Muss ich unbestellte Ware zurückgeben oder bezahlen?

27.08.2019
Ein Buch, Hemd oder Spiel - wer per Post Produkte bekommt, die er nicht bestellt hat, ist an keinen Vertrag gebunden. Zahlen muss man daher in der Regel nicht, raten Verbraucherschützer.
Empfänger dürfen Pakete, die ihnen Unternehmen ohne Aufforderung gesendet haben, in der Regel behalten. Foto: Christin Klose
Empfänger dürfen Pakete, die ihnen Unternehmen ohne Aufforderung gesendet haben, in der Regel behalten. Foto: Christin Klose

Berlin (dpa/tmn) - Ein unerwartetes Paket macht Freude, zumindest wenn es von Freunden kommt. Wenn der Absender ein Unternehmen ist und eine Zahlungsaufforderung beiliegt, ist unerwartete Post dagegen eher nervig.

Verbraucher können aber beruhigt sein: Nur in Ausnahmefällen müssen sie die Rechnung begleichen, erklärt die Verbraucherzentrale Berlin. Waren, die nicht bestellt wurden, müssen Empfänger grundsätzlich nicht bezahlen. Anders als manche Versender nach Erfahrung der Verbraucherschützer behaupten, wird durch den Zugang auch kein Kaufvertrag geschlossen.

Der Empfänger kann selbst entscheiden, ob er die Waren kostenlos behält, entsorgt oder zurücksendet. Unseriöse Unternehmen übernehmen die Kosten für die Rücksendung allerdings oft nicht, warnt die Verbraucherzentrale.

Zwei Ausnahmen sind allerdings zu beachten: Haben Kunden etwas bestellt und es wird fälschlicherweise doppelt ausgeliefert, muss die zweite Sendung zurückgegeben werden, falls der Händler dazu auffordert. Verbraucher sollten zuvor schriftlich klären, ob die Lieferung abgeholt oder wie das Porto erstattet wird, so die Verbraucherschützer. Die zweite Ausnahme: Wurde die Ware erkennbar an den falschen Empfänger ausgeliefert, muss sie ebenso zurückgegeben werden.

Unfreiwillige Empfänger können sich etwa im Internet über das Unternehmen informieren und es kontaktieren. Die Verbraucherzentrale rät davon ab, Rechnungen unbekannter Absender zu bezahlen. Denn später ist es oft schwierig, die Kosten erstattet zu bekommen. Verbraucher können sich dabei theoretisch auf ihr Widerrufsrecht berufen: Das gilt bei Verträgen, die nicht im Geschäft abgeschlossen werden, für 14 Tage.


Verfasser: dpa-infocom GmbH

KEYWORDS

TEILEN


Das könnte Sie auch interessieren
Ab dem 14. September dürfen beim Onlinebanking keine TAN-Listen auf Papier (iTAN) mehr verwendet werden. Foto: Andrea Warnecke/dpa-tmn Das sind die neuen Regeln fürs Onlinebanking Eine EU-Richtlinie verbannt TAN-Listen aus Papier und öffnet neuen Dienstleistern den Weg zum Bankkonto. Verbrauchern bringt das Vor- und Nachteile - und mehr Aufwand.
Der Europäische Gerichtshof - das oberste Gericht in der EU. Foto: Arne Immanuel Bänsch EuGH:Online-Händler müssen nicht per Telefon erreichbar sein Müssen Internet-Händler per Telefon und Fax erreichbar sein? Verbraucherschützer in Deutschland sehen das so. Der Europäische Gerichtshof hat anders entschieden.
Einige Online-Trading-Plattformen werben mit hohen Gewinnchancen. Anleger sollten aber vorsichtig sein. Foto: Daniel Reinhardt Woran sind seriöse Online-Trading-Anbieter zu erkennen? Im Internet werben Trading-Plattformen zum Teil mit hohen Gewinnchancen. Doch nach Angaben von Verbraucherschützern sind nicht alle Anbieter seriös. Worauf sollten Geldanleger achten?
Trotz Paypal-Käuferschutzes müssten die Verkäufer die Möglichkeit haben, im Streitfall den Kaufpreis bei staatlichen Gerichten einzuklagen, entschied der BGH. Foto: Lukas Schulze/dpa BGH prüft zum Paypal-Käuferschutz: Wie sicher ist der Kunde? Wie viel ist der Käuferschutz beim Online-Bezahldienst Paypal in der Praxis wert? Ein BGH-Urteil stärkt die Rechte des Verkäufers. Der Kunde bleibt aus Sicht der Richter dennoch König. Verbraucherschützer sehen das anders.