Wer beim Unfall mit Einsatzfahrzeug haftet

11.06.2021
Einsatzfahrzeugen etwa von Polizei oder Feuerwehr werden in bestimmten Situationen Sonderrechte eingeräumt - alle müssen vorsichtig sein. Doch wer haftet, wenn’s trotzdem knallt?
Es ist Ernst: Befinden sich Rettungswagen und Co. mit Blaulicht und Sirene im Einsatzmodus, geht es nicht selten um Leben und Tod. Foto: Sebastian Gollnow/dpa/dpa-tmn
Es ist Ernst: Befinden sich Rettungswagen und Co. mit Blaulicht und Sirene im Einsatzmodus, geht es nicht selten um Leben und Tod. Foto: Sebastian Gollnow/dpa/dpa-tmn

Berlin (dpa/tmn) - Setzen Einsatzfahrzeuge Blaulicht und Sirene zusammen ein, haben sie Sonderrechte auf der Straße. Ihnen ist dann zum Beispiel Vorfahrt zu gewähren, informiert der Auto Club Europa (ACE) mit Verweis auf die Straßenverkehrsordnung (StVO). Wird keines oder nur eines der zwei Signale verwendet, gelten keine Sonderrechte.

Kommt es bei einem solchen Einsatz zu einem Unfall, ist aber nicht automatisch der Unfallgegner schuld. Das wird laut ACE immer individuell entschieden. Allerdings liegt die Beweislast in der Regel beim Fahrer vom zivilen Fahrzeug. Entsteht beispielsweise beim reinen Ausweichen ein Schaden am eigenen Auto, werde geprüft, ob es nicht auch eine Möglichkeit gegeben hätte, das ohne Unfall hinzubekommen.

Wer durch unachtsames Ausweichen ein anderes Fahrzeug beschädigt, dürfte in der Regel haftbar gemacht werden. Alle Verkehrsteilnehmenden seien aufgefordert, Einsatzfahrzeugen besonders vorsichtig auszuweichen. Stoßen dagegen zwei Ausweichende zusammen, dürfte die Schuld in der Regel hälftig geteilt werden, so der ACE.

Dennoch: Trotzdem Fahrerinnen von Einsatzfahrzeugen teils von der StVO befreit sind, unterliegen sie einer gesonderten Sorgfaltspflicht. Auch im Notfall müssten Schädigungen anderer im Verkehr vermieden werden. Passiert ein Rettungswagen beispielsweise unvorsichtig die Kreuzung, kann dessen Fahrer haftbar gemacht werden, weil er den Unfall verschuldet hat, so der ACE.

© dpa-infocom, dpa:210611-99-951023/2


Verfasser: dpa-infocom GmbH

KEYWORDS

TEILEN


Das könnte Sie auch interessieren
Ausnahmesituation: Passiert ein Unfall, können schnell Hektik und Unsicherheiten aufkommen. Doch die Rettungskräfte brauchen möglichst präzise Angaben, um schnell und optimal vorbereitet zur Unfallstelle zu kommen. Foto: Benjamin Nolte/dpa-tmn Sichern und helfen: Richtiges Verhalten am Unfallort Bei einem Unfall ist rasche Hilfe oft lebenswichtig. Jeder Autofahrer kann dabei an eine Unfallstelle kommen und als Ersthelfer gefordert sein. Was vom Absichern bis zur Ersten Hilfe zu tun ist.
Nur wenn andere Mittel nicht zur Verfügung stehenn, darf bei Notstandslagen mit überhöhter Geschwindigkeit gefahren werden. Foto: Wolfgang Kumm/dpa Tempoverstoß bleibt nicht immer straffrei Bei Schwerkranken kann jede Sekunde zählen. Wer im Notfall in einem Privatauto Kranke fährt, darf daher unter Umständen zwar schneller sein als erlaubt - eine Bedingung muss dafür aber erfüllt sein.
Durch Systeme wie Apple CarPlay, Android Auto oder MirrorLink gelangen viele Funktionen des Smartphones bequem ins Auto. Foto: Zacharie Scheurer/dpa-tmn Immer in Verbindung für Komfort und Sicherheit Kaum etwas verändert die Autos derzeit so stark wie die digitale Vernetzung. Sie bietet Autofahrern, Händlern und Werkstätten neue Möglichkeiten - von Unterhaltung bis zum Werkstattservice.
Die wichtigen Schritte zur Ersten Hilfe bei einem Verkehrsunfall mit Verletzten bleiben auch in Zeiten von Corona gleich. Foto: Markus Scholz/dpa-tmn Pflicht zur Ersten Hilfe: So helfen Sie sicher trotz Corona Alle im Straßenverkehr sind verpflichtet, bei einem Unfall Erste Hilfe zu leisten. Daran ändert auch die Corona-Epidemie nichts. Doch wie bringt man sich selbst nicht unnötig in Gefahr?