Haftpflichtpolice ist existenziell

21.12.2020
Ein Missgeschick kann schnell teuer werden. Denn jeder haftet für Schäden, die er anrichtet. Auf eine Haftpflichtversicherung sollte deshalb niemand verzichten.
Nicht jede Fahrlässigkeit endet so gravierend - gut aber, wenn die Haftpflicht dann für den Schaden aufkommt. Foto: Sebastian Kahnert/dpa-Zentralbild/dpa-tmn
Nicht jede Fahrlässigkeit endet so gravierend - gut aber, wenn die Haftpflicht dann für den Schaden aufkommt. Foto: Sebastian Kahnert/dpa-Zentralbild/dpa-tmn

Düsseldorf (dpa/tmn) - Ob eine runtergeworfene Vase, ein Rotweinfleck auf dem teuren Teppich oder ein schwerer Unfall - wer anderen einen Schaden zufügt, muss dafür gerade stehen. Bei schweren Schäden kann das teuer werden - mitunter sogar existenzgefährdend.

Gegen dieses Risiko schützt eine Haftpflichtversicherung. Diese Versicherung zahlt alle Schäden, die jemand fahrlässig oder sogar grob fahrlässig verursacht, bis zu der im Vertrag vereinbarten Summe. Im Zweifel wehrt sie aber auch unberechtigte Ansprüche ab.

Verbraucherschützer stufen diese Police daher auch als existenziell ein: Der Abschluss einer privaten Haftpflichtversicherung ist unverzichtbar, erklärt die Verbraucherzentrale NRW. Die Privathaftpflichtversicherung ist die wichtigste Versicherung überhaupt, stellt die Stiftung Warentest fest.

Auf ausreichende Deckungssumme achten

Versichert sind in der Regel die Gefahren des täglichen Lebens. Es besteht unter anderem Versicherungsschutz bei Vernachlässigung der Aufsichtspflicht über Minderjährige. Das gilt auch, wenn man auf fremde Kinder aufpasst. Auch die Verletzung von Verkehrssicherungspflichten, also zum Beispiel Schneeräumen auf Gehwegen ist versichert. Einige Tarife übernehmen sogar Schäden, die kleine Kinder verursacht haben.

Die Deckungssumme - also die Summe, die die im Schadensfall leistet - sollte nach Empfehlung des Bundes der Versicherten (BdV) mindestens 15 Millionen Euro pauschal für Sach-, Personen- und Vermögensschäden betragen. Mietsachschäden an unbeweglichen Sachen (zum Beispiel Wohnräumen) sollten mindestens mit 1 Million Euro versichert sein.

Familienmitglieder mitversichern - Tarife prüfen

Nicht jeder muss zwingend einen eigenen Vertrag abschließen. Für Familien gibt es Tarife, die Partner und minderjährige Kinder in häuslicher Gemeinschaft mitversichern. Auch volljährige Kinder sind oft noch mitversichert, solange sie sich noch in einer Schul- oder Berufsausbildung befinden.

Die gute Nachricht: Eine Haftpflichtversicherung ist in der Regel nicht teuer. Laut Stiftung Warentest bieten Versicherer guten Schutz schon ab einem Jahresbeitrag von 65 Euro. Allerdings lohnt der Vergleich: Denn andere Versicherer verlangen viermal so viel für einen ähnlichen Schutz. Wer einen alten Vertrag hat, kann prüfen, ob ein neuer lohnt. Die Bedingungen haben sich im Laufe der Zeit immer wieder verbessert.

© dpa-infocom, dpa:201218-99-742342/3

Tipps und Infos der Verbraucherzentrale NRW

Infoblatt des Bundes der Versicherten


Verfasser: dpa-infocom GmbH

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