Pfändungsschutz beim «P-Konto» ausgeweitet

09.10.2020
Geld auf einem P-Konto kann bis zu einem Betrag 1200 Euro nicht gepfändet werden. Nach einem Bundestagsbeschluss sollen Betroffene nun die Möglichkeit bekommen, eine höhere Summe anzusparen.
Der Bundestag räumt P-Konto-Besitzern ein größeres pfändungsfreies Guthaben ein. Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa
Der Bundestag räumt P-Konto-Besitzern ein größeres pfändungsfreies Guthaben ein. Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa

Berlin (dpa) - Der Bundestag hat den Pfändungsschutz von Guthaben auf dem sogenannten P-Konto erweitert. Mit der nun vereinbarten Reform wird etwa die Frist für die Übertragung von nicht verbrauchtem, pfändungsfreien Guthaben von einem Monat auf drei Monate verlängert.

Dadurch sollen die Betroffenen höhere Summen ansparen können als bisher. Allerdings muss nach dem Bundestag auch noch der Bundesrat der Neuregelung zustimmen. Seit zehn Jahren können Bankkunden ihr Girokonto in ein Pfändungsschutzkonto umwandeln.

Auf dem «P-Konto» darf ein Guthaben von monatlich knapp 1200 Euro grundsätzlich nicht gepfändet werden, damit auch überschuldete Verbraucher die Möglichkeit haben, Zahlungen abzuwickeln oder Bargeld abzuheben.

© dpa-infocom, dpa:201009-99-889602/4

Gesetzentwurf der Bundesregierung

Beschlussempfehlung mit Änderungen

Pressemitteilung zum Kabinettsbeschluss


Verfasser: dpa-infocom GmbH

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