Gold ist kein Ersatz für Festgeld

18.02.2020
Beim Blick auf den steigenden Goldpreis bekommen Anleger derzeit glänzende Augen. Für ein breit aufgestelltes Depot ist das Edelmetall aber nur als Beimischung sinnvoll. Denn Rendite gibt es nicht.
Bei Gold bekommen Anleger keine Rendite. Gewinn machen sie nur über Preissteigerungen. Foto: Alexander Heinl/dpa-tmn
Bei Gold bekommen Anleger keine Rendite. Gewinn machen sie nur über Preissteigerungen. Foto: Alexander Heinl/dpa-tmn

Berlin (dpa/tmn) - Gold scheint derzeit bei vielen Anlegern beliebt zu sein. Darauf deutet zumindest der steigende Preis des Edelmetalls hin: Kostete eine Feinunze Mitte Februar 2019 etwa 1330 US-Dollar, sind es derzeit rund 1590 Dollar.

Was viele Anleger schätzen: Gold wird nie wertlos. Damit ist das Edelmetall in Krisenzeiten eine Absicherung für das Depot. Dass das durchaus sinnvoll ist, finden auch die Experten der Stiftung Warentest.

Allerdings sollte der Depotanteil bei 5 bis 10 Prozent liegen, heißt es in der Zeitschrift «Finanztest» (Ausgabe 3/2020). Der Grund: Gold schwankt stark im Preis. Goldanleger konnten zwischenzeitlich ähnlich viel verlieren wie mit einem Aktiendepot. Daher taugt es auch nicht als Ersatz für Festgeld und Sparbuch.

Kleine Barren kosten mehr

Wer seine Goldanlage anfassen möchte, sollte bedenken: Je kleiner die Barren oder Münzen sind, desto teurer sind sie. Der Grund: Die Händler verlangen einen prozentualen Aufschalg auf den Goldpreis. Während bei einem 1-Kilogramm-Barren in der Regel 1 Prozent Aufschlag fällig werden, können es bei einem 1-Gramm-Barren schon mehr als 20 Prozent sein.

Viele Händler bieten Gold in Internetshops an. Hier sollten Kunden möglichst rennomierte Anbieter wählen. Denn es tummeln sich laut «Finanztest» auch viele schwarze Schafe im Geschäft mit dem Edelmetall. Ein Indiz für Seriosität ist die Mitgliedschaft des Händlers im Berufsverband des deutschen Münzhandels.

Wertpapiere können Alternative sein

Wem Münze oder Barren nicht so wichtig ist, der kann auch auf Wertpapiere setzen. Sogenannte Gold-ETCs können eine Alternative sein. ETC steht hier für Exchange Traded Commodities - also für börsengehandelte Rohstoffe. Anbieter dieser ETCs investieren das Geld der Anleger in Goldbarren, die in Tresoren gelagert werden.

Der Vorteil für Anleger: Gold-ETCs ermöglichen es, einen bestimmten Anteil im Depot zu halten. Das gewünschte Mischverhältnis lässt sich mit den handelbaren Papieren jederzeit einfach und kostengünstig wieder herstellen. Beim Kauf von physischem Gold ist es schwerer, den Goldanteil am Gesamtvermögen konstant zu halten.

Artikel der Stiftung Warentest (z.T. kostenpflichtig)


Verfasser: dpa-infocom GmbH

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