Wo ist der sicherste Platz für Kinder im Auto?

24.09.2019
Auf welchen Plätzen Kinder im Auto am sichersten mitfahren, ist gar nicht so einfach zu beantworten - aber für die Sicherheit der Kinder sind noch weitere Aspekte wichtig.
Das Kind sollte immer dem Alter und der Größe entsprechend in einem geeigneten Kindersitz sitzen. Foto: Nicolas Armer/dpa
Das Kind sollte immer dem Alter und der Größe entsprechend in einem geeigneten Kindersitz sitzen. Foto: Nicolas Armer/dpa

Stuttgart (dpa/tmn) - Wo Kinder am sichersten im Auto mitfahren, lässt sich gar nicht so einfach beantworten. «Das hängt davon ab, (...) welches Unfallszenario vorliegt, um was für ein Fahrzeug es sich handelt und wie groß, alt und schwer das Kind ist», äußert sich Dekra-Unfallforscher Markus Egelhaaf.

Tendenziell sei die Rückbank hinter dem Beifahrer noch die sicherste Option von allen, erläutert Dekra. Die rechte Seite habe zudem den großen Vorteil, dass sie weg vom Verkehr zum Gehweg gerichtet ist.

Sowohl beim Ein- und Aussteigen als auch beim Sichern werden die Gefahren durch den fließenden Verkehr so minimiert, ein korrektes Sichern ist auf den außen liegenden Sitzplätzen ohne große Verrenkungen möglich. Auf diesen Plätzen sind zudem in aller Regel die Isofix-Halterungen montiert, die eine richtige Montage der Kindersitze deutlich vereinfachen, erläutern die Experten.

Es gibt weitere wichtigere Aspekte für die Sicherheit

«Am allerwichtigsten ist auf jeden Fall, dass das Kind dem Alter und der Größe entsprechend in einem geeigneten Kindersitz oder auf einer Sitzerhöhung sitzt und richtig gesichert ist», so Egelhaaf. Dies gelte für jede Fahrt - und zwar unabhängig von Fahrstrecke oder Zeitdruck. Mindestens genauso wichtig sei aber auch ein verantwortungsbewusstes und defensives Verhalten der fahrenden Person. «Das trägt noch mehr zur Sicherheit bei als die Wahl des Sitzplatzes», so der Unfallforscher.

Das Problem: Ist das Kind nicht richtig gesichert, kann es bereits beim starken Bremsen und erst recht bei einer Kollision im Auto herumgeschleudert werden. Dann drohen schwere Verletzungen wie etwa die Stauchung der Wirbelsäule oder schwere Schädel-Hirn-Traumata.

Ist das Kind zu locker im Sitz gesichert oder hat dieser nicht die richtige Größe, entstehen bei einem Unfall unter Umständen massive Beugungen und Überstreckungen der Halswirbelsäule.


Verfasser: dpa-infocom GmbH

KEYWORDS

TEILEN


Das könnte Sie auch interessieren
Kein Risiko eingehen: Für die Bedienung des Navis rechts ran fahren und anhalten. Jede noch so kleine Ablenkung kann im Straßenverkehr gravierende Folgen haben. Foto: Christin Klose So kommen Auto- und Motorradfahrer sicher ans Ziel Ob auf dem Motorrad oder im Auto - im Straßenverkehr heißt es immer: Augen auf und wachsam sein. Doch nicht selten sind es die Verkehrsteilnehmer selbst, die sich in brenzlige Situationen bringen - und sie vermeiden können.
Der ADAC mahnt, ein Wohnmobil gut und sicher zu packen. Foto: Andreas Gebert Laden, wiegen, fahren: Sicher im Wohnmobil unterwegs Überladung von Wohnmobilen ist eine häufige Ursache von schweren Unfällen. Doch wie belädt man die Freizeitfahrzeuge richtig?
Nicht vergessen: Fährt ein Kind in der Babyschale auf dem Beifahrersitz mit, muss der Airbag dort aus Sicherheitsgründen abgeschaltet sein. Foto: Andrea Warnecke Fehler bei Autokindersitzen vermeiden Kindersitz ist nicht gleich Kindersitz, anschnallen ist nicht gleich anschnallen: Das Thema Autofahren und Nachwuchs kann ganz schön kompliziert sein - und damit Eltern zu Fehlern verleiten. Sieben typische Fehler und wie man es richtig macht.
Baby an Bord: Babyschalen werden immer entgegen der Fahrtrichtung fixiert, teilt die Unfallforschung der Versicherer (UDV) mit, die bei vielen Autofahrern generell falsch befestigte Kindersitze beobachtet hat. Foto: Silvia Marks Bei Kindersitzen im Auto penibel auf Gurtführung achten Kinder bis einschließlich elf Jahre dürfen in Deutschland nur in einem geeigneten Kindersitz im Auto mitfahren. Doch bei deren Befestigung können Autofahrer viel falsch machen. Wie es richtig geht, erklärt Unfallforscher Siegfried Brockmann.