 Monaten Laufzeit bekommen Sparer derzeit laut FMH im Durchschnitt 0,15 Prozent Zinsen (Stand: 07.04.). Anfang März waren es 0,13 Prozent. Bei einer Laufzeit von 2 Jahren, bekommen Sparer derzeit 0,19 Prozent Zinsen. Anfang März waren es 0,18 Prozent. «Eine Trendwende ist das noch nicht.»

Die meisten Geldinstitute dürften nach Ansicht von Herbst kaum Probleme haben, eine steigende Kreditnachfrage zu bedienen. «Viele deutsche Banken schwimmen in Kundengeldern», sagt der Experte. «Das wird vermutlich noch eine Weile so bleiben.» Wichtiger für die Sparzinsen sei die Frage, wie sich die Inflationsrate entwickeln werde. Das könne aber derzeit nur spekuliert werden.

FMH


Verfasser: dpa-infocom GmbH

KEYWORDS

TEILEN


Das könnte Sie auch interessieren
Die Corona-Krise bringt Baufinanzierungen durcheinander: Wer wegen der Pandemie in Geldnot geraten ist, darf seine Kreditraten für drei Monate aussetzen. Foto: Robert Günther/dpa-tmn Immobilienfinanzierung in der Corona-Krise neu planen Die Corona-Pandemie bringt die Finanzen vieler Menschen durcheinander. Wer einen Kredit für sein Eigenheim aufgenommen hat, kann Schwierigkeiten bekommen, die Raten zu zahlen. Was also tun?
Konto überzogen? Wer wegen Corona in einen finanziellen Engpass gerät, hat mehr Zeit als sonst, einen Überziehungskredit abzubezahlen. Foto: Mascha Brichta/dpa-tmn Darlehensstundung bei Corona-Engpass Die Corona-Krise sorgt bei vielen für finanzielle Engpässe. Daher können Banken derzeit nicht immer darauf bestehen, dass Überziehungskredite sofort zurückgezahlt werden.
Der aktuelle iff-Report zeigt, dass die häufigsten Gründe für Überschuldung Arbeitslosigkeit, Einkommensarmut und Krankheit sind. Foto: Christin Klose/dpa-tmn Arbeitslosigkeit häufiger Grund für Überschuldung Warum geraten Menschen in eine finanzielle Schieflage? Diese Frage versucht der Überschuldungsreport des iff zu beantworten. Dabei zeigt sich: Oft können Verbraucher die Ursachen nicht beeinflussen.
Wer finanziell in der Enge ist, muss seine Lebensversicherung nicht gleich kündigen. Man kann sich auch beitragsfrei stellen lassen. So wird die Prämie gespart, aber der Vertrag bleibt bestehen. Foto: Andrea Warnecke/dpa-tmn Lebensversicherung trotz finanzieller Engpässe behalten Wer wegen der Corona-Pandemie den Gürtel finanziell enger schnallen muss, sollte bestehende Versicherungen nicht gleich kündigen. Es gibt eine bessere Möglichkeit.