Bei Tischreservierung im Festzelt auf Stornoklausel achten

26.04.2016
Nicht nur die Plätze in den Zelten des Münchner Oktoberfestes sind begehrt: Auch auf anderen Volksfesten im ganzen Land ist es oft nötig, schon Wochen oder Monate im Voraus Plätze beim Wirt zu reservieren. Muss man kurzfristig absagen, können Kosten entstehen.
Die Tische im Bierzelt sind begehrt - beim Reservieren der Plätze sollten Besucher aber gut auf die Stornobedingungen achten. Foto: Tobias Hase
Die Tische im Bierzelt sind begehrt - beim Reservieren der Plätze sollten Besucher aber gut auf die Stornobedingungen achten. Foto: Tobias Hase

Stuttgart (dpa/tmn) - Auf vielen Volksfesten im Sommer und Herbst sind die Tische und Plätze auf den Bierbänken sehr begehrt. Deshalb reservieren viele Menschen schon Monate vor dem ersten Anstich - manchmal bis zu einem Jahr im Voraus.

Wer reserviert, sollte aber die Stornobedingungen und -kosten in den Geschäftsbedingungen gut prüfen, rät die Verbraucherzentrale Baden-Württemberg. Denn manche Wirte verlangten überzogene Pauschalen und kassierten zum Beispiel bei einer Stornierung ab fünf Tagen vor dem Termin den kompletten Betrag des Mindestverzehrs, der in der Reservierung inbegriffen war. Oder man liest in den Geschäftsbedingungen pauschal eine Formulierung wie: «Bei Stornierungen fallen 20 Euro Bearbeitungsgebühr an».

Generell sind Stornierungskosten zwar zulässig. «Doch sie müssen angemessen sein», erklärt Christiane Manthey, Abteilungsleiterin bei der Verbraucherzentrale. Betroffene könnten überzogenen Stornierungsforderungen schriftlich widersprechen. Sie sollten argumentieren, dass der entstandene Aufwand für den Wirt geringer ist als die von ihm für die Stornierung veranschlagte Summe. Denn wenn die Stornopauschale der Gewinnmaximierung dient, ist das unzulässig.

Zumal die freigewordenen Tische sich oft problemlos mit anderen Gästen besetzen lassen - im Fall mit dem Mindestverzehr würde der Wirt ja doppelt für Bier, Hähnchen und Bratwürste kassieren können. Die Expertin räumt aber ein: «Dieser Nachweis kann schwierig sein.»


Verfasser: dpa-infocom GmbH

KEYWORDS

TEILEN


Das könnte Sie auch interessieren
Wollen Bootseigner die Kosten für selbstverschuldete Unfallschäden bei Dritten nicht selbst übernehmen, sollten sie eine Bootshaftpflichtversicherung abschließen. Foto: Stefan Sauer Bootseigner brauchen separate Haftpflichtversicherung Für Autofahrer gibt es eine Autohaftpflichtpolice. Doch welche Versicherung zahlt bei Unfallschäden, die von einem Bootseigner herbeigeführt werden? Antwort gibt der Bund der Versicherten.
Wer über ein Vergleichsportal nach günstigen Reiseangeboten sucht, sollte auch die Kosten für Gepäck oder Versicherungen einbeziehen. Foto: Christoph Schmidt/dpa Bei Vergleichsportalen Zusatzkosten im Blick haben Die Suchergebnisse bei Vergleichsportalen sind oft mit Vorsicht zu bewerten. Denn hinter den angezeigten Preisen können sich noch weitere Kosten verbergen. Wie man einen solchen Onlinedienst am besten nutzt, erklärt eine Verbraucherschützerin.
Der Kauf mit der Visa-Karte gehört zu den gängigen Zahlungsmöglichkeiten. Solche muss ein Reiseportal kostenlos anbieten. Foto: Ole Spata/dpa Gängige Zahlungsmöglichkeit muss kostenlos angeboten werden Urlauber können im Internet ihre Reise-Buchungen auf unterschiedliche Weise begleichen - per Bankeinzug, Rechnung oder mit der Kreditkarte. Einige Anbieter verlangen für bestimmte Zahlungsmöglichkeiten eine Gebühr. Doch erlaubt ist das nicht.
Wenn ein Gast im Restaurant etwas bestellt, entsteht rechtlich ein Bewirtungsvertrag. Die Leistung des Wirtes muss bezahlt werden. Foto: Karl-Josef Hildenbrand dpa Darf ich im Restaurant gehen, wenn die Rechnung nicht kommt? Manch einer würde am Liebsten aufstehen und gehen, wenn die Rechnung im Restaurant auf sich warten lässt. Ob dies erlaubt ist und welche Konsequenzen das Verschwinden ohne Bezahlung hat, erklärt ein Rechtsexperte.