Jeder Fünfte gibt wegen Corona weniger Geld aus

21.07.2020
Die Corona-Krise wirkt sich auch auf die Kauflust der Bundesbürger aus. Viele halten sich nun beim Shoppen zurück. Ein Marktforschungsunternehmen hat nach den genauen Ursachen gefragt.
Die Verbraucher in Deutschland geben aktuell weniger Geld beim Einkaufen aus als normalerweise. Als häufigste Gründe nennen Befragte Einkommenseinbußen und weniger Freude beim Shoppen. Foto: Monika Skolimowska/ZB/dpa
Die Verbraucher in Deutschland geben aktuell weniger Geld beim Einkaufen aus als normalerweise. Als häufigste Gründe nennen Befragte Einkommenseinbußen und weniger Freude beim Shoppen. Foto: Monika Skolimowska/ZB/dpa

Düsseldorf (dpa) - Die Corona-Krise bremst weiterhin die Kauflust der Verbraucher in Deutschland. Jeder fünfte Bundesbürger gebe beim Shoppen aktuell bewusst weniger Geld aus als normalerweise, berichtete das Marktforschungsunternehmen Nordlight Research in seinem «Trendmonitor Deutschland» gestützt auf eine Umfrage unter 1067 Verbrauchern. Vor allem größere Anschaffungen würden zurückgestellt.

Die gesunkene Kauflust hat der Umfrage zufolge mindestens zwei Ursachen. Einerseits hat ein Drittel der Haushalte nach eigener Aussage weniger Einkommen zur Verfügung als vor dem Ausbruch der Krise. Andererseits geben zwei Drittel der Befragten an, dass ihnen das Shoppen im stationären Einzelhandel aktuell weniger Spaß macht als vor Corona.

Die Mehrheit der Verbraucher (59 Prozent) stört dabei insbesondere die Pflicht zum Tragen einer Maske. Rund 45 Prozent sagten, dass sie wegen der Maskenpflicht seltener in Geschäften einkaufen. Nur ein knappes Viertel der befragten Verbraucher gab an, dass sich ihr Einkaufsverhalten nach Wiedereröffnung der Geschäfte bereits wieder weitgehend normalisiert habe.

Während der stationäre Handel unter der Maskenpflicht leidet, konnte das Online-Shopping profitieren. Aktuell kaufen der Umfrage zufolge fast drei Viertel (72 Prozent) der Verbraucher mindestens einmal pro Monat online ein. Zum Vergleich: Vor der Krise waren es 67 Prozent.

Dennoch erwarten die Marktforscher in Zukunft keinen speziellen Krisenbonus für die Online-Händler. Genau wie vor der Krise beabsichtige rund jeder fünfte Verbraucher künftig noch etwas häufiger online einzukaufen statt in klassischen Geschäften, berichteten sie. Dagegen wollen der Umfrage zufolge 18 Prozent der Konsumenten ihre Online-Käufe eher reduzieren - zugunsten des stationären Handels. Vor der Krise sagten das 16 Prozent. Die Mehrheit der Verbraucher will ohnehin einfach an ihren vertrauten Einkaufsroutinen festhalten.

© dpa-infocom, dpa:200721-99-872809/2

Mitteilung


Verfasser: dpa-infocom GmbH

KEYWORDS

TEILEN


Das könnte Sie auch interessieren
Bisher kauften Verbraucher in Deutschland Lebensmittel lieber im Supermarkt oder beim Discounter. Doch seit Ausbruch des Coronavirus sind Online-Lieferdienste immer mehr gefragt. Foto: picture alliance / Monika Skolimowska/dpa Corona beflügelt Lebensmittel-Lieferdienste Ihre Smartphones, Bücher und Bekleidung kaufen die Verbraucher in Deutschland schon lange im Online-Handel. Doch bei Lebensmitteln machten viele noch einen Bogen um das Internet. Die Corona-Krise dürfte das nachhaltig ändern. Allerdings gibt es einen Haken.
Wegen der Corona-Kris müssen zahlreiche Geschäfte in Deutschland schließen. Foto: Hendrik Schmidt/dpa-Zentralbild/dpa-tmn Auf diese Beschränkungen müssen sich die Bürger einstellen Keine Urlaubsreisen im In- und Ausland, geschlossene Geschäfte und Spielplätze, Besuchsverbot in Kliniken und Seniorenheimen - der Kampf gegen den Coronavirus wird den Bürgern in den nächsten Wochen oder Monaten viel abverlangen.
Bis Ende Dezember gilt ein ermäßigter Mehrwertsteuersatz. Kunden sollten bei Umtausch und Reklamation darauf achten. Foto: Florian Schuh/dpa-tmn Was die Mehrwertsteuersenkung für den Umtausch bedeutet Ein halbes Jahr lang profitieren Verbraucher von der niedrigen Mehrwertsteuer. Doch was ist mit Waren, die man vor oder nach der Senkung umtauschen möchte?
Die geminderte Mehrwertsteuersatz gilt ab dem 1. Juli. Doch einige Discounter senken schon vorher ihre Preise. Foto: Oliver Berg/dpa Discounter senken bei Lebensmitteln die Preise Die Mehrwertsteuersenkung heizt den Preiskampf zwischen Supermärkten und Discountern an. Vorreiter Lidl senkt schon am kommenden Montag die Preise auf das neue Niveau. Andere Handelsketten zögern noch.