Auto-Abo bei der Steuer absetzen

24.03.2021
Ein Auto-Abo ist oft ein schneller Weg, um an einen Neuwagen zu kommen. Wird der Pkw beruflich und privat genutzt, kommt aber auch das Finanzamt ins Spiel.
Wer ein Auto-Abo privat und beruflich nutzt, der sollte auf eine korrekte Abrechnung achten. So lassen sich unnötige Steuern vermeiden. Foto: Julian Stratenschulte/dpa/dpa-tmn
Wer ein Auto-Abo privat und beruflich nutzt, der sollte auf eine korrekte Abrechnung achten. So lassen sich unnötige Steuern vermeiden. Foto: Julian Stratenschulte/dpa/dpa-tmn

Berlin (dpa/tmn) - Entscheiden sich Freiberufler oder Selbstständige für ein Auto-Abo - also eine monatlich fixe Rate für Nutzung, Wartung und Versicherung - müssen sie auch an die Steuer denken.

Genauso wie bei einem Autokauf oder einem Fahrzeugleasing sind dabei zwei Punkte zu berücksichtigen: Die betriebliche Ebene und die Privatnutzung. Wird das Fahrzeug zu mindestens 10 Prozent beruflich genutzt, kann die monatliche Abo-Rate als Betriebsausgabe abgesetzt werden. «Das ist letztlich genauso wie bei einer Büromiete», fasst Isabel Klocke vom Bund der Steuerzahler zusammen. Wird das Fahrzeug auch privat genutzt, fällt auf diesen Nutzungsvorteil Einkommensteuer an.

Berechnet wird der Vorteil entweder pauschal mit der sogenannten 1-Prozent-Regel oder exakt mit einem Fahrtenbuch. Die pauschale 1-Prozent-Regel kann genutzt werden, wenn das Fahrzeug zu mindestens 50 Prozent beruflich genutzt wird. Maßstab ist dann der Bruttolistenneupreis des Fahrzeugs. «Wer hier sparen möchte, sollte also schauen, dass er kein sehr hochpreisiges Fahrzeug aussucht», sagt Klocke.

Genaue Abrechnung durch Fahrtenbuch

Zusätzlich werden auch Fahrten zwischen Wohnung und Firma oder die Fahrten zur Zweitwohnung am Beschäftigungsort abgerechnet. Wer stattdessen eine ganz genaue Abrechnung der Privatfahrten vornehmen möchte, muss ein Fahrtenbuch führen. «Das ist zwar aufwendig, lohnt sich aber vor allem dann, wenn das Fahrzeug selten privat gefahren wird», so Klocke. Wird der Pkw zu weniger als 50 Prozent beruflich genutzt, muss der private Nutzungsvorteil durch eine Schätzung oder ein Fahrtenbuch ermittelt werden.

Gerade für Freiberufler mit kürzeren Projekten, bei denen mal ein Fahrzeug erforderlich ist und mal nicht oder der Wechsel auf ein größeres beziehungsweise kleineres Auto sinnvoll ist, kann sich ein Auto-Abo lohnen. Dabei sollten die steuerlichen Auswirkungen aber nicht vernachlässigt werden.

© dpa-infocom, dpa:210323-99-939404/3


Verfasser: dpa-infocom GmbH

KEYWORDS

TEILEN


Das könnte Sie auch interessieren
Grundsätzlich können Arbeitnehmer die Kosten für den Weg zur Arbeit über die sogenannte Penderpauschale steuerlich geltend machen. Das kann auch für Taxi-Fahrten gelten. Foto: Jens Wolf/dpa-Zentralbild/dpa/Illustration Taxifahrten zur Arbeit können steuerlich absetzbar sein Ein Taxi ist aus Sicht des Steuerrechts ebenso ein öffentliches Verkehrsmittel wie Bus und Bahn. Daher können die Kosten für Taxifahrten zur Arbeit sich auch steuerlich auswirken.
Garagenkosten für Dienstwagen: Können Arbeitnehmer die Kosten auch steuerlich geltend machen?. Foto: Oliver Berg/dpa Lassen sich Garagenkosten für Dienstwagen geltend machen? Manch ein Arbeitnehmer parkt seinen Dienstwagen in einer Garage. Doch kann man die Kosten für die Garage auch steuerlich geltend machen? Diese Frage muss jetzt der Bundesfinanzhof entscheiden.
Viele Arbeitnehmer verwenden auch im privaten Bereich ein Firmenauto. Foto: Jan Woitas Wie der privat genutzte Firmenwagen versteuert wird Viele Beschäftigte dürfen ihren Firmenwagen auch privat nutzen. In diesem Fall werden Steuern fällig. Auch wenn es aufwendig ist: Ein Fahrtenbuch kann sich am Ende auszahlen.
Was kann alles in der Steuererklärung angegeben werden?. Foto: Christin Klose/dpa-tmn Unterhaltskosten für Schwester steuerlich absetzbar Werden Lebenshaltungskosten für Familienmitglieder übernommen, damit diese in Deutschland geduldet werden, können diese als steuermindernd abgesetzt werden. Das entschied das Finanzgericht Köln.