Onlinebanking legt weiter zu

29.10.2020
Für einen Dauerauftrag oder eine Überweisung extra zum Bankschalter zu gehen - diese Mühe machen sich immer weniger Bankkunden in Deutschland. Eine Bitkom-Umfrage zeigt: Der Trend zu Onlinebanking setzt sich fort.
Immer mehr Bankkunden setzen auf Online-Banking. Das ergab eine Umfrage des Digitalverbandes Bitkom. Foto: Christin Klose/dpa-tmn
Immer mehr Bankkunden setzen auf Online-Banking. Das ergab eine Umfrage des Digitalverbandes Bitkom. Foto: Christin Klose/dpa-tmn

Berlin (dpa) - Die Menschen in Deutschland gehen für die Erledigung ihrer Finanzgeschäfte immer seltener in eine Bankfiliale. Das geht aus einer repräsentativen Umfrage des Digitalverbandes Bitkom hervor, die nun veröffentlicht wurde.

Drei von vier Befragten (73 Prozent) setzen auf Online-Banking. Acht von zehn Bankkunden besuchen demnach höchstens noch einmal im Monat eine Bankfiliale.

Beim Onlinebanking nehme das Smartphone eine immer stärkere Rolle ein, ergab die Umfrage. 82 Prozent der Anwender nutzen demnach einen Laptop, das Smartphone liegt mit 58 Prozent aber schon auf Platz zwei und hat damit den Desktop-PC (53 Prozent) und den Tablet Computer (50 Prozent) überholt.

Bitkom-Hauptgeschäftsführer Bernhard Rohleder sagte, die Corona-Pandemie habe dazu geführt, dass die Digitalisierung in Deutschland einen weiteren Schub erhalten hat. Während im Bereich Homeoffice einen «Riesenschub» gegeben habe, sehe man beim Onlinebanking eine kontinuierliche Entwicklung, «die durch Corona nicht aufgehalten, aber auch nicht im Besonderen befeuert» wurde.

Wer Online-Banking nutze, sei mit dem Angebot in aller Regel zufrieden, sagte Rohleder. 94 Prozent der Befragten gaben an, keine Funktionen zu vermissen. 91 Prozent seien überzeugt, Online-Banking sei sicher. Der Hauptgrund, auf Online-Banking zu verzichten, sei dagegen Gewohnheit. Das sagen 71 Prozent derjenigen, die Bankgeschäfte nicht online tätigen. Knapp die Hälfte der Befragten (47 Prozent) halten Online-Banking für zu kompliziert.

Die schwindende Bedeutung der Filialen zeigt sich der Bitkom-Umfrage zufolge auch daran, dass unter den Online-Banking-Nutzern inzwischen mehr als ein Drittel (35 Prozent) überhaupt nicht mehr in eine Filiale geht und stattdessen und ausschließlich die Online-Angebote nutzt. Mehr als jeder dritte Befragte (38 Prozent) gab an, dass ihm ohne Bankfiliale nichts fehlen würde. Unter den 16- bis 29-Jährigen stimmt dieser Aussage mit 51 Prozent sogar eine Mehrheit zu. Und fast die Hälfte aller Befragten (46 Prozent) meint, die Kosten für die Bankfilialen sollten nur diejenigen tragen, die sie auch nutzen.

© dpa-infocom, dpa:201029-99-131020/2


Verfasser: dpa-infocom GmbH

KEYWORDS

TEILEN


Das könnte Sie auch interessieren
Ab dem 14. September dürfen beim Onlinebanking keine TAN-Listen auf Papier (iTAN) mehr verwendet werden. Foto: Andrea Warnecke/dpa-tmn Das sind die neuen Regeln fürs Onlinebanking Eine EU-Richtlinie verbannt TAN-Listen aus Papier und öffnet neuen Dienstleistern den Weg zum Bankkonto. Verbrauchern bringt das Vor- und Nachteile - und mehr Aufwand.
Was darf ich - und was nicht? Eine Bankvollmacht berechtigt nur zur Durchführung bestimmter Geschäfte. Foto: Sebastian Willnow/dpa-tmn Bei Bankvollmacht an Onlinebanking denken Hilfsbedürftige können ihre Bankgeschäfte per Vollmacht zum Beispiel an Verwandte abgeben. Die dürfen damit aber nicht alles erledigen, warnen Experten - genaues Hinsehen lohnt sich also.
In der Corona-Krise bezahlen Verbraucher häufiger per Karte. Doch das kann schnell zu Zusatzkosten führen. Foto: Daniel Karmann/dpa Kartenzahlung kann ins Geld gehen Für viele Bankkunden heißt es inzwischen: Kostenlos war gestern. Vor allem die Gebühren für bestimmte Serviceleistungen steigen. Manche Kosten fallen erst in der Corona-Krise richtig auf.
Die Deutsche Bank will ihren Kunden das Bezahlen per Smartphone ermöglichen. Android-Nutzer machen den Anfang. Foto: Boris Roessler/dpa Deutsche Bank startet Bezahlen per Smartphone Mit Bargeld oder EC-Karte im Supermarkt bezahlen? Diese Frage stellt sich für Deutsche-Bank-Kunden künftig nicht mehr. Sie können an der Kasse ganz einfach ihr Smartphone zücken - vorausgesetzt sie haben ein Android-Gerät.