Darf der Arbeitgeber Impfausweise kopieren?

06.12.2021
Aktuell gilt am Arbeitsplatz 3G. Da gibt es Praktisches zu klären. Etwa bei der Dokumentation des Impfstatus der Beschäftigten durch den Arbeitgeber. Die wirft datenschutzrechtliche Fragen auf.
Im Impfausweis stehen sensible Gesundheitsinformationen. Datenschutz ist daher bei der 3G-Regel am Arbeitsplatz besonders wichtig. Foto: Sophia Kembowski/dpa/dpa-tmn/Illustration
Im Impfausweis stehen sensible Gesundheitsinformationen. Datenschutz ist daher bei der 3G-Regel am Arbeitsplatz besonders wichtig. Foto: Sophia Kembowski/dpa/dpa-tmn/Illustration

Berlin (dpa/tmn) - Seit 24. November dürfen Arbeitgeber Beschäftigten nur noch dann Zugang zu Betrieben gewähren, wenn diese geimpft, genesen oder getestet sind. Betriebe mussten sich nach Einführung der 3G-Regel also Lösungen überlegen, wie sie Impfnachweise ihrer Belegschaft kontrollieren. Was, wenn der Arbeitgeber nun eine Kopie des Impfpasses verlangt? Müssen Beschäftigte einwilligen?

Nein. «Der Arbeitgeber hat keinen Anspruch auf eine Kopie», sagt Alexander Bredereck, Fachanwalt für Arbeitsrecht in Berlin. Es genüge, wenn eine vom Arbeitgeber beauftragte Person das Dokument kontrolliert und das Ergebnis zum Beispiel in einer Liste dokumentiert.

Schwieriges Verhältnis von Gesundheitsschutz und Datenschutz

Der Fachanwalt weist darauf hin, dass eine Kopie aus Datenschutz-Aspekten zu Problemen führen könnte - selbst wenn Arbeitnehmer sie freiwillig einreichen. Verfahren Arbeitgeber und Arbeitnehmer so, sind sie Bredereck zufolge infektionsschutzrechtlich bei Kontrollen zwar auf der sicheren Seite. Er betont aber: «Es handelt sich um hochsensible Gesundheitsdaten, diese sollten Arbeitgeber nur mit spitzen Fingern anfassen.»

Dem Arbeitsrechtsexperten zufolge könnte man zwar aus dem Infektionsschutzgesetz herauslesen, dass die Hinterlegung des Impfnachweises beim Arbeitgeber zulässig ist. Die Vorgaben der Datenschutzgrundverordnung stünden aber möglicherweise dagegen: «Das Verhältnis von Gesundheitsschutz und Datenschutz in Coronazeiten ist noch nicht sicher geklärt.»

© dpa-infocom, dpa:211203-99-247092/4


Verfasser: dpa-infocom GmbH

KEYWORDS

TEILEN


Das könnte Sie auch interessieren
Das Unternehmen muss Mitarbeitern in der Regel die nötige Technik für die Arbeit im Homeoffice zur Verfügung stellen. Foto: Christin Klose/dpa-tmn Muss ich im Homeoffice meinen privaten PC nutzen? Ab in die Heimarbeit! In der Corona-Krise mussten Firmen zum Teil in kürzester Zeit viele Mitarbeiter ins Homeoffice schicken. Doch was ist, wenn längst nicht für jeden Dienstgeräte vorhanden sind?
Mit dem neuen Teil-Lockdown arbeiten Beschäftigte wieder vermehrt von zu Hause aus. Foto: Daniel Naupold/dpa/dpa-tmn Welche Regeln gelten im Homeoffice? Mit dem lahmen Privatlaptop arbeiten, ständig vermelden, wann man Pause macht: Mit dem Teil-Lockdoen arbeiten wieder vermehrt Beschäftigte von zu Hause aus. Welche Regeln Sie kennen sollten.
Wer sein Diensthandy privat nutzen will, sollte vorher den Chef um Erlaubnis bitten. Foto: Andrea Warnecke Darf ich mein Diensthandy auch privat nutzen? Auch im Beruf ist das Smartphone zum ständigen Begleiter geworden. Deshalb stellen viele Unternehmen eigens für die Arbeit Diensthandys für ihre Mitarbeiter zur Verfügung. Doch dürfen Arbeitnehmer das Diensttelefon auch zu privaten Zwecken verwenden?
Einen kompletten und ständigen Zugriff durch Kollegen und Kolleginnen oder Arbeitgeber auf ihr Mailpostfach müssen Beschäftigte nicht gewähren. Foto: Christin Klose/dpa-tmn Muss ich Kollegen Zugriff auf mein Postfach gewähren? Der Chef möchte auf keinen Fall, dass E-Mails untergehen. Er findet, alle im Team sollten Zugriff auf die Postfächer der anderen haben. Den Arbeitnehmern widerstrebt das. Ist das überhaupt erlaubt?