So wirkt sich die Steuersenkung auf Ihre Stromrechnung aus

25.06.2020
Für ein halbes Jahr sinkt die Mehrwertsteuer um drei Prozentpunkte. Das hat auch für Stromrechnungen positive Auswirkungen. Mit einer sehr großen Ersparnis sollten Kunden aber lieber nicht rechnen.
Eine Kilowattstunde mehr auf dem Zähler - doch weil die Mehrwertsteuer befristet auf 16 Prozent reduziert wird, kostet das den Stromkunden im zweiten Halbjahr 2020 etwas weniger als noch von Januar bis Juni. Foto: Julian Stratenschulte/dpa/dpa-tmn
Eine Kilowattstunde mehr auf dem Zähler - doch weil die Mehrwertsteuer befristet auf 16 Prozent reduziert wird, kostet das den Stromkunden im zweiten Halbjahr 2020 etwas weniger als noch von Januar bis Juni. Foto: Julian Stratenschulte/dpa/dpa-tmn

Düsseldorf/Mainz (dpa/tmn) - Wenn die Mehrwertsteuer im zweiten Halbjahr 2020 statt 19 nur noch 16 Prozent beträgt, dann müssen auch Energieversorger dies an ihre Kunden weitergeben. Darauf weist die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen hin. Wie das im Einzelfall aussieht, hängt aber von den Geschäftsbedingungen der Verträge ab.

Einige Unternehmen haben darin festgelegt, dass Änderungen bei dieser Umsatzsteuer ohne Ankündigung an die Kunden weitergereicht werden. Andere dagegen treffen dazu keine gesonderte Regelung, sondern behandeln die Umsatzsteuer als Preisbestandteil wie zum Beispiel die EEG-Umlage. Dann muss der Energieanbieter die Mehrwertsteueränderung ankündigen - in diesem Fall haben Kunden ein Sonderkündigungsrecht.

Zählerstand selbst ablesen

Am Ende wird sich die Ersparnis der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz zufolge kaum auswirken: Bei einer Familie mit vier Personen und einem Verbrauch von 2000 bis 3000 Kilowattstunden im Jahr werden zwischen acht und zwölf Euro weniger auf der Jahresabrechnung stehen, haben die Verbraucherschützer ausgerechnet.

Um den Verbrauch richtig abgrenzen zu können, sollten Kunden ihren Zählerstand ablesen und dem Versorger melden. Andernfalls schätzen die Versorger, welcher Verbrauch vom 1. Juli bis 31. Dezember angefallen ist - und eine solche Schätzung kann ungenau ausfallen.

© dpa-infocom, dpa:200625-99-563988/2


Verfasser: dpa-infocom GmbH

KEYWORDS

TEILEN


Das könnte Sie auch interessieren
Jeden Monat prüfen Preiserheber der Statistischen Landesämter und des Wiesbadener Bundesamtes, wie sich die Preise für Produkte wie Obst und gemüse, Bücher, Möbel oder Benzin entwickeln. Foto: Patrick Pleul Warum die Berechnung der Verbraucherpreise wichtig ist Ist Tanken teurer geworden? Steigen die Mieten? Aufschluss darüber gibt der monatliche Verbraucherpreisindex. Die Daten interessieren nicht nur Verbraucher, sondern auch Notenbanken.
Die Verbraucherpreise steigen etwas an. Foto: Karl-Josef Hildenbrand Steigende Verbraucherpreise: Was das bedeutet Die Verbraucherpreise in Deutschland ziehen auf niedrigem Niveau wieder an. Ökonomen finden das gut. Allerdings hat die steigende Inflation auch Schattenseiten.
Die Mehrwertsteuersenkung wird nicht in jedem Fall automatisch weitergegeben - in Verträgen für das Fitnessstudio etwa wird sie oft nicht separat ausgewiesen. Foto: Jens Kalaene/dpa-Zentralbild/dpa-tmn Bei Fitness-Festpreis kein Anspruch auf Mehrwertsteuer-Minus Die Mehrwertsteuersätze sind für sechs Monate gesenkt worden - doch nicht überall wirkt sich das auf die Preise aus. Fitnessstudio-Kunden etwa sollten nachschauen, ob ein Festpreis im Vertrag steht.
Die Inflation in Deutschland ist im Mai in der Corona-Krise auf den niedrigsten Stand seit fast vier Jahren gesunken. Foto: Stefan Sauer/dpa-Zentralbild/dpa Inflation auf tiefstem Stand seit fast vier Jahren Tanken und Heizen sind zuletzt spürbar günstiger geworden. Viele Volkswirte gehen davon aus, dass die rückläufige Entwicklung bei den Verbraucherpreisen vorerst anhalten wird.