Vertragssanierung kann Kaskoschutz retten

21.03.2016
Wenn die Kfz-Versicherung einem kündigt, kann die Suche nach einer neuen Police schwierig werden. Freiwillig die Konditionen zu erhöhen, kann den Versicherungsschutz retten.
Kündigt die Versicherung einem Autofahrer nach einem Schaden, kann die Suche nach einer neuen Police schwierig werden. Foto: Inga Kjer
Kündigt die Versicherung einem Autofahrer nach einem Schaden, kann die Suche nach einer neuen Police schwierig werden. Foto: Inga Kjer

Berlin (dpa/tmn) - Ob missachtete Vorfahrt oder Anrempler im Parkhaus: Nach einem Schadenfall kann einem die Kfz-Versicherung die Police kündigen. Für Autofahrer, die mehrere Schäden in den Jahren zuvor regulieren mussten, kann danach die Suche nach einer neuen Versicherung zum Problem werden.

Während Kfz-Haftplichtversicherer wegen des Schadenverlaufs höhere Prämien verlangen können, dürfen Kaskoversicherer Bewerber sogar gänzlich ablehnen, erläutert Bianca Boss vom Bund der Versicherten (BdV).

Wer seinen Kaskoschutz sicher behalten will, sollte bei einer Kündigung beim Versicherer um eine Vertragssanierung bitten, rät Boss. «Mit einer höheren Selbstbeteiligung oder höheren Prämien kann man unter Umständen im Vertrag bleiben.» Diese Mehrkosten können sich lohnen, da man auf dem Weg seine Kaskoversicherung auf jeden Fall behält.

Wenig hält Boss von der sogenannten Kündigungsumkehr. Bei dieser versuchen Versicherte, den Versicherer dazu zu bewegen, dass man die Kündigungsvorgang so umgekehrt, als habe der Versicherte selbst und nicht der Versicherer gekündigt. Denn für den Abschluss einer neuen Police macht es kaum einen Unterschied, wer gekündigt hat, erklärt Boss. Die Kündigungsumkehr ist damit oft Arbeit ohne Ertrag - zumal viele Versicherer sich gar nicht darauf einlassen.

«Der neue Versicherer fragt ohnehin, welche Vorschäden es in den letzten Jahren gegeben hat», ergänzt Boss. Auf die Frage sollte man immer ehrlich antworten. Denn der Versicherer kann diese Antwort mit dem Schadenverlauf des Versicherten vergleichen - spätestens vor der ersten Prämienrechnung passiert das meistens, erläutert die Expertin. Wer dann bei Abschluss des Vertrags mit falschen Angaben geschummelt hat, riskiert die Kündigung wegen Verletzung seiner vorvertraglichen Anzeigepflicht - und steht unter Umständen wieder ohne Police da.


KEYWORDS

TEILEN


Das könnte Sie auch interessieren
Zertreten und zerrupft: Manche Fahrradversicherungen kommen auch für Vandalismusschäden auf. Foto: Caroline Seidel/dpa/dpa-tmn/Archiv Welche Fahrradversicherung zahlt was? Mit der zunehmenden Verbreitung teurer E-Bikes rücken spezielle Fahrradversicherungen in den Blick, die teils auch Akkuschäden abdecken. Aber auch schon Hausratversicherungen bieten einiges.
Rundum gut geschützt: Während die Kfz-Haftpflicht für alle Autohalter obligatorisch ist, sind Teil- und Vollkaskoversicherung freiwillig. Wichtig für die Beitragsbemessung aller drei Arten ist die Typklasse. Foto: Robert Guenther/dpa-tmn Jedes vierte Auto bekommt neue Typklasse in der Versicherung Die Versicherungswirtschaft errechnet jährlich neue Typklassen für die Autoversicherungen. Die spielen für die Beitragshöhe eine wichtige Rolle. Für elf Millionen Autofahrer ändert sie sich jetzt.
Autos mit Stöpsel: Wer sein E-Auto kaskoversichern will, sollte sich die Bedingungen in Bezug auf den Akku genau ansehen. Foto: Ina Fassbender/dpa-tmn Kaskoversicherung für E-Auto schließt auch Akku ein Kaskoversicherungen für Autos decken unter anderem Diebstahl, Wildunfälle oder Marderschäden ab. Bei Policen für E-Autos sollten Kunden sich die Bedingungen für den Akku genau anschauen.
Der 30. November ist der Stichtag zum Wechsel von KfZ-Versicherungen. Foto: Martin Gerten/dpa Alte Kfz-Police erst nach Zusage von neuem Anbieter kündigen Ende November läuft die Kündigungsfrist für Autoversicherungen ab. Bis dahin können Verbraucher den Anbieter wechseln. Doch Vorsicht: Ein voreiliges Auflösen des bestehenden Vertrages kann zu bösen Überraschungen führen.