Kinderbetreuungskosten absetzen: Barzahlung zählt nicht

13.04.2016
Betreuungskosten für Kinder können bedingt von der Steuer abgesetzt werden. Es kommt dabei auf bestimmte Parameter an. Wenn Bargeld fließt, sieht es schlecht aus.
Betreungskosten für Kinder können nur unter bestimmten Bedingungen abgesetzt werden. Foto: Ralf Hirschberger
Betreungskosten für Kinder können nur unter bestimmten Bedingungen abgesetzt werden. Foto: Ralf Hirschberger

Berlin (dpa/tmn) - Eltern können Kosten für die Betreuung ihrer Kinder als Sonderausgaben bei der Steuer absetzen. Voraussetzung ist, dass die Eltern für die Betreuung der Kinder eine Rechnung erhalten haben und der Betrag auf das Konto der Kita beziehungsweise der Betreuungsperson überwiesen wurde.

«Eine Barzahlung zählt für die Steuer nicht». Das betont Isabel Klocke vom Bund der Steuerzahler. Der Bundesfinanzhof hatte dies bereits für die Jahre bis 2011 entschieden (Az.: III R 63/13). Auch nach geltender Rechtslage muss die Zahlung auf das Konto des Dienstleisters erfolgen. Zahlen die Eltern bar, werden die Kinderbetreuungskosten nicht anerkannt und Einsprüche zurückgewiesen. Dies geht aus einem Erlass der Finanzverwaltung hervor (FinBeh Hamburg S-2221-2012/38-52). «Eltern sollten die Rechnungen und Überweisungsbelege daher immer aufbewahren», empfiehlt Klocke. Im Zweifelsfall müssen die Aufwendungen gegenüber dem Finanzamt nachgewiesen werden.

Bei Überweisung auf ein entsprechendes Konto, können die Kinderbetreuungskosten zu zwei Dritteln, bis zu einem Höchstbetrag von 4000 Euro im Jahr steuerlich berücksichtigt werden. Die Regelung gilt für Kinder unter 14 Jahren, ausnahmsweise auch länger, wenn sich das Kind aufgrund einer Behinderung nicht selbst versorgen kann. Absetzbar sind zum Beispiel die Kosten für Kindertagesstätten, Kinderhorte oder Tagesmütter. Wird das Kind im eigenen Haushalt betreut, können die Aufwendungen beispielsweise als haushaltsnahe Dienstleistung abgesetzt werden. Der Steuerbonus wird in diesem Fall für 20 Prozent der Aufwendungen, maximal 4000 Euro im Jahr gewährt. Kosten für Sportvereine, Musik- oder Nachhilfeschulen werden hingegen steuerlich nicht anerkannt.


Verfasser: dpa-infocom GmbH

KEYWORDS

TEILEN


Das könnte Sie auch interessieren
Wer seine Stromrechnung kriegt, sollte sie genau prüfen. Foto: Jens Kalaene Stromkunden: Jahresabrechnung rechtzeitig prüfen Rund 90 Prozent der deutschen Haushalte erhalten ihre Stromrechnung nur einmal im Jahr. Stromkunden können aber halbjährig, vierteljährig oder sogar monatlich eine Abrechnung anfordern. Verbraucher sollten in jedem Fall Verbrauch und Kosten kontrollieren.
Ehepaare können ihr Elterngeld erhöhen, wenn sie die Steuerklassen wechseln. Dabei sollten sie jedoch beachten, dass ein Wechsel nur einmal gestattet wird. Foto: Christoph Schmidt/dpa Steuerklassenwechsel ist nur einmal im Jahr möglich Für Ehepaare ist es oft ein Vorteil, das geringere Einkommen höher zu besteuern. Wer einen Wechsel der Steuerklassen plant, sollte aber mehrere Faktoren bedenken. Denn möglich ist dieser nur einmal im Jahr.
Vor Weihnachten sammeln viele Organisationen Spenden. Foto: Caroline Seidel Was Verbraucher beim Spenden wissen müssen Weihnachtszeit ist Spendenzeit. Viele Organisationen bitten derzeit um Unterstützung. Eine Studie zeigt aber: Nicht immer können Spender erkennen, was mit ihrem Geld passiert. Daher sollten sie vor der Gabe genau hinschauen.
Vergünstigtes Kantinenessen oder eine freie Unterkunft tauchen in der Lohnabrechnung als Sachbezugswerte auf. Die Werte werden regelmäßig an die Verbraucherpreise angepasst. Foto: Arno Burgi/dpa Verbilligtes Essen für Arbeitnehmer: Sachbezugswerte steigen Die Sachbezugswerte wie Kost und Logi werden regelmäßig an die Verbraucherpreise angepasst. Auch im kommenden Jahr steigen die Werte für Verpflegung und Unterkunft.