«Finanztest»: Erspartes verteilen und Minuszinsen umgehen

07.12.2021
Eisige Zeiten für Sparerinnen und Sparer: Wer sein Geld auf Nummer sicher anlegen will, zahlt meist drauf. Doch noch gibt es Möglichkeiten, Strafzinsen zu vermeiden.
Sparen kann teuer werden, doch Bankkunden können Strafzinsen möglicherweise vermeiden. Foto: Christin Klose/dpa-tmn
Sparen kann teuer werden, doch Bankkunden können Strafzinsen möglicherweise vermeiden. Foto: Christin Klose/dpa-tmn

Berlin (dpa/tmn) - Nicht nur keine Zinsen mehr fürs Ersparte bekommen, sondern sogar noch draufzahlen? Noch können Sparer und Sparerinnen das umgehen, schreibt die Zeitschrift «Finanztest» (Ausgabe 1/2022). So lohnt es sich, Geld auf mehrere verschiedenen Konten zu verteilen und so unter den jeweiligen Freigrenzen zu bleiben.

Denn immer mehr Geldinstitute senken diese Grenzen, damit Kunden ihr Geld zum Beispiel nicht kostenfrei auf Giro- oder Tagesgeldkonten parken. Die Regeln für diese Verwahrungsentgelte sind verwirrend: So werden Freigrenzen öfter verändert oder Gebühren steigen mit der Guthabenhöhe an. Ob Verwahrungsentgelte grundsätzlich zulässig sind, wird noch gerichtlich geklärt.

Bevor eine Bank Negativzinsen vom Konto eines Kunden abziehen darf, muss dieser zwar schriftlich zustimmen. Wer das verweigert, muss allerdings damit rechnen, dass die Bank die Geschäftsbeziehung kündigt. Lohnen kann es laut «Finanztest» dagegen, mit der Bank zu sprechen. Manche Institute würden auf Strafzinsen verzichten oder diese senken, um Kunden nicht zu verlieren.

Zinsen bei ausländischen Tagesgeldkonten

Zumindest geringe Zinsen gibt es bei manchen Banken auf Tagesgeldkonten. Hier lohnt vor allem die Suche bei Direktbanken im europäischen Ausland. Sie sind allerdings oft nur über Zinsportale erreichbar. Auch wenn diese für Sparer bequem sind, warnt «Finanztest» vor mehr als der Hälfte aller dortigen Anlagebanken, weil sie in wirtschaftlich schwachen Ländern sitzen.

Zwar ist nach einer EU-Richtlinie jede Zinseinlage bis zu maximal 100 000 Euro abgesichert. Doch steht laut der Zeitschrift infrage, ob die Sicherungssysteme mancher Länder bei einer größeren Bankenpleite Kunden innerhalb von sieben Werktagen ihr Geld zurückzahlen könnten.

Vorsicht vor Betrüger-Portalen

Die Tester empfehlen daher nur Zinsangebote von Banken aus EU-Staaten, deren Wirtschaftskraft Topnoten der drei großen Ratingagenturen bekommen hat. Zudem sollten Sparwillige von vornherein auf seriöse Zinsportale wie Check24, Weltsparen oder Zinspilot setzen. Immer mehr dubiose Anbieter versprechen hohe Zinsen und angebliche Sicherheit.

Zinsbetrüger sind oft schon an unrealistisch guten Angeboten zu erkennen. Vorsicht auch bei lukrativen Festzinsangeboten aus dem Ausland. Fragen Sie außerdem direkt bei der Bank nach, ob sie tatsächlich mit dem Portal zusammenarbeitet. Wer für eine Kontoeröffnung nur eine Ausweiskopie vorzeigen muss, sollte misstrauisch werden: Vorgeschrieben ist, sich bei der Bank per Post- oder Videoidentverfahren oder Probeüberweisung zu identifizieren.

© dpa-infocom, dpa:211206-99-276331/3

Finanztest: Minuszinsen


Verfasser: dpa-infocom GmbH

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