Vom Van zum kommoden Kombi: Am Auto erkennt man das Hobby

11.09.2020
Wer nicht nur einfach von A nach B kommen möchte, sondern das Auto auch für die Freizeitgestaltung nutzt, sollte vorher gut hinschauen. Denn längst nicht jedes Auto eignet sich für jedes Hobby.
Leger gelegt: Natürlich müssen auch Surfbretter auf der Ladefläche eines Pick-ups noch ordnungsgemäß gesichert werden. Foto: Jens Büttner/dpa-Zentralbild/dpa-tmn
Leger gelegt: Natürlich müssen auch Surfbretter auf der Ladefläche eines Pick-ups noch ordnungsgemäß gesichert werden. Foto: Jens Büttner/dpa-Zentralbild/dpa-tmn

Köln (dpa/tmn) - Kleinwagen sind praktische Stadtflitzer. Und sie reichen meist auch aus, wenn es ums Pendeln zum Arbeitsplatz geht. Wer allerdings nach Feierabend noch gerne zum Surfen fährt oder beispielsweise große Musikinstrumente transportieren will, kommt hier schnell an die Grenzen.

Welches Auto eignet sich auch fürs Hobby? «Wer viel Platz für den Transport seiner Hobbyutensilien braucht, ist mit einem SUV, Hochdachkombi, Van oder auch einem normalen Kombi sicherlich immer besser beraten als mit einem Wagen aus der Kompaktklasse», sagt Gerrit Reichel vom Automobil-Club Verkehr (ACV).

In welchem Auto fühlen sich Wasserratten wohl?

Wer etwa mit einem Surfbrett unterwegs ist, braucht schon ein sehr langes Auto, wenn das Brett nicht aufs Dach soll. «Bei kleineren Boards um 1,80 Metern geht das vielleicht noch, aber eine durchgehende Ladefläche von zwei Metern Länge ist auch in Mittelklassekombis eher selten», sagt Reichel. Besser sei daher immer der Transport auf dem Dach, was mit fast jedem Auto möglich sei, zumal Surfbretter nicht so schwer seien.

Die Lieblingsfahrzeugklasse der Wassersportler sind oft familienfreundliche Kastenwagen wie VW Multivan, Opel Vivaro oder Mercedes Sprinter. «Das sind Autos mit viel Stauraum, mit denen man auch einigermaßen autark ist», sagt Thomas Weinhardt vom Verband Deutscher Wassersport Schulen (VDWS). Wem ein solches Auto zu teurer ist, kann auf einen Kombi setzen. «Für Windsurfer funktioniert das meistens auch schon, denn mittlerweile gibt es teilbare Masten, die sich gut im Auto transportieren lassen.».

Radler transportieren Räder problemlos mit jedem Auto?

Radfahrer haben auf den ersten Blick kein Problem, das passende Auto zu finden. An fast jedes lässt sich auf dem Dach oder an der Anhängerkupplung ein Radträger befestigen. «Vor allem Rennradfahrer aber auch Mountainbiker transportieren ihre Räder mitunter lieber im Auto, denn dort sind die Zweiräder einfach sicherer aufgehoben», sagt David Koßmann vom Pressedienst Fahrrad (pd-f).

Für den Velo-Transport ist meist sogar schon ein Kompaktwagen mit umgeklappter Rückbank ausreichend. «Wird das Vorderrad ausgebaut, lässt sich das Rad relativ bequem hineinlegen», so Koßmann. Als Schutz gegen Öl und Dreck können Planen oder Fahrradhüllen dienen. Deutlich komfortabler aber geht es mit einem Kombi oder noch größer.

«Dann lässt sich das Fahrrad mit ausgebautem Vorderrad auf die Gabel stellen und mit einem Haltesystem fixieren», erklärt Koßmann. Die ideale Lösung seien natürlich Kleinbusse, wo die Räder komplett hereingefahren werden könnten.

Für die Mucke und die Pferdchen braucht es mehr Platz

Zu den sperrigsten Hobbygeräten gehören viele Musikinstrumente, wie etwa Schlagzeug, Kontrabass oder Gitarre. «Gitarrenkoffer beispielsweise passen heute quer nur noch in ganz wenige Modelle, obwohl die Fahrzeuge an sich immer breiter werden», sagt Reichel. Hier muss dann ein Teil der Rückbank umgeklappt werden. Kleinwagen aber seien für den Transport von Instrumenten oft unbrauchbar. Wer Verstärker oder Boxen bewegen muss, wird an einem Kombi nicht vorbeikommen und vor allem auf eine niedrige Ladekante Wert legen.

Ganz andere Voraussetzungen haben Reiter an ihre Fahrzeuge. «Wer ein Pferd sein Eigen nennt und mit auf Tour nimmt, braucht einen Pkw der mindestens 2,5 Tonnen ziehen kann», so Reichel. Ein Pferd wiege zwischen 230 Kilo (Shetland-Pony) und 700 Kilo (Kaltblut). Das Gewicht des Anhängers dazugerechnet, werde hier schon ein SUV der Mittelklasse benötigt.

Kapitäne auf der Landstraße

Noch mehr Kraft muss das Auto aufbringen, wenn ein Segelboot gezogen werden soll. «In Europa dürfen in den meisten Ländern Trailer, also Bootsanhänger, bis maximal 3,5 Tonnen Masse, 2,55 Meter Breite und im Gespann 18,75 Metern Gesamtlänge bewegt werden», sagt Reichel. Hier komme ein SUV der Oberklasse oder ein Pick-up ins Spiel. Hilfreich sei in der Regel auch ein Allradantrieb für das Rangieren mit dem Anhänger im oft abschüssigen, feuchten Uferbereich.

© dpa-infocom, dpa:200910-99-506803/2


Verfasser: dpa-infocom GmbH

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