Senioren am Steuer: Höhere Kfz-Prämien vermeiden

20.06.2016
Im Alter werden die Augen schlechter, und die Konzentration lässt nach - und dann baut man leichter Unfälle. Doch stimmt das immer? Fakt ist: Senioren müssen nicht selten höhere Prämien für ihre Kfz-Versicherung bezahlen. Was können sie dagegen tun?
Senioren sollten darauf achten, dass sie nicht zu hohe Beiträge an die Kfz-Versicherung bezahlen müssen. Foto: Felix Kästle
Senioren sollten darauf achten, dass sie nicht zu hohe Beiträge an die Kfz-Versicherung bezahlen müssen. Foto: Felix Kästle

Stuttgart/Hamburg (dpa/tmn) - Kfz-Versicherer verlangen von älteren Autofahrern nicht selten Aufschläge. Wer 75 Jahre alt ist, zahlt teilweise 60 Prozent mehr für seine Jahresprämie als Fahrzeuglenker, die 60 Jahre oder jünger sind, informiert der Auto Club Europa (ACE).

Der Autoclub rät älteren Autofahrern, die dies umgehen wollen, das Fahrzeug über eine andere Person zu versichern - etwa einen jüngeren Partner oder über die Kinder. Vorher sollte man aber überprüfen, ob der Versicherer Aufschläge verlangt, wenn Fahrzeughalter und Versicherungsnehmer nicht identisch sind. Gegebenenfalls müsse man dann den Wagen ummelden. Sollte sich der Versicherer weigern, den Vertrag etwa auf die Kinder zu übertragen, sollte man kündigen und den Anbieter wechseln.

Ab einem gewissen Alter würden leider fast alle über einen Kamm geschert, sagt Bianca Boss vom Bund der Versicherten in Henstedt-Ulzburg bei Hamburg. Sie rät Betroffenen, sich am Markt nach besseren und günstigeren Angeboten umzuschauen. «Sie werden zwar überall mit Zuschlägen aufgrund des Alters rechnen müssen», sagt Boss. Es gebe aber erhebliche Unterschiede, ein Vergleich lohne sich.

Grundsätzlich gilt: Versicherte müssen das Versicherungsunternehmen laut ACE über alle Fahrer informieren. Dadurch könne der Beitrag steigen - wenn man ältere oder auch sehr junge Fahrer mitversichert.

Außerdem ist zu bedenken: «Die Übertragung von einer sehr günstigen Schadenfreiheitsklasse ist nur dann möglich, wenn die Person diese auch hätte selber erfahren könne», sagt Boss. Hat derjenige - etwa ein Enkel - erst seit kurzem seinen Führerschein, könne man ihm laut Boss in der Regel keine 30 Prozent übertragen.


Verfasser: dpa-infocom GmbH

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