Zähne zeigen! Was bei Fahrrad-Schaltungen zählt

08.04.2016
7, 12, 18 oder 24 Gänge? Die Frage stellt sich mancher Radler. Aber die Zahl der Gänge ist längst nicht alles bei einer Fahrradschaltung. Auch wichtig sind Übersetzungsbandbreite, Abstufung - und Zähne.
Fahrradfahrer sollten bei der Schaltung auf die Übersetzungsbandbreite achten. Welche Bandbreite optimal ist, hängt davon ab, wo man mit dem Fahrrad unterwegs ist. Foto: Frank May
Fahrradfahrer sollten bei der Schaltung auf die Übersetzungsbandbreite achten. Welche Bandbreite optimal ist, hängt davon ab, wo man mit dem Fahrrad unterwegs ist. Foto: Frank May

Göttingen (dpa/tmn) - Bei Fahrradschaltungen kommt es nicht allein auf die Zahl der Gänge an. Mindestens ebenso wichtig sind Kriterien wie Übersetzungsbandbreite und Abstufung.

«Die Übersetzungsbandbreite gibt den Unterschied zwischen kleinsten und größtem Gang an», erklärt Heiko Truppel vom Pressedienst Fahrrad (pd-f). Sie liegt in der Regel im dreistelligen Bereich und wird in Prozent angegeben. Beträgt der Wert 500 Prozent, dann legt das Fahrrad im größten Gang mit einer Kurbelumdrehung fünfmal mehr Weg zurück als im kleinsten Gang.

Je größer die Bandbreite, desto größer ist das Variationsspektrum beim Treten. Wer bei schnellen Geschwindigkeiten noch in die Pedale gehen will, aber auch am Berg leichte Gänge braucht, sollte möglichst auf eine hohe Übersetzungsbandbreite achten. Ist man nur in flachen Gebieten unterwegs, könnte auch eine geringere Bandbreite genügen.

Eine Sieben-Gang-Schaltung, wie sie Citybikes oft besitzen, hat zum Beispiel meist um die 300 Prozent Übersetzung, sagt Truppel. Dieser Wert wird Radlern in hügeligen Gegenden nicht unbedingt ausreichen. «Dort braucht es mehr.» Da sind eher 500 Prozent oder mehr angeraten, sagt der Fachmann. Damit kommt man die Steigungen in kleinen Gängen hoch und kann die Abfahrten in großen Gängen fahren.

Ebenso wichtig ist die Zähne-Anzahl der Kettenblätter. Sie ist maßgeblich für die Größe der Übersetzung einzelner Gänge. Ein großes Kettenblatt mit vielen Zähnen vorne und ein kleines Ritzel mit wenig Zähnen hinten ist zum Beispiel entscheidend, wenn man im größten Gang mit einer Kurbelumdrehung möglichst viel Strecke machen will.

Umgekehrt gilt: Je weniger Zähne das kleinste Kettenblatt vorne und je mehr Zähne das größte Ritzel hinten hat, desto leichter fährt sich das Fahrrad im kleinsten Gang.

Die Zahl der Gänge und die Übersetzungsbandbreite sind die entscheidenden Parameter für die Abstufung der Gangschaltung. «Sie beschreibt die Sprünge zwischen den einzelnen Gängen», sagt Truppel. So macht es zum Beispiel einen großen Unterschied, ob zwei Fahrräder mit gleicher Übersetzungsbandbreite 12 oder 18 Gänge haben. «Bei 12 Gängen werden die Sprünge spürbarer sein.» Das heißt, wer einen Gang hoch- oder herunterschaltet, wird merklich mehr oder weniger Kraft zum Treten brauchen. Darauf legen laut Truppel etwa viele Mountainbiker wert. Wer lange Touren mit schwerem Gepäck fährt, wird dagegen eher eine feine Abstufung wollen, sagt er. «Da sind kleine Gangsprünge angenehmer.»


Verfasser: dpa-infocom GmbH

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