Zuverlässigkeit aus Rentnerhand - Der BMW X1 als Gebrauchter

05.02.2019
Er ist kleiner als die meisten anderen Kompakt-SUV, dafür überzeugt der BWM X1 in Sachen Haltbarkeit und Langzeitqualität. Was kann der X1 als Gebrauchtwagen? Ein Check:
Mit weißer Weste auf weißem Terrain: Der BMW X1 erweist sich oft als guter Gebrauchtkauf. Foto: BMW AG
Mit weißer Weste auf weißem Terrain: Der BMW X1 erweist sich oft als guter Gebrauchtkauf. Foto: BMW AG

Berlin (dpa/tmn) - Der X1 ist das kleinste SUV von BMW. Aufgrund des handlichen Formats, das kaum als familientauglich durchgeht und der erhöhten Sitzposition ist es vor allem bei betagterer Kundschaft beliebt.

Auch die vergleichsweise geringe Laufleistungen deuten auf diese Zielgruppe hin. Dass der X1 so gesehen eine «Rentnerkutsche» ist, hat auch für Gebrauchtkunden so seine Vorteile. Denn ältere Halter neigen dazu, ihr Auto pfleglich zu behandeln.

«Er benutzt die gleiche Technik wie 1er und 3er, schneidet bei der HU aber deutlich besser ab», resümiert der «Auto Bild Tüv Report 2019». Das bedeutet: Es gibt kaum eine Baugruppe mit der das Kompakt-SUV schlecht dasteht. Allenfalls die Feststellbremse bereitet den Haltern Probleme, was spätestens bei der Hauptuntersuchung (HU) auffällt. Leicht überdurchschnittlich werden beim ersten Termin Fehlfunktionen an der vorderen Beleuchtung festgestellt. Ansonsten bereiten selbst typische SUV-Krankheiten wie Spiel an Traggelenken und Lenkung oder Verschleiß an der Bremsanlage X1-Fahrern fast nie Sorgen.

Beim ADAC sorgt das 4,45 Meter lange SUV, das auch ohne Allradantrieb bestellt werden konnte, kaum für Ärger. In der Clubstatistik zum Pannenverhalten heißt es: «Der X1 gehört in allen Jahren zu den besten Modellen.» Für den einzigen Fleck auf der weißen Weste sorgen als typische Marotte Defekte an der Abgasrückführung bei Autos von 2012 und 2013. Aber das war’s dann schon.

Als kleinstes X-Modell bei BMW und als viertes im Bunde kam der X1 2009 in den Handel. 13 Zentimeter kürzer als der damals nächstgrößere Bruder X3, vor allem aber günstiger im Preis, erschloss BMW mit ihm eine größere Kundschaft im boomenden SUV-Segment. Das erste Facelift von 2012 brachte dem Wagen optische Maßnahmen an der Karosserie, neue Motoren und erweiterte Infotainment- und Online-Funktionen.

2015 rollte die zweite Modellgeneration mit der Option auf viele neue Assistenzsysteme oder LED-Scheinwerfern auf einer neuen Plattform zu den Händlern. Diese bedeutete für Kunden, die auf Allradantrieb verzichteten, den Abschied vom Heckantrieb, aber auch ein von 420 auf 505 Liter gewachsenes Kofferraumvolumen.

Die neue Motorenpalette tilgte die Sechszylinder-Benziner, dafür brachte BMW erstmals Dreizylinder unter die Haube. Als Benziner leisten sie im sDrive 18i 100 kW/136 PS und 103 kW/140 PS. Der einzige Diesel mit drei Brennkammern kommt auf 85 kW/116 PS. Ansonsten sie, darunter der einst sehr populäre Zweiliter, je nach Generation und Ausführung bis zu 170 kW/231 PS ab. Die Vier- und Sechszylinder-Benziner entfachen 110 kW/150 PS bis 225 kW/306 PS.

Auf dem Gebrauchtwagenmarkt unterliegen die Diesel derzeit einem Preisverfall. So müssen für einen X1 xDrive 18d mit 110 kW/149 PS von 2015 laut Eintrag im «DAT Marktspiegel» der Deutschen Automobil Treuhand je nach Ausstattung mindestens 19.300 Euro eingeplant werden - bei 65.000 Kilometern Laufleistung. Ein gleich alter xDrive 25i mit 170 kW/231 PS ist mit mindestens 25.200 Euro und 54.000 Kilometern vermerkt, ein X1 20i sDrive der Vorgängergeneration mit 135 kW/184 PS von 2011 mit 11.500 Euro und 104.000 Kilometern. Für das Allradmodell fallen dem Marktspiegel zufolge 750 Euro mehr an.


Verfasser: dpa-infocom GmbH

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