Wie weit reicht das Handyverbot im Auto?

29.05.2020
Wer am Steuer sein Handy oder elektronische Kommunikationsgeräte in die Hand nimmt, riskiert Bußgelder, Punkte, Fahrverbote. Doch was ist mit einer Powerbank?
Ein Mann sitzt in einem Auto am Steuer und hält ein Smartphone in der Hand (gestellte Szene). Foto: Monika Skolimowska/dpa
Ein Mann sitzt in einem Auto am Steuer und hält ein Smartphone in der Hand (gestellte Szene). Foto: Monika Skolimowska/dpa

Hamm (dpa/tmn) - Elektronische Geräte, die der Kommunikation, Information oder Organisation dienen, dürfen Autofahrer nicht während der Fahrt in die Hand nehmen. Per Handy zu telefonieren ist zum Beispiel nur mit Freisprechanlage erlaubt.

Doch eine Powerbank, eine Art Nachlade-Akku, dürfen Autofahrer während der Fahrt anschließen. Das zeigt eine Entscheidung des Oberlandesgerichts (OLG) Hamm, über das die Arbeitsgemeinschaft Verkehrsrecht des Deutschen Anwaltvereins (DAV) berichtet (Az.: 4 RBs 92/19).

Im Fall ging es um einen Autofahrer, der sein Handy über eine Freisprechanlage zum Telefonieren nutzte. Am Handy war zudem bereits ein Ladekabel angeschlossen. Der Mann nahm Ladekabel und Powerbank in die Hand, um sie zu verbinden. Das Amtsgericht verurteilte ihn wegen «vorsätzlicher verbotswidriger Benutzung eines Mobiltelefons als Kraftfahrzeugführer» zu 180 Euro Bußgeld.

Die Richter am OLG hoben die Entscheidung auf. Denn in ihren Augen sind weder Powerbank noch Ladekabel isoliert betrachtet elektronische Geräte. Stattdessen dienen sie dazu, andere Geräte mit Energie zu versorgen. Zudem geht demnach von ihrer Nutzung keine vergleichbare Ablenkung hervor, anders etwa als bei einem Handy mit Touchscreen.

© dpa-infocom, dpa:200528-99-221938/2

Arbeitsgemeinschaft Verkehrsrecht


Verfasser: dpa-infocom GmbH

KEYWORDS

TEILEN


Das könnte Sie auch interessieren
Blitz mit Sternenhimmel: Für den Opel Adam Jam lässt sich ein illuminierter Dachhimmel ordern. Foto:Gerhard Graef/GM Media Von Soundgenerator bis Sternenhimmel: Skurriles Auto-Zubehör Motorsound aus dem Zigarettenanzünder und ein Picknick-Extra für den Preis eines Kompakt-SUVs: Die Welt des Auto-Zubehörhandels ist bunt und manchmal teuer. Erlaubt ist alles, was gefällt, außer wenn es gefährlich wird.
Pflicht zum Licht: Eine Lichtanlage müssen alle Radler parat haben, wenn sie am Straßenverkehr teilnehmen wollen. Foto: Tobias Hase/dpa-tmn So können Sie das Licht am Fahrrad verbessern Heulende Felgendynamos und flackernde Birnchen sind passé. Besseres Licht am Fahrrad bringt größere Sicherheit. Was ist heute Stand der Lichttechnik und an welches Licht kann nachgerüstet werden?
Unterwegs einen Text tippen und ins Büro schicken? Mit der richtigen Ausstattung funktioniert mobiles Arbeiten auch im Auto. Foto: Alexander Heinl/dpa-tmn So wird das Auto zum mobilen Büro Die Corona-Krise versetzt viele ins Homeoffice. Das kann sich bei Bedarf auch im Auto befinden. So machen Sie Ihren Wagen zum mobilen Büro.
Groß, größer, am größten: Mit einer Länge von 5,21, einer Breite von 1,96 und einer Höhe von 1,82 Metern ist der GLS ein wahrer Riese unter den SUVs. Foto: Mercedes/dpa-infocom Das ergibt eine Probefahrt mit dem neuen Mercedes GLS Mercedes rüstet auf bei seinen Geländewagen: Wenn im Herbst der neue GLS startet, wird Daimlers Super-SUV noch stattlicher, noch schicker, noch stärker und noch praktischer. Was ihm jetzt noch zu Bentley Bentayga & Co fehlt, soll bald der erste Offroad-Maybach richten.