Mehr Verbraucher wenden sich wegen Paket-Ärgers an Behörde

28.05.2021
Kommt ein Paket nicht an oder ist es beschädigt, können sich Verbraucher bei der Bundesnetzagentur beschweren. Sie hilft dabei, sich mit dem Versanddienstleister zu einigen. Immer mehr Betroffene machen Gebrauch davon.
Bei Ärger mit dem Paket-Versand können sich Verbraucher an die Bundesnetzagentur wenden. Immer mehr Menschen nutzen diese Möglichkeit. Foto: Julian Stratenschulte/dpa
Bei Ärger mit dem Paket-Versand können sich Verbraucher an die Bundesnetzagentur wenden. Immer mehr Menschen nutzen diese Möglichkeit. Foto: Julian Stratenschulte/dpa

Bonn (dpa) - Wegen verlorener Pakete oder falsch eingeworfener Briefe
wenden sich deutlich mehr Verbraucher an die Bundesnetzagentur. Bis
Mitte Mai seien 1512 Anträge auf Schlichtungsverfahren
zwischen Verbrauchern und Dienstleistern eingegangen, teilte die
Bonner Behörde auf Anfrage mit. Im Vergleichszeitraum des Vorjahres
waren es nur 680 Anträge und im ganzen Jahr 2020 nur 1861.

Aus den Zahlen ist aber nicht eindeutig abzulesen, dass der Unmut
unter Verbrauchern zugenommen hat. Hauptgrund für das Antragsplus
dürfte vielmehr sein, dass seit Mitte März alle Post- und
Paketdienstleister an dem Schlichtungsverfahren teilnehmen müssen.
Vorher war dies freiwillig, die meisten Firmen lehnten die Teilnahme
ab. Daher war die Motivation von Verbrauchern gering, es bei der
Behörde überhaupt zu versuchen. Eine höhere Bekanntheit der
Beschwerdemöglichkeit sowie die mit dem Online-Boom steigenden
Paketmengen könnten weitere Gründe sein, die zu dem Zuwachs der
Verfahrensanträge geführt haben.

Es geht vor allem um den Verlust von Sendungen oder um Schäden daran.
In den allermeisten Fällen sind es Pakete, der Anteil
von Einschreiben und gewöhnlichen Briefen ist gering. Die
Schlichtungsverfahren beschäftigen sich mit Sendungen, die am
Schalter oder an einer Paketstation aufgegeben werden. Um Pakete, die
von Online-Händlern kommen, geht es nicht. Denn hierbei trägt ohnehin
der Verkäufer das Risiko von Schäden beim Versand - der
«Gefahrübergang» erfolgt erst an der Haustür.

© dpa-infocom, dpa:210528-99-775310/2


Verfasser: dpa-infocom GmbH

KEYWORDS

TEILEN


Das könnte Sie auch interessieren
Ungebetene Werbeanrufe sind eigentlich verboten. Daher ist es auch nicht unhöflich, einfach aufzulegen. Foto: Christin Klose/dpa-tmn Zahl der Beschwerden so hoch wie noch nie Es geht um Versicherungen, Energieverträge oder Finanzprodukte: Ungebetene Telefonwerbung geht vielen Menschen mächtig auf den Keks. Bei einer Bundesbehörde kann man sich beschweren, damit die Übeltäter endlich damit aufhören.
Die Bafin verschickt keine Zahlungsaufforderungen an Privatpersonen. Wer eine Fake-Mail im Namen der Bafin-Vizepräsidentin erhält, sollte die Polizei einschalten. Foto: Boris Roessler/dpa Betrugsmails im Namen der Bafin-Vizepräsidentin im Umlauf Eine Zahlungsaufforderung von der Bafin? Wer eine E-Mail mit solchem Inhalt erhält, sollte vorsichtig sein. Denn dabei handelt es sich um eine Betrugsmasche.
Auf der Handwerker-Rechnung muss der Lohnanteil gesondert stehen. Foto: Ole Spata Für Steuerbonus Kosten auf der Handwerker-Rechnung aufführen Die Kosten für Handwerker lassen sich von der Steuer absetzen. Die Maßnahmen sollten auf der Rechnung einzeln stehen. Vor allem der Lohnanteil muss gesondert aufgeführt sein.
Für Heiz- und Kraftstoffe mussten Verbraucher 2018 deutlich mehr Geld ausgeben. Foto: Hauke-Christian Dittrich Verbraucherpreise steigen um 1,9 Prozent Das Leben in Deutschland ist im vergangenen Jahr wieder merklich teurer geworden. Vor allem die Preise für Heizöl und Sprit zogen an. Im Dezember entspannte sich die Lage etwas.