Anleger setzen am liebsten auf Sicherheit

25.06.2019
Geht es um Geldanlage, setzen die meisten Deutschen auf Sicherheit. Trotz niedriger Zinsen legen viele ihr Geld bei den Banken an. Das muss kein Fehler sein. Denn es kommt darauf an, was man braucht.
Wenn es ums Sparen geht, legen viele ihr Geld immer noch am liebsten bei den Banken an. Foto: Andrea Warnecke
Wenn es ums Sparen geht, legen viele ihr Geld immer noch am liebsten bei den Banken an. Foto: Andrea Warnecke

Berlin, (dpa/tmn) - Bankeinlagen bleiben die beliebteste Sparform in Deutschland. Im vergangenen Jahr verfügten die Bundesbürger insgesamt über fast 140 Milliarden Euro auf ihren Konten oder an Bargeld.

Im Vergleich zu 2017 ist das ein Anstieg um rund 33 Milliarden Euro, erklärt der Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR) in einer aktuellen Studie.

In Versicherungen flossen 71,4 Milliarden Euro. Das waren etwa 17 Milliarden Euro weniger als 2017. Die Geldanlage in Wertpapieren ging 2018 um etwa 8 Milliarden auf 50,1 Milliarden Euro zurück. Besonders beliebt waren dabei abermals Investmentfonds und Aktien.

«Geld trotz niedriger Zinsen auf dem Konto zu parken, kann durchaus sinnvoll sein», erklärt Niels Nauhauser, Finanzexperte der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg. «Zum Beispiel, wenn man eine Immobilie kaufen oder renovieren will.» Auch Bargeld zu Hause zu haben, ist nicht immer ein Fehler. Zum Beispiel, weil es kaum Geldautomaten in der Nähe gibt. «Bei der Geldanlage kommt es immer auf die eigenen Bedürfnisse an.»

Nauhauser sagt aber auch: «Wer langfristig Vermögen aufbauen will, sollte es nicht zu niedrigen Zinsen bei der Bank anlegen.» Hier kann es sich lohnen, einen Teil der Ersparnisse in Aktien oder Aktienfonds anzulegen. Dabei gilt allerdings: Je mehr Zeit Anleger haben, desto geringer ist das Verlustrisiko.

Laut Berechnungen des Deutschen Aktieninstituts (DAI) lagen die jährlichen Renditen für einen Anlagezeitraum von 20 Jahren in der Vergangenheit allein beim Deutschen Aktienindex Dax im Schnitt bei rund 9 Prozent.

Verluste mussten die Anleger über solche Zeiträume nicht fürchten. Selbst im schlechtesten erfassten 20-Jahre-Zeitraum lag die jährliche Rendite bei fast 6 Prozent. Das heißt: Wer dabei blieb, konnte zum Beispiel das Platzen der Immobilienblase oder auch die Kurseinbrüche am sogenannten Neuen Markt zu Anfang der 2000er Jahre überstehen. «Dafür muss man aber auch das Nervenkostüm haben», sagt Nauhauser.

Studie des BVR

Renditedreieck des DAI


Verfasser: dpa-infocom GmbH

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