Ist der Kinderfreibetrag oder das Kindergeld günstiger?

18.07.2019
Eltern bekommen für die Erziehung ihrer Kinder Steuererleichterungen. Dabei kommt es auf die Situation und den Verdienst an. Das Finanzamt prüft die Möglichkeiten.
Eltern können mit Hilfe des Kinderfreibetrags ihre Steuerlast senken - das Finanzamt prüft dabei, ob sie davon stärker profitieren als vom Kindergeld. Foto: Andrea Warnecke/dpa-tmn
Eltern können mit Hilfe des Kinderfreibetrags ihre Steuerlast senken - das Finanzamt prüft dabei, ob sie davon stärker profitieren als vom Kindergeld. Foto: Andrea Warnecke/dpa-tmn

Neustadt a.d. Weinstraße (dpa/tmn) - Eltern können 7620 Euro im Jahr zusätzlich einnehmen, ohne dafür Steuern zu zahlen. So hoch ist der Kinderfreibetrag 2019 inklusive des Freibetrags für Betreuungs-, Erziehungs- und Ausbildungsbedarf, erklärt der Lohnsteuerhilfeverein Vereinigte Lohnsteuerhilfe (VLH).

Daneben gibt es das Kindergeld: Für jedes erste und zweite Kind bekommen Eltern seit dem 1. Juli dieses Jahres 204 Euro, für das dritte 210 Euro und für jedes weitere 235 Euro, und zwar jeden Monat steuerfrei. Sowohl Kindergeld als auch Kinderfreibetrag sind also steuerbegünstigt.

Der Unterschied: Das Kindergeld wird jeden Monat auf das Konto der Eltern überwiesen. Beim Kinderfreibetrag handelt es sich um eine fiktive Rechengröße, die das Finanzamt vom zu versteuernden Jahreseinkommen der Erziehungsberechtigten abzieht. Die Steuerlast fällt dadurch niedriger aus.

Eltern dürfen aber nur eine Form der Steuererleichterung erhalten. Das Finanzamt prüft deshalb im Rahmen der Steuererklärung, wovon Erziehungsberechtigte stärker profitieren, und gesteht ihnen die bessere Steuererleichterung zu. Für Alleinerziehende lohnt sich der Kinderfreibetrag ab einem zu versteuernden Einkommen von etwa 3. 000 Euro im Jahr. Für Eheleute liegt die Grenze bei etwa 64.000 Euro.


Verfasser: dpa-infocom GmbH

KEYWORDS

TEILEN


Das könnte Sie auch interessieren
Alleinerziehende sollten sich gut überlegen, ob sie sich den gesamten Kinderfreibtrag übertragen lassen. Foto: Andrea Warnecke Getrennte Eltern können Kinderfreibetrag übertragen Der Kinderfreibetrag macht sich für viele Eltern steuerlich bezahlt. Trennen sich Eltern, können sie den Kinderfreibetrag komplett auf einen von ihnen übertragen. Allerdings lohnt sich das nicht immer.
Wer studierende Kinder hat, kann Kinder- und Ausbildungsfreibeträge bei der Steuerberechnung in Anspruch nehmen. Foto: Oliver Berg Freibeträge für studierende Kinder nutzen Beginnen die Kinder zu studieren, leisten die Eltern meist finanzielle Unterstützung. Doch ein Steuervorteil ergibt sich kaum daraus. Was Eltern nutzen können, sind Kinder- und Ausbildungsfreibeträge.
Wenn Eltern ihre Kinder während des Studiums finanziell unterstützen, können sie beim Finanzamt einen Ausbildungsfreibetrag geltend machen. Foto: Jan-Philipp Strobel/dpa Wann Eltern den Ausbildungsfreibetrag nutzen können Das Studium ist finanziell eine schwierige Zeit. Deswegen unterstützen viele Eltern ihre Kinder. Das können sie steuerlich geltend machen - sofern einige Voraussetzungen erfüllt sind.
Das niedersächsische Finanzgericht hält die Bemessung der Kinderfreibeträge im Jahr 2014 für verfassungswidrig. Foto: Amelie Richter Finanzgericht bemängelt Berechnung der Kinderfreibeträge Waren die Kinderfreibeträge im Jahr 2014 zu niedrig? Das Finanzgericht Niedersachsen ist dieser Ansicht. Auch die Art und Weise, wie die Freibeträge berechnet werden, ist aus Sicht der Richter verfassungswidrig.