Was Sie beim Kauf von gebrauchten Sportwagen beachten müssen

16.11.2021
Sportwagen sind für viele immer noch ein Traum. Mit einem Gebrauchten kann er mit weniger Geld wahr werden. Schnittige Karossen und viel Leistung garantieren Fahrspaß. Garantieren? Nicht immer.
Richtige Sportwagen wie etwa ein Porsche sind nicht billig, als Gebrauchtwagen werden sie greifbarer. Foto: Julian Stratenschulte/dpa/dpa-tmn
Richtige Sportwagen wie etwa ein Porsche sind nicht billig, als Gebrauchtwagen werden sie greifbarer. Foto: Julian Stratenschulte/dpa/dpa-tmn

Köln/Hamburg (dpa/tmn) - Direkte Lenkung, straffes Fahrwerk und ausreichend Leistung: Für Autofans bieten Sportwagen die optimale Kombination aus allem. Leider sind sie aber teuer in der Anschaffung.

Ein neuer Porsche 718 Cayman kostet über 56.000 Euro, ebenso wie ein BMW M2. Selbst ein VW Golf GTI kostet mindestens 37.055 Euro, auch wenn es sich bei dem Auto eher um einen sportlichen Kompakten als um einen Sportwagen handelt. Bei kleiner Geldbörse hilft da nur ein Blick auf den Gebrauchtwagenmarkt. Lohnt sich das?

Ein guter Zeitpunkt, einen gebrauchten Sportwagen zu kaufen, liegt bei einem Fahrzeugalter zwischen 13 und 17 Jahren. Meist stecken die Autos in der Talsohle, sind für den Gebrauchtwagenmarkt zu alt und für Oldtimerfreunde zu jung. «Händler geben zudem keine Garantie auf die Autos», sagt Frank Wilke vom Marktbeobachter Classic Analytics. Das spiegele sich in einem günstigen Preis wider. «Nach spätestens 17 Jahren steigen Sportwagen im Wert, Marken wie BMW und Porsche schneller, andere Marken langsamer. Aber auch sie steigen», sagt er.

Wilde Farbkombinationen - manche sagen Finger weg

Massenfahrzeuge kosten weniger als Exoten. Ersatzteile gibt es günstiger, und der Unterhalt liegt meist niedriger als der von teuren Autos. Als Kombination mit Wertsteigerungspotenzial sieht er klassische Farbkombinationen wie silberne Lackierung und innen schwarzes Leder, bei Sportwagen aber auch Rot.

Vor außergewöhnlichen Kombinationen sollten Interessenten besser die Finger lassen. «Ihr Wiederverkaufswert ist oft schlecht, auch wenn das der Verkäufer anders anpreist», sagt Wilke. Autos mit manuellem Getriebe erwiesen sich zudem wertstabiler oder stiegen im Wert, weil es die ursprüngliche Art und Weise des Fahrens ist.

Welche Modelle geschätzt werden

Zu beliebten Sportwagen zählt Frank Wilke unter anderem Audi TT, BMW M3 E90, Chevrolet Camaro, Chevrolet Corvette, Ford Mustang, Nissan 350Z, Peugeot RCZ, Porsche Cayman und Toyota Celica.

Sein Tipp: Der erste Porsche Cayman ab 2005, der etwas später als der offene Boxster auf den Markt kam und weniger Kinderkrankheiten hatte. Mit 245 PS hätte der Cayman zwar aus heutiger Sicht nicht so viel Leistung, fahre sich aber im Vergleich zum teureren 911 aus dem gleichen Jahr quirliger und flotter. Gepflegte Modelle kosten rund 20 000 Euro.

Malte Tom Büttner rät, unbedingt auf den Vorbesitzer zu achten. Dazu gehören für ihn das Auftreten des Vorbesitzers, das Alter und seine Einstellung zur Fahrzeugpflege. «Daran lässt sich häufig erkennen, wie das Auto eingesetzt und wie damit umgegangen wurde», sagt der Gebrauchtwagen-Experte der Zeitschrift «Auto Bild». Als interessante gebrauchte Sportwagen um die 20 000 Euro nennt er trotz momentaner Gebrauchtwagen-Hochpreisphase unter anderem Nissan 350Z, Porsche Cayman oder ein BMW 1er Coupé.

«Diese Autos haben ausreichend Kraft, sind noch bezahlbar und bereiten richtig viel Fahrfreude», sagt er. Auch Mercedes SLK und Mazda MX-5 sollte man ins Auge fassen, auch wenn es sich dabei um Roadster handelt. «Beide Modelle fahren toll und sind zuverlässig, dazu im Sommer noch luftig offen», sagt er.

Weniger Folgekosten und weniger Emotionen?

Folgekosten bei Sportwagen kann seiner Meinung nach nur reduzieren, wer Autos ohne Reparaturstau kauft. Bei einer auf die Marke oder das Modell spezialisierten freien Werkstatt liegen zudem meist die Stundenlöhne geringer als bei einer Markenwerkstatt. «Je simpler und schwächer das Modell ist, desto günstiger fallen auch Teile, Wartung und Versicherungen aus. Allerdings bleiben dann auch Emotionen beim Fahren auf der Strecke», sagt er.

Damit der Kauf eines Fahrzeugs nicht direkt zu einer großen Enttäuschung führt, rät Thorsten Rechtien vom Tüv Rheinland bei der Fahrzeugbesichtigung zur ausführlichen Kontrolle von Fahrwerk, Motor und Getriebe. «Bei besonders sportlicher Fahrweise verschleißen die Reifen schnell, daher sollten Interessenten den Zustand wie Profiltiefe und Laufbild genau untersuchen», sagt er. Auch Gelenke und Bremsen leiden unter starker Beanspruchung. Ausgeschlagene Gelenke erkenne der Fachmann aber schnell, deshalb sollten Interessenten einen aufsuchen.

© dpa-infocom, dpa:211115-99-07144/3


Verfasser: dpa-infocom GmbH

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