Immobilienschenkung kann zurückgefordert werden

14.03.2019
«Geschenkt ist geschenkt, zurückholen ist gestohlen» - dieses Sprichwort gilt nicht bei Immobilien. Der Schenkende kann die Schenkung innerhalb einer Frist rückgängig machen. Doch darf auch der Sozialhilfeträger diesen Schritt veranlassen?
Verschenkte Immobilien können innerhalb von zehn Jahren durch den Sozialhilfeträger zurückgefordert werden, wenn der ehemalige Eigentümer auf Sozialleistungen angewiesen ist. Foto: Jens Kalaene
Verschenkte Immobilien können innerhalb von zehn Jahren durch den Sozialhilfeträger zurückgefordert werden, wenn der ehemalige Eigentümer auf Sozialleistungen angewiesen ist. Foto: Jens Kalaene

Dresden (dpa/tmn) - Schenkungen von Immobilien können grundsätzlich wieder zurückgefordert werden. Dafür gilt eine Frist von zehn Jahren, erklärt die Notarkammer Sachsen. Innerhalb der Familie wird eine solche Rückforderung aus familiären Gründen häufig nicht geltend gemacht.

Dazu besteht auch keine Verpflichtung. Allerdings können zum Beispiel Sozialhilfeträger innerhalb der Frist an den Beschenkten herantreten. Das kann der Fall sein, wenn der ehemalige Eigentümer der verschenkten Immobilie auf Sozialleistungen angewiesen ist, weil Einkünfte und Vermögen für die Finanzierung eines Pflegeplatzes nicht mehr ausreichen.

Sozialhilfeträger können dann entscheiden, ob sie die Schenkung zurückfordern, um die Kosten zu decken. In der Praxis heißt das aber in der Regel nicht, dass eine Immobilie wieder herausgegeben werden muss. Meist wird stattdessen eine monatliche Geldzahlung geleistet. Die Zahlungen sind dabei insgesamt auf die Höhe des Schenkwertes begrenzt.


Verfasser: dpa-infocom GmbH

KEYWORDS

TEILEN


Das könnte Sie auch interessieren
Der Steuerfreibetrag bei Geldgeschenken an die eigenen Kinder beträgt 400 000 Euro. Das gilt auch, wenn der leibliche nicht der rechtliche Vater ist. Foto: Jens Kalaene Geschenke vom leiblichen Vater sind steuerbegünstigt Bekommen Kinder von ihrem Vater einen größeren Geldbetrag geschenkt, wird bei der Schenkungssteuer ein Freibetrag gewährt. Die Höhe ist unabhängig davon, ob es sich um den leiblichen oder rechtlichen Vater handelt. Das stellt das Hessische Finanzgericht klar.
Damit die Erbschaftssteuer nicht zu viel vom Erbe auffrisst, sollten Begünstigte die Freibeträge prüfen. Foto: Wolfram Kastl/dpa Freibetrag für Erbschaften alle zehn Jahre neu nutzen Durch die Erbschaftssteuer kann sich ein Erbe erheblich reduzieren. Wer das vermeiden möchte, sollte den Freibetrag richtig ausschöpfen. Wie das geht, erklärt die Stiftung Warentest.
Eine Immobilie zu vererben ist nicht immer die beste Lösung und kann schnell zur Steuerfalle werden. Doch es gibt auch Alternativen. Foto: Hans-Jürgen Wiedl/dpa-Zentralbild/dpa Immobilien können in Etappen verschenkt werden Nicht alles auf einmal: Um einer hohen Steuer aus dem Weg zu gehen, lohnt es sich, eine Immobilie Stück für Stück zu verschenken. Welche Gründe dies hat, erklären Experten der Zeitschrift «Finanztest».
Viele Kinder wachsen heute in Patchworkfamilien auf. Wollen die Eltern Ungerechtigkeiten beim Vererben vermeiden, sollten sie besser ein Testament schreiben. Foto: Frank Leonhardt/dpa/dpa-tmn Nach der Scheidung - Erben in der Patchworkfamilie Vater, Mutter, Kinder - solche einfachen Familienkonstellationen sind heute nicht unbedingt mehr die Regel. Patchworkfamilien werden häufiger. Was viele nicht bedenken: Vererben ist in einer solchen Konstellation kompliziert. Es gibt aber eine Lösung.