Forderung prüfen: Vorsicht Inkasso-Schreiben

01.06.2016
Wer von einer Inkasso-Firma Post erhält, glaubt oft, versehentlich eine Rechnung nicht beglichen zu haben. Doch dies ist gar nicht immer der Fall. Denn manchmal steckt hinter solchen Schreiben auch eine Betrugsmasche.
Bei unerwarteten Schreiben von Inkasso-Unternehmen sollte der Verbraucher unbedingt alle Angaben zur Firma prüfen. Oft stimmt die angegebene Mail-Adresse nicht. Foto: Christian Charisius
Bei unerwarteten Schreiben von Inkasso-Unternehmen sollte der Verbraucher unbedingt alle Angaben zur Firma prüfen. Oft stimmt die angegebene Mail-Adresse nicht. Foto: Christian Charisius

Leipzig (dpa/tmn) - Erhalten Verbraucher ein Schreiben eines Inkasso-Büros sollten sie skeptisch sein und die Forderung genau kontrollieren - also nicht einfach bezahlen, sondern etwa die angegebene Adresse und E-Mail prüfen.

Das gilt besonders, wenn Verbraucher von dem angeblichen Vertragsabschluss nichts wissen. Darauf macht die Verbraucherzentrale Sachsen aufmerksam. Dort gab es seit Anfang des Jahres bereits 130 Anfragen von Verbrauchern zum Thema «dreiste Inkassofirmen». Die Erfahrung der Verbraucherschützer: Mitunter verlangen unseriöse Inkasso-Unternehmen Geld, das ihnen nicht zusteht. Sie verschicken massenhaft Rechnungen und Mahnungen und hoffen, dass ahnungslose Verbraucher sie begleichen. Dadurch sollte man sich nicht verunsichern lassen.

Jüngste Betrugsmasche: Die sogenannte Euro Inkasso AG fordert derzeit massenhaft von Verbrauchern 120 Euro für eine angebliche telefonische Anmeldung für 300 Gewinnspiele bei Win24. Die Firma gibt an, dass sie in der Schweiz registriert ist, laut IBAN-Kennung befindet sich das Konto in Litauen, der Sitz soll aber in Berlin sein - bei der angegebenen Adresse in einem Bürogebäudes war das Unternehmen nach Angaben der Verbraucherschützer nicht bekannt. Als Absender gilt eine AG und als Postbevollmächtigter eine GmbH - beide konnten die Verbraucherschützer im deutschen Rechtsdienstleistungsregister nicht finden. Auch die angegebene E-Mail funktionierte nicht. Das alles spricht dafür, dass es sich um eine Betrugsmasche handelt.


Verfasser: dpa-infocom GmbH

KEYWORDS

TEILEN


Das könnte Sie auch interessieren
Verbraucher können sich gegen ungebetene Anrufe zu Werbezwecken mit einer Beschwerde zur Wehr setzen. Foto: Marc Müller Unerlaubte Telefonwerbung nimmt zu Sie sind nicht nur unerbeten - sondern häufig auch verboten: Anrufe, in denen Unternehmen für Produkte und Dienstleistungen werben. Häufig kommen dabei auch Kaufverträge zustande. Die Zahl der Beschwerden steigt. Braucht es neue Regeln?
Mit einer dreisten Masche geben sich Betrüger als Inkasso-Unternehmen aus. Per SMS setzen sie Betroffene unter Druck. Erhält man eine solche SMS, sollte man nicht einfach zahlen. Foto: Jens Schierenbeck SMS statt E-Mail: Dubiose Inkasso-Firmen nutzen neue Wege Sie geben sich als Inkasso-Unternehmen aus und bedrohen die vermeintlichen Gläubiger per SMS. Mit einer dreisten Masche versuchen Betrüger ahnungslose Betroffene um ihr Geld zu bringen.
Verbraucherschützer warnen vor Abzocke am Telefon. Foto: Christin Klose/dpa-tmn Vorsicht vor falschen Lotto-Verträgen Mit Tricks versuchen unseriöse Anbieter immer wieder an das Geld anderer zu kommen. Oft wird dazu das Telefon eingesetzt. Wer einen Anruf von Unbekannten bekommt, sollte daher vorsichtig sein.
Nicht rechtens: Wenn die Krankenkasse am Telefon Mitglieder wirbt, kann sie mit einer Strafe rechnen. Foto: Uli Deck Telefonische Mitgliederwerbung kann unzulässig sein Telefonische Werbung ist lästig - und im Fall von Krankenkassen auch nicht ohne weiteres zulässig. Wird eine Kasse dabei erwischt, wie sie Mitglieder am Telefon abwerben will, droht eine Strafe.