VW Touran I schneidet beim Tüv-Report durchsschnittlich ab

26.03.2019
Sein großzügiger Innenraum macht ihn zum idealen Auto für Familien. Nur entsspricht seine Diesel-Technik heute nicht mehr der geforderten Euro-Norm. Was sagen Tüv-Report und Pannenstatistik über das Fahrzeug aus?
Kompaktvan: Der VW Touran ging auch als Erdgasversion Ecofuel an den Start. Foto: Volkswagen AG/dpa-tmn
Kompaktvan: Der VW Touran ging auch als Erdgasversion Ecofuel an den Start. Foto: Volkswagen AG/dpa-tmn

Berlin (dpa/tmn) – Der VW Touran ist einer der meistverkauften Kompaktvans Deutschlands. Als optionaler Siebensitzer eignet er sich auch für Großfamilien – allerdings nur, wenn es nicht unbedingt in den Urlaub gehen soll. Denn sind die beiden Sitze im Heck aufgeklappt, ist nicht mehr viel Platz für Gepäck.

Das Angebot auf dem Gebrauchtwagenmarkt ist groß. Interessanten sollten die Fahrzeuge auf Herz und Nieren prüfen lassen, denn der Touran I leistet sich viele Probleme und Patzer.

Modellhistorie: 2003 schickte VW seinen Konkurrenten von Autos wie Opel Zafira oder Renault Scénic ins Rennen der Kompaktvans. Modellpflegen gab es 2006 und 2010, wobei die zweite fast einem Generationswechsel gleichkam – gemessen an den grundlegenden Änderungen des Außendesigns im Stil des Sharan II. Bis 2010 war der Diesel-Rußpartikelfilter nicht Serie. Dafür gab es von Anfang an serienmäßig mit ESP und neun Airbags. 2015 kam der Touran II.

Abmessungen: 4,39 m bis 4,41 m x 1,79 m bis 1,80 m x 1,62 m bis 1,68 m (LxBxH); Kofferraumvolumen: 592 l bis 1989 l.

Karosserievarianten: Der Touran I wurde ausschließlich als Fünftürer gebaut. Allerdings kam 2007 die Cross Touran genannte Version mit mehr Bodenfreiheit und Kunststoffbeplankung auf den Markt.

Stärken: Viel Platz. Denn der Stauraum genügt, um auch mal ein Kinderfahrrad einzuladen, ohne dass Sitze umgelegt werden müssen. Das Fahrwerk ist straff abgestimmt, was die Familienkutsche in Verbindung mit den stärkeren Motoren sogar ein bisschen sportlich macht. Mit der Erdgasversion lässt sich das Öko-Gewissen besänftigen.

Schwächen: Die Dieselkrise traf auch den Touran. Betroffen sind Baujahre ab 2010. Bei der Hauptuntersuchung (HU) schwächeln Fahrwerkskomponenten. Beanstandungen an Federn und Dämpfern fast aller Baujahre. Bei zehn Jahre alten Autos werden oft die Radaufhängung und Bremsschläuche kritisiert. Insgesamt pendelt die Quote mängelfreier Touran laut «Auto Bild Tüv Report 2019» um den Durchschnitt.

Pannenverhalten: Der ADAC schreibt: «Der Touran liefert mittlere bis gute Ergebnisse in der Pannenstatistik.» Zu den Schwerpunkten zählen Defekte an der Abgasrückführung (2010 bis 2013),gelängte Steuerketten bei den TSI-Benziner (2009 bis 2010) oder streikende Batterien (2008 und 2015). Auch Defekte an Einspritzdüsen machten Einsätze der Pannenhelfer recht oft notwendig (2008, 2010 und 2011).

Motoren: Benziner: Vierzylinder von 75 kW/102 PS bis 125 kW/170 PS, ab 2006 doppelt aufgeladene TSI-Motoren im Programm. Diesel: Vierzylinder mit 66 kW/90 PS bis 130 kW/177 PS; Ergasversionen: 80 kW/109 PS und 110 kW/150 PS (TSI).

Marktpreise laut «DAT Marktspiegel» der Deutschen Automobil Treuhand mit jeweils statistisch erwartbaren Kilometern:
— Touran 1.2 TSI BMT mit Vierzylinder (2012); 77 kW/105 PS; 94.000 Kilometer; ab 9475 Euro.
— Touran 1.4 TSI Ecofuel (Erdgasversion) mit Vierzylinder (2014); 110 kW/150 PS; 69.000 Kilometer; ab 14 250 Euro.
— Cross Touran 2.0 TDI mit Vierzylinder (2015); 103 kW/140 PS; 67.000 Kilometer; ab 16.450 Euro.


Verfasser: dpa-infocom GmbH

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