Verkehrsunternehmen wollen Start des 9-Euro-Tickets

04.04.2022
Die Verkehrsverbünde des ÖPNV scheinen einen Start für das 9-Euro-Monatsticket zum 1. Juni anzuvisieren. Als ein Teil des Entlastungspakets 2022 will die Bundesregierung über einen Zeitraum günstige Nahverkehrstickets anbieten.
Entlastung für Nahverkehrskunden mit 9-Euro-Monatsticket: Die Verkehrsverbünde einigen sich scheinbar für einen Start am 1. Juni. Foto: Christophe Gateau/dpa
Entlastung für Nahverkehrskunden mit 9-Euro-Monatsticket: Die Verkehrsverbünde einigen sich scheinbar für einen Start am 1. Juni. Foto: Christophe Gateau/dpa

Berlin (dpa) - Für den Start des 9-Euro-Monatstickets haben die Verkehrsunternehmen Bundesverkehrsminister Volker Wissing (FDP) den 1. Juni vorgeschlagen.

Bis dahin könnten die Voraussetzungen für die Einführung dafür geschaffen werden, sagte der Präsident des Verbands Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV),Ingo Wortmann, den Partnerzeitungen der Neuen Berliner Redaktionsgesellschaft. Wortmann schlug vor, das Ticket sollte auch am Automaten und nicht nur online zu kaufen sein. «Wir stellen fest, dass immer noch sehr viele Fahrgäste an Automaten kaufen», sagte er. Das gelte insbesondere für ältere Kundinnen und Kunden.

Die Spitzen von SPD, Grünen und FDP hatten in der vorletzten Woche beschlossen, dass für 90 Tage eine Fahrkarte im Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) für 9 Euro pro Monat eingeführt werden soll, damit Autofahrer angesichts der hohen Spritpreise umsteigen. Viele Fragen zur Umsetzung sind aber offen. Bundesverkehrsminister Volker Wissing (FDP) hat sich dafür ausgesprochen, das Ticket ausschließlich online verfügbar zu machen, um so den Aufwand zu vermeiden, Ticket-Automaten umzuprogrammieren.

Von der Idee des günstigen Tickets seien die Verkehrsunternehmen überrascht worden, sagte Wortmann. «Wir hätten uns gewünscht, dass man diese Vorschläge mit uns diskutiert, um einen praktikablen Weg zu finden», so der Verbandspräsident. «Wir versuchen jetzt schlichtweg, das Beste draus zu machen. Denn wir wollen nicht, dass die an sich gute Idee am Ende negativ ankommt.»

© dpa-infocom, dpa:220404-99-792305/4


Verfasser: dpa-infocom GmbH

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