Nachhaltige Geldanlagen werden immer beliebter

19.03.2021
Deutsche Anleger und Sparer achten zunehmend darauf, welche Unternehmen sie mit Aktien und Fonds unterstützen. Dabei kommt es vielen Menschen besonders auf Aspekte wie Umweltschutz und faire Arbeitsbedingungen an.
Der Trend bei Geldanlagen geht zunehmend in Richtung Nachhaltigkeit. Viele Anleger wünschen sich faire Bedingungen in den Unternehmen, die sie mitfinanzieren. Foto: Arne Dedert/dpa/dpa-tmn
Der Trend bei Geldanlagen geht zunehmend in Richtung Nachhaltigkeit. Viele Anleger wünschen sich faire Bedingungen in den Unternehmen, die sie mitfinanzieren. Foto: Arne Dedert/dpa/dpa-tmn

Frankfurt/Main (dpa) - Nachhaltige Geldanlagen werden bei Sparern in Deutschland laut einer Studie immer beliebter. Anlegern gehe es dabei sowohl um ökologische als auch um ethisch-soziale Aspekte, zeigt eine am Donnerstag veröffentlichte Umfrage des Fondsanbieters Union Investment.

Mehr als die Hälfte der Befragten (54 Prozent) möchte demnach Geld nachhaltig anlegen - zehn Prozentpunkte mehr als vor einem Jahr. Rund ein Viertel (23 Prozent) besaß bereits nachhaltige Geldanlagen. Vor einem Jahr waren es noch 14 Prozent, heißt es in der repräsentativen Studie, an der 500 Menschen teilnahmen.

Besonders zeige sich der Aufwärtstrend im langfristigen Vergleich, berichtete der Fondsanbieter der Volks- und Raiffeisenbanken, der selbst nachhaltige Fonds vertreibt. So fänden 60 Prozent der Anleger nachhaltige Geldanlagen attraktiv, ein Höchststand seit Anfang 2010, als diese Frage in der Studie erstmals gestellt wurde (32 Prozent).

Nachhaltige Geldanlagen sind ein Trend in der Finanzwelt. Zunächst ein Thema für Großanleger, rücken Kriterien wie Umweltschutz und Soziales auch bei Privatanlegern zunehmend ins Bewusstsein. Bei nachhaltigen Fonds werden oft Aktien von Firmen, die Geld mit Kohle, Öl, Tabak, Waffen oder Alkohol verdienen, ausgeschlossen. Andere wählen die «Klassenbesten» aus einer Branche - etwa den saubersten Chemiekonzern oder Autobauer. Druck auf die Finanzbranche kommt von der EU, die nachhaltige Anlagen aus Klimaschutzgründen fördert.

Man stehe erst am Anfang eines langfristigen Trends, meinte Anja Bauermeister, Abteilungsleiterin Publikumsfonds bei Union Investment. Bankberater würden voraussichtlich vom kommenden Jahr an dazu verpflichtet, Kunden zu ihrer Nachhaltigkeitspräferenz zu befragen. Das werde nachhaltiger Geldanlage weiter Rückenwind geben.

© dpa-infocom, dpa:210319-99-886237/3

Mitteilung


Verfasser: dpa-infocom GmbH

KEYWORDS

TEILEN


Das könnte Sie auch interessieren
Europäische Fonds können ein guter Baustein für das Depot sein. Auch nachhaltige Angebote können sich dabei auszahlen. Foto: Daniel Reinhardt/dpa/dpa-tmn Nachhaltige Europa-Fonds als Baustein fürs Depot Keine Frage: Ein Aktiendepot sollte einen weltweiten Anlagehorizont haben. Allerdings können Anleger auch regionale Schwerpunkte setzen. Eine Möglichkeit: Europa.
Mit dem eigenen Vermögen Gutes tun - für viele Menschen wird Nachhaltigkeit auch bei der Geldanlage immer wichtiger. Foto: Christin Klose/dpa-tmn Anleger entdecken nachhaltige Geldanlagen Die Corona-Krise sorgt bei vielen Anlegern offenbar für ein Umdenken. Viele setzen nicht nur auf mehr Sicherheit. Auch Nachhaltigkeit gewinnt an Bedeutung.
Nachhaltigkeit gewinnt vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie an Bedeutung. Die Bereitschaft die Geldanlage nachhaltig zu gestalten, ist bei vielen schon da. Foto: Jens Büttner/dpa-Zentralbild/dpa-tmn Corona-Krise verstärkt Trend zu nachhaltiger Geldanlage Nachhaltigkeit wird für viele immer wichtiger. Ob beim Konsum oder der Vermögensbildung - Verbraucher geben ihr Geld oft bewusster aus. Die Corona-Pandemie hat diesen Trend offenbar etwas verstärkt.
Die EU-Kommission möchte «grüne» Geldanlagen fördern. Es könnte unter anderem ein EU-Label für grüne Finanzprodukte kommen. Foto: Christian Charisius Brüssel will grüne Investments stärken Geld machen mit Aktien von Firmen, die Waffen oder Tabakprodukte herstellen? Für manche Investoren ist das bereits tabu. Die EU-Kommission will nun «grüne» Investments weiter stärken und damit den Klimawandel bekämpfen.