Frist für Steuererklärung gilt auch für viele Senioren

20.01.2016
Was viele nicht wissen: Auch Senioren müssen oftmals eine Steuererklärung abgeben. Für sie gelten die gleichen Fristen wie für Arbeitnehmer.
Auch Senioren müssen mitunter ihre Steuererklärung fristgerecht abgeben. Foto: Armin Weigel
Auch Senioren müssen mitunter ihre Steuererklärung fristgerecht abgeben. Foto: Armin Weigel

Berlin (dpa/tmn) - Viele Rentenempfänger sind mittlerweile verpflichtet, eine Einkommensteuererklärung einzureichen. Ob eine Abgabepflicht besteht, hängt von der Höhe der Bruttorente und dem Jahr des Rentenbeginns ab. Darauf weist Isabel Klocke vom Bund der Steuerzahler in Berlin hin.

Je früher der Rentenbeginn, desto mehr Rente kann steuerfrei vereinnahmt werden, so die Faustformel. Besteht die Pflicht zur Abgabe, gilt auch für Senioren die Abgabefrist 31. Mai.

Grundsätzlich gilt: Rentner müssen eine Steuererklärung abgeben, wenn ihre Einnahmen über dem Grundfreibetrag liegen. In diesem Jahr liegt der jährliche Grundfreibetrag bei 8652 Euro (17 304 Euro für Verheiratete),2015 lag er bei 8472 Euro (16 944 Euro für Verheiratete). Da aber noch nicht 100 Prozent der Renteneinnahmen versteuert werden müssen, können die Einnahmen im Einzelfall auch höher sein, bevor eine Steuererklärung abgegeben werden muss.

Zwei Beispiele: Senioren, die im Jahr 2005 oder früher in Rente gegangen sind, können noch rund 1600 Euro pro Monat im Jahr steuerfrei einstreichen. Wer 2014 Rentner wurde, kann etwa 1235 Euro im Monat steuerfrei erhalten. Aber aufgepasst, kommen noch andere Einnahmen zum Beispiel aus Vermietung und Verpachtung hinzu oder ist die Rente etwa aufgrund der Mütterrente deutlich gestiegen, kann sich ein anderes Bild ergeben. Im Zweifelsfall sollten Senioren einen Berater oder das Finanzamt fragen.

«Wer verpflichtet ist, eine Einkommensteuererklärung abzugeben und den Abgabetermin nicht einhalten kann, sollte bei ihrem Finanzamt rechtzeitig eine Fristverlängerung beantragen», empfiehlt Klocke. Wird die Einkommensteuererklärung von einem Steuerberater oder Lohnsteuerhilfeverein erstellt, verlängert sich die Abgabefrist ohnehin auf den 31. Dezember 2016. Da dies ein Samstag ist, braucht die Erklärung in diesem Fall erst am Montag, den 2. Januar 2017 beim Finanzamt eingehen.


Verfasser: dpa-infocom GmbH

KEYWORDS

TEILEN


Das könnte Sie auch interessieren
Ehepaare können ihr Elterngeld erhöhen, wenn sie die Steuerklassen wechseln. Dabei sollten sie jedoch beachten, dass ein Wechsel nur einmal gestattet wird. Foto: Christoph Schmidt/dpa Steuerklassenwechsel ist nur einmal im Jahr möglich Für Ehepaare ist es oft ein Vorteil, das geringere Einkommen höher zu besteuern. Wer einen Wechsel der Steuerklassen plant, sollte aber mehrere Faktoren bedenken. Denn möglich ist dieser nur einmal im Jahr.
Laut Bundesfinanzhof können offene Kirchensteuern eines Verstorbenen als Sonderausgaben geltend gemacht werden. Foto: Frank Leonhardt/dpa Nachgezahlte Kirchensteuern mindern Steuern beim Erben Der Nachlass verstorbener Menschen bereitet den Erben normalerweise keine großen Probleme. Das sieht anders aus, wenn sie offene Steuern übernehmen müssen. Doch zum Glück gibt es die Möglichkeit, diese Forderungen zu minimieren.
Vor Weihnachten sammeln viele Organisationen Spenden. Foto: Caroline Seidel Was Verbraucher beim Spenden wissen müssen Weihnachtszeit ist Spendenzeit. Viele Organisationen bitten derzeit um Unterstützung. Eine Studie zeigt aber: Nicht immer können Spender erkennen, was mit ihrem Geld passiert. Daher sollten sie vor der Gabe genau hinschauen.
Vergünstigtes Kantinenessen oder eine freie Unterkunft tauchen in der Lohnabrechnung als Sachbezugswerte auf. Die Werte werden regelmäßig an die Verbraucherpreise angepasst. Foto: Arno Burgi/dpa Verbilligtes Essen für Arbeitnehmer: Sachbezugswerte steigen Die Sachbezugswerte wie Kost und Logi werden regelmäßig an die Verbraucherpreise angepasst. Auch im kommenden Jahr steigen die Werte für Verpflegung und Unterkunft.