Schuldner müssen Hausbesuchen nicht zustimmen

11.01.2021
Schulden muss man begleichen, keine Frage. Allerdings muss man dafür nicht alles tun. Zum Beispiel die Tür öffnen, wenn ein Mitarbeiter des Inkassounternehmens klingelt.
Manche Inkassounternehmen kündigen schriftlich einen Hausbesuch an. Doch Schuldner müssen dem nicht zustimmen. Foto: Christin Klose/dpa-tmn
Manche Inkassounternehmen kündigen schriftlich einen Hausbesuch an. Doch Schuldner müssen dem nicht zustimmen. Foto: Christin Klose/dpa-tmn

Hamburg (dpa/tmn) - Manche Inkassounternehmen setzen Schuldner unter Druck. Nach Angaben der Verbraucherzentrale Hamburg kündigen Firmen immer wieder auch Hausbesuche an - trotz Corona-Pandemie. Unter der Last der offenen Forderung fühlten sich Schuldner häufig verpflichtet, Hausbesuchen zuzustimmen.

Betroffene sollten sich von solchen Schreiben aber nicht einschüchtern lassen. Diese entbehren laut Verbraucherschützern jeglicher gesetzlichen Grundlage. Schuldner sind nicht verpflichtet, Mitarbeiter von Inkassounternehmen in ihre Wohnung zu lassen. Das Recht, die Wohnung eines Schuldners zu betreten, haben grundsätzlich nur Gerichtsvollzieher aufgrund eines Gerichtsbeschlusses.

Extra-Gebühren für Hausbesuch

Andere Unternehmen stellen Schuldnern Hausbesuche extra in Rechnung. Allerdings gilt: Ein Inkassounternehmen muss für Kosten eines eventuellen Hausbesuches grundsätzlich selbst aufkommen. Diese sind laut Verbraucherschützern keine notwendigen Kosten der Rechtsverfolgung und damit auch nicht vom Schuldner zu ersetzen.

Der Tipp der Verbraucherschützer: Finanzielle Probleme offensiv angehen. Schulden regulieren sich in der Regel nicht von selbst. Inkasso-Dienste spekulieren häufig darauf, dass säumige Kunden ihren Forderungen nachgeben, um diese möglichst schnell aus der Welt zu schaffen.

© dpa-infocom, dpa:210111-99-983815/2

Inkasso-Check der Verbraucherzentrale


Verfasser: dpa-infocom GmbH

KEYWORDS

TEILEN


Das könnte Sie auch interessieren
Strom kann ganz schön teuer sein. Kunden haben aber die Möglichkeit, den Anbieter zu wechseln. Foto: Arne Immanuel Bänsch/dpa/dpa-tmn Energieanbieter wechseln ist einfach Ohne Strom und Gas geht nichts. Die Kosten für den Energieverbrauch können ins Geld gehen. Wer vergleicht und rechnet, kann aber durchaus sparen. Der Anbieterwechsel ist nicht kompliziert.
Einigen Sparern wurden bei Prämiensparverträgen zu wenig Zinsen gutgeschrieben. Foto: Mascha Brichta/dpa-tmn Wie Sparer Geld nachfordern können Kunden von Sparverträgen haben jahrelang zu wenig Zinsen bekommen - das haben Verbraucherschützer herausgefunden. Wer ist betroffen? Und was können Verbraucher nun tun?
Bei Haustürgeschäften geht es nicht immer seriös zu. Verbraucher sollten in dem Fall von ihrem Widerrufsrecht Gebrauch machen. Foto: Peer Grimm/Zentralbild/dpa Wie man nicht auf Betrüger beim Haustürgeschäft reinfällt Der Gesetzgeber schützt Verbraucher, die an der Haustür oder am Telefon von einem Verkäufer überrumpelt worden sind. Doch Betrüger wenden Tricks an, um die Rechte auszuhebeln. Experten klären auf, worauf man bei sogenannten Haustürgeschäften besonders achten muss.
Einige Banken verlangen für die Annahme von Münzen eine Gebühr von 7,50 Euro. Das ist laut Karlsruher Landgericht zu hoch. Foto: Karlheinz Schindler/Zentralbild/dpa Welche Bankgebühren zu hoch sind Bankgebühren sind allen Verbrauchern vertraut. Manche sind akzeptabel, andere nicht. In diesen zwei Fällen halten selbst Experten die Kosten für ungerechtfertigt.