Managementgebühr: Entgelt für die Arbeit

29.09.2016
Wer sein Geld in gemanagte Fonds anlegt, muss einen Prozentsatz davon für die Verwaltung des Fonds an die Kapitalverwaltungsgesellschaft abgeben. Für Anleger ist die Managementgebühr eine wichtige Größe.
Aus der Managementgebühr bezahlt die Kapitalverwaltungsgesellschaft unter anderem den Fondsmanager. Foto: Frank Rumpenhorst
Aus der Managementgebühr bezahlt die Kapitalverwaltungsgesellschaft unter anderem den Fondsmanager. Foto: Frank Rumpenhorst

Stuttgart (dpa/tmn) - Nichts im Leben ist umsonst. Das gilt auch für die Geldanlage. Wer sein Vermögen in Fonds steckt, zahlt neben weiteren Kosten eine Managementgebühr, auch Verwaltungsentgelt genannt.

«Das ist das Entgelt, das die Kapitalverwaltungsgesellschaft für die Anlage des Geldes entsprechend den vereinbarten Anlagegrundsätzen des Investmentfonds bekommt», erklärt Niels Nauhauser, Finanzexperte der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg in Stuttgart. Diese Einnahmen decken aber nicht nur die laufenden Kosten des Fondsmanagements. Die Kapitalverwaltungsgesellschaft bezahlt daraus auch laufend eine Bestandsprovision an den Produktvertrieb, also etwa Banken oder Fondsvermittler. Überdies speist sich daraus der Gewinn der Kapitalverwaltungsgesellschaft.

«Für Anleger stellt sich die Frage: Steht dem Entgelt in seiner Höhe eine angemessene Gegenleistung gegenüber?», sagt Nauhauser. Denn bei Fonds ist die Managementgebühr häufig eine der wichtigsten Kostengrößen, da sie Jahr für Jahr anfällt. «Alle Kosten der Geldanlage schmälern die Rendite», gibt Nauhauser zu bedenken. Die Höhe der Entgelte schwankt je nach Fondsart und Anbieter. Bei Aktienfonds beträgt die Managementgebühr häufig 1 bis 2 Prozent, bei Rentenfonds 0,5 bis 1 Prozent.

Wichtig bei der Geldanlage deshalb: auf geringe Kosten achten. «Steigen die Aktienpreise auf breiter Front zum Beispiel um 4 Prozent, dann bleibt für die Anleger in Aktienfonds davon nur 2 bis 3 Prozent übrig, je nach Höhe der Managementgebühr», rechnet der Verbraucherschützer vor. In der Regel schaffe es das Management ohnehin nicht, überdurchschnittliche Renditen zu erzielen, wie Vergangenheitsdaten belegen. Wer sein Geld statt in gemanagte Fonds in passive, börsengehandelte Indexfonds, sogenannte ETFs, investiert, kommt günstiger weg. Diese Fonds bezahlen weder laufend Vertriebsprovisionen an Vermittler, noch haben sie ein teures aktives Management, weil sie einen Index wie zum Beispiel den Dax oder den MSCI World Index nachbilden. «Für den Vermögensaufbau sind ETFs daher oft besser geeignet», sagt Nauhauser.


Verfasser: dpa-infocom GmbH

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