Für Vorfinanzierungsdarlehen Kredit nicht zu hoch wählen

21.08.2019
Wenn früher Geld vonnöten ist als geplant, bieten manche Geldinstitute Darlehen an, die die Wartezeit überbrücken sollen. Das kann für Verbraucher teuer werden.
Es gibt verschiedene Wege, einen Immobilienkauf zu finanzieren. Foto: Kai Remmers/dpa-tmn
Es gibt verschiedene Wege, einen Immobilienkauf zu finanzieren. Foto: Kai Remmers/dpa-tmn

Hamburg (dpa/tmn) - Damit das Geld aus dem Bausparvertrag früher ausgezahlt wird, können Sparer ein Vorfinanzierungs- oder Vorausdarlehen aufnehmen.

Es soll die Wartezeit überbrücken, bis das eigentliche Bauspardarlehen aufgenommen wird. Die Verbraucherzentrale Hamburg warnt, dass darauf höhere Zinsen fällig werden. Bausparer sollten das Darlehen deshalb nur in der Höhe aufnehmen, die wirklich zum Bau oder Kauf einer Immobilie nötig ist, so der Rat.

Während der Laufzeit des Kredits zahlen Bausparer in der Regel nur Zinsen auf das Darlehen und parallel - anstatt einer Tilgung - in ihren Bausparvertrag ein. Dadurch soll der Bausparvertrag schneller zuteilungsreif werden oder niedrigere Sparraten anfallen.

Der Haken: Mit dem Vorausdarlehen steigen auch die zu zahlende Zinslast und die Abschlusskosten. Und während das Bausparguthaben in der Regel nur mit 0,1 Prozent verzinst wird, werden für das Vorfinanzierungsdarlehen höhere Zinsen fällig, so die Verbraucherschützer. Verkauft der Darlehensnehmer die Immobilie und kündigt deshalb den Vertrag früher, muss er zudem eine höhere Vorfälligkeitsentschädigung an die Bausparkasse zurückzahlen.

Alexander Krolzik von der Verbraucherzentrale Hamburg warnt, dass der Kunde im schlimmsten Fall das zusätzliche Guthaben nicht braucht und umsonst einzahlt. Er rät deshalb, ein Vorfinanzierungsdarlehen nur in der Höhe aufzunehmen, die für den Bau oder Kauf einer Immobilie nötig ist. Zusätzlich sollten Verbraucher mit Eigenkapital einen Puffer schaffen. Bei der Darlehensaufnahme gelte der Grundsatz: «So viel wie nötig, so wenig wie möglich.»


Verfasser: dpa-infocom GmbH

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