Nebenkostenabrechnung verspätet: Posten aus Vorjahr ansetzen

15.07.2020
Mieter können das Finanzamt an den Betriebskosten für ihre Wohnung beteiligen. Und auch wenn sie ihre Abrechnung erst spät erhalten, können sie die Ausgaben angeben.
Späte Post: Wenn der Vermieter seine Betriebskostenabrechnung noch nicht zugeschickt hat, können Mieter beim Finanzamt die Vorjahreskosten ansetzen. Foto: Christin Klose/dpa-tmn
Späte Post: Wenn der Vermieter seine Betriebskostenabrechnung noch nicht zugeschickt hat, können Mieter beim Finanzamt die Vorjahreskosten ansetzen. Foto: Christin Klose/dpa-tmn

Neustadt/Weinstraße (dpa/tmn) - Die Betriebskostenabrechnung des Vermieters kann sich für Mieter positiv auswirken - und zwar bei der Steuererklärung. Mieter können dort zum Beispiel Ausgaben für die Treppenhausreinigung und den Schornsteinfeger absetzen. Sofern die Betriebskostenabrechnung dafür nicht rechtzeitig vorliegt, können Mieter auch die Posten aus der Nebenkostenabrechnung vom Vorjahr übernehmen, erklärt die Vereinigte Lohnsteuerhilfe (VLH).

Das ist dann sinnvoll, wenn es in Bezug auf den Verbrauch oder Reparaturarbeiten am Haus keine großen Abweichungen zum Vorjahr gab. Das zuständige Finanzamt sollte allerdings darüber informiert werden, dass wegen einer verspäteten Nebenkostenabrechnung Posten aus dem Vorjahr übernommen werden. Ein formloses Schreiben genügt dazu.

Liegt der Steuerbescheid dann vor, ohne dass die Kosten berücksichtigt wurden, gibt es die Möglichkeit, Einspruch einzulegen. Dabei sollte die folgende Bitte an das Finanzamt gerichtet werden: Es möge den Einspruch erst nach Eingang der Nebenkostenabrechnung bearbeiten, damit die Aufwendungen berücksichtigt werden können.

© dpa-infocom, dpa:200715-99-802664/2


Verfasser: dpa-infocom GmbH

KEYWORDS

TEILEN


Das könnte Sie auch interessieren
Immobilieneigentümer müssen die Anlage V der Steuererklärung ausfüllen, um ihre Einkünfte zu versteuern. Foto: Benjamin Nolte/dpa-tmn Welche Kosten Vermieter absetzen können Auch Immobilieneigentümer müssen eine Steuererklärung machen. Denn die Einnahmen müssen versteuert werden. Allerdings können die laufenden Kosten abgesetzt werden. Worauf es dabei ankommt.
Mit Betriebskosten kann man Steuern sparen. Foto: Andrea Warnecke/dpa-tmn Betriebskostenabrechnung macht sich steuerlich bezahlt Wer seine Steuererklärung macht, sollte seine Betriebskostenabrechnung nicht vergessen. Denn viele der darin aufgeführten Posten können Mieter beim Finanzamt geltend machen.
Eine Einbauküche ist künftig ein einheitliches Wirtschaftsgut, das auf zehn Jahre abzuschreiben ist. Foto: Andrea Warnecke Vermieter können Herd nur noch für 2016 sofort abschreiben Ob Spüle oder Herd: Ein Vermieter muss für neue Küchengeräte viel Geld ausgeben. Bisher konnte er die Kosten im gleichen Jahr in der Steuererklärung angeben. Doch das ändert sich bald.
Die Steuererklärung auszufüllen, kostet zwar Zeit. Manche Steuerzahler sind dazu aber verpflichtet - und für viele gibt es am Ende eine Erstattung. Foto: Christin Klose/dpa-tmn Was Sie zu Ihrer Steuererklärung wissen sollten Wer seine Einkommensteuererklärung abgibt, erhält oft eine Erstattung: Im Schnitt bekommen Steuerzahler 1007 Euro vom Finanzamt zurück. Die freiwillige Abgabe der Erklärung kann sich also lohnen.