Arbeitgeber kann Kinderbetreuung bezuschussen

27.04.2020
Die Corona-Pandemie ist für viele Familien eine Herausforderung. Denn Eltern müssen Arbeit und Kinderbetreuung oft gleichzeitig organisieren. Arbeitgeber können hier zumindest finanziell helfen.
Wegen der Corona-Krise sind die Kitas geschlossen - Arbeitgeber können Eltern daher für beruflich bedingten Betreuungsbedarf finanziell unterstützen. Foto: Uwe Anspach/dpa/dpa-tmn
Wegen der Corona-Krise sind die Kitas geschlossen - Arbeitgeber können Eltern daher für beruflich bedingten Betreuungsbedarf finanziell unterstützen. Foto: Uwe Anspach/dpa/dpa-tmn

Berlin (dpa/tmn) - Arbeitgeber können ihren Beschäftigten bei der Kinderbetreuung finanziell unter die Arme greifen. Sie können einen Betrag von bis zu 600 Euro im Kalenderjahr für zusätzlichen und kurzfristig zu organisierenden beruflich bedingten Betreuungsbedarf für Kinder unter 14 Jahren auszahlen.

«In der aktuellen Zeit wird das Vorliegen eines zusätzlichen Betreuungsbedarfes unterstellt, wenn der Arbeitnehmer aufgrund der Corona-Krise zu außergewöhnlichen Dienstzeiten arbeitet oder die Regelbetreuung der Kinder wegen Schul- und Kitaschließungen weggefallen ist», erklärt Uwe Rauhöft vom Bundesverband Lohnsteuerhilfevereine in Berlin.

Voraussetzung für die Steuerfreiheit der Zahlung ist außerdem, dass die Betreuung kurzfristig zu organisieren ist, was während der Corona-Krise ebenfalls als gegeben angesehen wird. Auch muss der Betrag zusätzlich zum normalen Arbeitslohn gezahlt werden.

«Zu beachten ist aber, dass diese 600 Euro kein pauschaler Betrag sind, sondern dass der Arbeitnehmer tatsächlich Aufwendungen in dieser Höhe für die kurzfristige Kinderbetreuung hatte», erläutert Rauhöft. Der Betrag darf auch steuerfrei gezahlt werden, wenn es um vergleichbare kurzfristige und berufsbedingte Betreuung von pflegebedürftigen Angehörigen geht.


Verfasser: dpa-infocom GmbH

KEYWORDS

TEILEN


Das könnte Sie auch interessieren
Wegen der Corona-Krise mussten Rehabilitationen teilweise verschoben werden - jetzt können sie für einen späteren Zeitpunkt vereinfacht beantragt werden. Foto: Christin Klose/dpa-tmn Neuer Kurzantrag für abgesagte Reha möglich
Wer wegen der Corona-Krise in finanzielle Schwierigkeiten geraten ist, kann zumindest Steuererleichterungen beantragen. Foto: Benjamin Nolte/dpa-tmn Vorauszahlungen zur Einkommensteuer sind reduzierbar Die Corona-Krise hat bei vielen für finanzielle Engpässe gesorgt. Die laufenden Ausgaben fallen weiterhin an. Bei Forderungen des Finanzamtes gibt es aber Erleichterungen.
Wer Corona-Soforthilfe bekommt, muss damit keine alten Schulden begleichen. Das Geld ist dazu bestimmt, aktuelle finanzielle Engpässe zu überbrücken. Foto: Robert Michael/dpa-Zentralbild/dpa-tmn Corona-Soforthilfe ist nicht pfändbar Wer Corona-Soforthilfe bekommen hat, muss mit dem Geld nicht automatisch alte Schulden begleichen. Denn die Mittel sollen nach einem aktuellen Urteil nur für aktuelle Engpässe eingesetzt werden.
Wer kein eigenes Arbeitszimmer in der Wohnung hat, kann nur Ausstattungskosten für das Heimbüro steuerlich geltend machen. Foto: Daniel Naupold/dpa/dpa-tmn So setzen Arbeitnehmer die Kosten ab Homeoffice statt Arbeitsstätte: Die Arbeit zuhause ist oder war für viele Beschäftigte in der Corona-Pandemie gelebte Realität. Aber was ist mit den Kosten? Lassen die sich absetzen?