Kurzarbeit hat Folgen für Betriebsrente

17.09.2020
Kurzarbeit hat Folgen für die spätere Betriebsrente. Wer es sich leisten kann, sollte die Beiträge weiter zahlen. Sonst droht eine Versorgungslücke.
Kurzarbeit hat nicht nur Folgen für das Einkommen. Auch in die Betriebsrente fließt dadurch oft weniger Geld. Foto: Karolin Krämer/dpa-tmn
Kurzarbeit hat nicht nur Folgen für das Einkommen. Auch in die Betriebsrente fließt dadurch oft weniger Geld. Foto: Karolin Krämer/dpa-tmn

Berlin (dpa/tmn) - Angeordnete oder vereinbarte Kurzarbeit hat nicht nur Auswirkungen auf das Nettoentgelt, sondern auch auf die Höhe der späteren Leistungen aus der betrieblichen Altersvorsorge.

«In der Regel hängen die zugesagten Versorgungsleistungen von der aktuellen Vergütung ab», erklärt Erich Nöll, Geschäftsführer und Rechtsanwalt beim Bundesverband Lohnsteuerhilfevereine in Berlin.

Das bedeutet: Aufgrund der geringeren Vergütung reduzieren sich auch die Versorgungsanwartschaften. Denn das Kurzarbeitergeld als sozialversicherungs- und lohnsteuerfreie Lohnersatzleistung zählt nicht mit als Basis für die spätere Betriebsrente. Gleiches gilt grundsätzlich auch für die steuerfreien Arbeitgeberzuschüsse zum Kurzarbeitergeld.

«Wird die betriebliche Altersvorsorge auch im Wege der Entgeltumwandlung finanziert, sollte geprüft werden, ob der Umwandlungsbetrag ein Prozentsatz der Vergütung oder ein fester Eurobetrag ist», rät Nöll. Wenn der Umwandlungsbetrag ein Prozentsatz der Vergütung ist, sinkt bei Kurzarbeit automatisch der Umwandlungsbetrag.

Ist der Umwandlungsbetrag dagegen ein fester Eurobetrag, kann der Arbeitnehmer dem Umwandlungsbetrag während der Kurzarbeit zwar auch herabsetzen oder sogar ganz aussetzen. Dazu muss der Arbeitnehmer aber selbst aktiv werden. «Das ist nur sinnvoll, wenn der Arbeitnehmer sich diese Ausgaben wegen der Kurzarbeit gerade nicht leisten kann oder aktuell nicht das entsprechende Gehalt hat, denn das Kurzarbeitergeld kann nicht umgewandelt werden», erklärt Nöll.

Die Auswirkungen der Kurzarbeit auf die betrieblichen Altersvorsorgeansprüche sollten Betroffene im Blick behalten und gegebenenfalls ausgleichen, damit sich später keine Versorgungslücke ergibt.

© dpa-infocom, dpa:200917-99-599374/2


Verfasser: dpa-infocom GmbH

KEYWORDS

TEILEN


Das könnte Sie auch interessieren
Eine Rentnerin hält ihren Rentenbescheid in der Hand. Foto: Felix Kästle/dpa Kurzarbeit wirkt sich auf spätere Rente aus Aufgrund der Corona-Krise bieten viele Firmen ihren Beschäftigten Kurzarbeit an. Diese wirkt sich nicht nur auf das ausgezahlte Gehalt, sondern auch auf die Höhe der späteren Rente aus.
Mit einer Betriebsrente lässt sich die Altersvorsorge aufbessern - allerdings fallen auch Steuern und Sozialabgaben an. Foto: Marijan Murat/dpa «Finanztest»: Betriebsrente kann sich lohnen Private Vorsorge ist wichtig. Deshalb stärkt die Bundesregierung die Betriebsrente. Doch ein Test der Stiftung Warentest zeigt: Ohne Unterstützung vom Chef zahlen sich die Verträge nicht immer aus.
Wird die Riester-Rente als Einmalzahlung abgefunden, gilt eine ermäßigte Besteuerung. Foto: Andrea Warnecke Bei Riester-Einmalauszahlung Steuervorteil nutzen Nicht immer ist die monatliche Auszahlung eines Rentenvertrages üppig. Doch in diesen Fällen können Versicherte von Steuervorteilen profitieren.
Wie viel Rente könnte es eines Tages geben? Die Info der gesetzlichen Deutschen Rentenversicherung (DRV) bekommt jeder, der mindestens 27 Jahre alt ist. Foto: Marijan Murat/dpa/dpa-tmn Durchblick bei der Renteninformation Jährlich erhalten Millionen Arbeitnehmer Schreiben von der Rentenversicherung. Die geben Auskunft zur künftigen Höhe der Rente. Wer die Informationen achtlos weglegt, verschenkt eventuell Geld.