Das ändert sich bei Internet-, Handyvertrag und Co.

25.11.2021
Der neue Monat bringt nicht nur ein frisches Kalenderblatt, sondern auch unter anderem gesetzliche Änderungen. Für Verbraucher springt dabei einiges heraus. Unklar ist bisher, ob zum Jahreswechsel geböllert werden darf.
Bald dürfen sich Telekommunikationsverträge nach einer zweijährigen Laufzeit nicht mehr automatisch um die gleiche Laufzeit verlängern. Diese und weitere Änderungen bringt der Dezember. Foto: Christin Klose/dpa-tmn/Archiv
Bald dürfen sich Telekommunikationsverträge nach einer zweijährigen Laufzeit nicht mehr automatisch um die gleiche Laufzeit verlängern. Diese und weitere Änderungen bringt der Dezember. Foto: Christin Klose/dpa-tmn/Archiv

Berlin (dpa) - Der Handyvertrag verlängert sich nicht mehr automatisch um die gleiche Laufzeit, die Bahn ändert den Fahrplan - und was ist eigentlich mit dem Silvesterfeuerwerk? Ein Überblick über die Neuregelungen im Dezember:

Internetgeschwindigkeit

Wenn das Internet nicht so schnell ist wie vom Anbieter versprochen, hat der Kunde künftig das Recht, weniger zu bezahlen. Falls zum Beispiel nachweislich nur 50 statt der zugesagten 100 Mbit/s bereitgestellt werden, gibt es ein Minderungsrecht von 50 Prozent.

Alternativ können die Kunden den Vertrag ohne Kündigungsfrist kündigen. Bei einem kompletten Internet-Ausfall winkt dem Verbraucher außerdem eine Entschädigung, wenn die Störung nicht innerhalb von zwei Arbeitstagen beseitigt ist.

Fahrplanwechsel

Bei der Deutschen Bahn gilt ab dem 12. Dezember der Winterfahrplan. Zu den wichtigsten Neuerungen gehören weitere ICE-Sprinter-Züge, die Großstädte schneller verbinden, zum Beispiel dreimal täglich zwischen Köln und Berlin ohne Zwischenhalt. Zudem gibt es neue Verbindungen ins Ausland, darunter Nachtzüge.

Privatsphäre im Netz

Am 1. Dezember tritt ein Gesetz in Kraft, das den Umgang mit Datenanfragen im Internet vereinfachen und das digitale Erbe sichern soll. Kernpunkt ist die Idee, dass Nutzer auf ihrem Gerät künftig an einer zentralen Stelle über den Zugang zu ihren Informationen entscheiden können.

Vertragslaufzeiten

Telekommunikationsverträge dürfen sich nach einer zweijährigen Vertragslaufzeit nicht mehr automatisch um die gleiche Laufzeit verlängern. Stattdessen müssen sie nach einer Verlängerung monatlich kündbar sein. Darüber hinaus sind die Anbieter nun vor Vertragsabschluss verpflichtet, einen Vertrag mit einer anfänglichen Laufzeit von maximal einem Jahr anzubieten.

Pfändungsschutz

Verschuldete Verbraucher bekommen ab dem 1. Dezember mehr Möglichkeiten, Geld auf einem Pfändungsschutzkonto anzusparen. So wird die Frist für die Übertragung von nicht verbrauchten, pfändungsfreien Guthaben von einem Monat auf drei Monate verlängert. Dadurch sollen die Betroffenen höhere Summen ansparen können.

Feuerwerk

Ob wieder Straßenfeuerwerk für Jedermann möglich ist? 2020 wurde der Kauf von Feuerwerkskörpern in ganz Deutschland wegen Corona verboten, zusätzlich richteten manche Städte Verbotszonen ein. Dieses Jahr sollte das unbedingt wieder so sein, fordern Umweltschützer, Tierschützer, die Gewerkschaft der Polizei (GdP) und einige Ärzte.

© dpa-infocom, dpa:211125-99-139495/4

Winterfahrplan Deutsche Bahn

Gesetz zum Schutz der Privatsphäre

Wettbewerbsregister

Pfändungsschutzkonto


Verfasser: dpa-infocom GmbH

KEYWORDS

TEILEN


Das könnte Sie auch interessieren
Die Verbraucherzentrale NRW sammelte in zwei Jahren 21 000 Beschwerden über Paketdienste. Foto: Rainer Jensen/dpa-tmn Telefon-Abzocke und Post-Mängel verärgern Verbraucher Der Handy-Anruf zieht einem das Geld aus der Tasche, auf den Paketboten wartet man vergeblich, dazu jede Menge lästige Telefonwerbung - die neue Medienwelt nervt viele Verbraucher. Die Bundesnetzagentur fordert Bußgelder, um Kunden besser zu schützen.
Der Europäische Gerichtshof hat geurteilt, dass Telefonate mit einem Kundendienst unter 0180-Nummern nicht teurer sein dürfen als Anrufe unter gewöhnlichen Festnetz- oder Mobilfunknummern. Foto: Silas Stein//dpa EuGH verbietet Zusatzkosten bei Kundenhotlines Den Kundenservice anrufen - wird das nicht teuer? Diese Frage müssen sich Verbraucher künftig in vielen Fällen nicht mehr stellen. Ein Urteil des Europäischen Gerichtshofs deckelt weitgehend die Kosten für 0180-Nummern.
Speicherung von Verbindungsdaten bei Telekommunikationsanbietern: Mit einem aktuellen Urteil stärkt der Europäische Gerichtshof (EuGH) die Rechte der Bürger. Foto: Oliver Berg/dpa Pauschale Vorratsdatenspeicherung nicht zulässig Um die Speicherung von Kommunikationsdaten zur späteren Abfrage durch Sicherheitsbehörden gibt es seit langem Streit. Ein Urteil aus Luxemburg stärkt nun die Rechte der Bürger.
Betroffene können Widerspruch einlegen, wenn die Kosten für den Anruf einer 0180-Nummer zu hoch sind. Foto: Jan Woitas/dpa-Zentralbild/dpa Hohe Gebühren bei 0180-Nummern: Widerspruch möglich Der Anruf bei einer Kundenservice-Nummer tut immer ein bisschen weh. Für den nächsten Monat erwartet man bereits eine hohe Telefonrechnung. Aber ein Gerichtsurteil hat die Gebühren für Anrufe in Vertragsfragen längst gekippt - und Betroffene können Widerspruch einlegen.