Fondspolice ist bequem - aber oft teuer

10.11.2020
Sicherheit plus Rendite - dieses Versprechen wollen fondsgebundene Rentenversicherungen einlösen. Ein Test der Stiftung Warentest zeigt: Die Kosten dafür sind meist hoch.
Fondspolicen wollen Renditechancen mit Sicherheit verbinden. Für Sparer gilt: Auf den richtigen kostengünstigen Fonds kommt es an. Foto: Christin Klose/dpa-tmn
Fondspolicen wollen Renditechancen mit Sicherheit verbinden. Für Sparer gilt: Auf den richtigen kostengünstigen Fonds kommt es an. Foto: Christin Klose/dpa-tmn

Berlin (dpa/tmn) - Fondspolicen wollen das Gute aus zwei Welten verbinden: die Sicherheit einer Versicherung und die Renditechancen von Fonds. Für bequeme Kunden kann das durchaus eine Alternative sein, berichtet die Zeitschrift «Finanztest» (12/2020) der Stiftung Warentest.

Allerdings zahlen Kunden für diese Verträge oft viel Geld. Das mindert die Rendite. Wichtig ist daher die Wahl des Fonds.

Im Test waren 33 Tarife fondsgebundener Rentenversicherungen für eine 37-jährige Modellkundin. Geprüft haben die Finanzexperten, welche Fonds die Versicherer anbieten, wie viel Rente sie pro 10 000 Euro angespartem Vermögen mindestens zahlen, wie hoch die Kosten sind und wie transparent und flexibel der Vertrag ist.

Das Hauptproblem sind meist zu hohe Versicherungskosten und die damit verbundene Renditeminderung. Ein Beispiel: In einem Fall lagen die Kosten bei 1,7 Prozent pro Jahr. Beim günstigsten Anbieter wurden hingegen nur 0,4 Prozent pro Jahr fällig. Bei einer Laufzeit von 30 Jahren kann das einen großen Unterschied ausmachen. Nur 3 der 33 Policen im Test erhielten daher das Qualitätsurteil «gut».

Wichtig zu wissen: Die Sicherheit der untersuchten Fondspolicen ist nicht mit einer gewöhnlichen privaten Rentenversicherung vergleichbar, erklären die Tester. Denn eine Garantie für die eingezahlten Beiträge gibt es nicht. Die Sicherheit besteht bei diesen Verträgen darin, dass die Versicherungen aus dem gebildeten Kapital eine lebenslange Rente zahlen. Wie hoch diese ist, wird erst festgelegt, wenn die Rente ansteht.

Für Sparer, die dieses Risiko eingehen wollen, empfehlen die Experten Aktien-ETF. Fast alle untersuchten Tarife bieten auch Aktien-ETF an. Wer mit Fonds für das Alter sparen will, ist aber nicht auf Fondspolicen von Versicherungen angewiesen. Flexibler und günstiger sind Fondssparpläne bei Geldinstituten.

© dpa-infocom, dpa:201109-99-272815/2

Test der Stiftung Warentest


Verfasser: dpa-infocom GmbH

KEYWORDS

TEILEN


Das könnte Sie auch interessieren
Per Telefon oder online findet man den richtigen Ansprechpartner bei Fragen zur Rentenversicherung. Foto: Christin Klose/dpa-tmn Rentenberater - So findet man den richtigen Ansprechpartner Viele Leute stellen sich viele Fragen rund um die Rentenversicherung. Ob per Telefon, Internet oder in einem persönlichen Gespräch: die Deutsche Rentenversicherung kann bei Fragen aller Art weiterhelfen.
Wie viel Rente könnte es eines Tages geben? Die Info der gesetzlichen Deutschen Rentenversicherung (DRV) bekommt jeder, der mindestens 27 Jahre alt ist. Foto: Marijan Murat/dpa/dpa-tmn Durchblick bei der Renteninformation Jährlich erhalten Millionen Arbeitnehmer Schreiben von der Rentenversicherung. Die geben Auskunft zur künftigen Höhe der Rente. Wer die Informationen achtlos weglegt, verschenkt eventuell Geld.
Mit Abschluss eines Altersvorsorgevertrages steht gleichzeitig auch der Rentenfaktor fest. Dieser ist ein wichtiger Baustein für die Bestimmung der späteren Rente. Foto: Hans Wiedl Rentenfaktor: Anhaltspunkt für die spätere Rente Neben der gesetzlichen Rente kann der Abschluss einer privaten Rentenversicherung als weitere Sicherheit im Alter dienen. Hierbei spielt der Rentenfaktor eine wichtige Rolle, der als Orientierung für die spätere Rente gilt.
Mit einer Betriebsrente lässt sich die Altersvorsorge aufbessern - allerdings fallen auch Steuern und Sozialabgaben an. Foto: Marijan Murat/dpa «Finanztest»: Betriebsrente kann sich lohnen Private Vorsorge ist wichtig. Deshalb stärkt die Bundesregierung die Betriebsrente. Doch ein Test der Stiftung Warentest zeigt: Ohne Unterstützung vom Chef zahlen sich die Verträge nicht immer aus.