Umweltprämie fürs E-Auto: So kommen Sie schnell zum Geld

28.05.2021
Bis zu 9000 Euro Zuschuss erhalten Autofahrer, wenn sie sich für den Kauf eines neuen E-Autos entscheiden. Ganz einfach ist das allerdings nicht - eine Übersicht.
Tankstopp auch fürs Bankkonto: Ist der Fördertopf nicht vorher schon leer, können Autofahrer noch bis Ende 2025 die E-Auto-Umweltprämie beantragen. Foto: Zacharie Scheurer/dpa-tmn
Tankstopp auch fürs Bankkonto: Ist der Fördertopf nicht vorher schon leer, können Autofahrer noch bis Ende 2025 die E-Auto-Umweltprämie beantragen. Foto: Zacharie Scheurer/dpa-tmn

Berlin (dpa/tmn) - Die Klimaziele des Bundes machen es möglich: Um bis 2030 möglichst 10 Millionen E-Autos auf den Straßen zu haben, ist der 2016 eingeführte Umweltbonus noch einmal um eine Innovationsprämie erhöht worden.

Ist der Fördertopf nicht vorher schon leer, können Autofahrer so noch bis Ende 2025 den Zuschuss beantragen. Und das funktioniert so:

Modell aussuchen: Das zuständige Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) hat auf seiner Internetseite eine Liste förderfähiger Fahrzeuge hinterlegt. Aktuell umfasst sie gut 500 E-Fahrzeuge: Wer sich daher für ein Fahrzeug interessiert, dessen Netto-Listenpreis sich an der Grenze von 40.000 Euro bewegt, sollte im Zweifelsfall noch einmal direkt beim BAFA nachfragen, so der ADAC.

Bei bis zu 40.000 Euro für das Basismodell gibt es insgesamt 9000 Euro. Liegt der Grundpreis zwischen 40.000 und 65.000 Euro, gibt es noch 7500 Euro dazu, darüber hinaus wird nicht gefördert.

Auto kaufen: Hier ist darauf zu achten, dass auf der Rechnung des Händlers der Herstelleranteil an der Förderung ausgewiesen ist. Dies ist für die Gewährung der Förderung wichtig. «Leider sind die Förderrichtlinien in diesem Punkt nicht eindeutig genug, denn es ist unklar, ob der Herstelleranteil wirklich als solcher bezeichnet werden muss, oder ob es reicht, wenn ein Nachlass ohne nähere Bezeichnung auf der Rechnung auftaucht», sagt Markus Schäpe, Leiter der Juristischen Zentrale des ADAC. Die eigentliche Fördersumme teilen sich Hersteller und Bund.

Beträgt der Netto-Listenpreis eines Fahrzeugs beispielsweise 39.000 Euro, fördert der Bund den Kauf mit 6000 Euro, die später direkt an den Halter ausbezahlt werden. «Der Anteil des Herstellers am Umweltbonus beträgt dann 3000 Euro, die auf der Rechnung erst einmal als Mindestnachlass abgezogen werden», erklärt Marcus Weller vom Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK).

«Darüber hinaus kann der Händler noch einen eigenen Nachlass von beispielsweise 1000 Euro gewähren, welcher auf der Rechnung auszuweisen ist.» Der Netto-Kaufpreis für den Kunden betrage dann 35.000 Euro. Verfüge das Auto über eine Sonderausstattung, werde die erst danach zum Kaufpreis addiert.

Antrag online ausfüllen: Der eigentliche Antrag muss online gestellt werden. Dies kann der Käufer und spätere Halter selbst machen oder es dem Autohändler als «Dienstleister» überlassen. Überlässt der Käufer die Antragstellung dem Händler, sollte er sich vergewissern, dass alle Angaben korrekt sind und der Antrag nicht zu früh abgeschickt wurde. «Wenn etwa der Antrag vor der Zulassung gestellt wird oder der Käufer gar nicht der Halter ist, wird das vermutlich einen Ablehnungsbescheid zur Folge haben», warnt Schäpe.

Der ADAC empfehle daher, den Antrag selbst zu stellen. Der Umweltbonus wird immer nur an denjenigen, auf den das Fahrzeug zugelassen wird, ausgezahlt. Angefügt werden muss dem Antrag eine Kopie der Fahrzeugrechnung, auf der die einzelnen Posten wie Herstelleranteil und Sonderausstattungen klar aufgelistet sein müssen. «Alle Positionen auf dieser Rechnung müssen zudem exklusive der Mehrwertsteuer ausgewiesen sein», erklärt Weller.

Die Post ist da: «Seit der Bund die Fördersumme erhöht hat, hat auch die Zahl der Anträge erheblich zugenommen. Wartezeiten von drei Monaten und mehr sind daher nicht ungewöhnlich», sagt Weller. Der eigentliche Zuwendungsbescheid kommt mit der Post als Brief. Parallel dazu wird die Summe auch auf das Konto des Fahrzeughalters überwiesen. «In dem Zuwendungsbescheid wird auch noch einmal darauf hingewiesen, dass der Wagen mindestens sechs Monate auf den Halter zugelassen sein muss, ansonsten muss der Zuschuss zurückerstattet werden», sagt Weller. Beim Leasing sei die Förderung noch einmal gestaffelt und hänge von der Leasingdauer ab.

© dpa-infocom, dpa:210527-99-764543/5

BAFA-Liste förderfähiger Autos

Spezialfall Gebrauchtwagen

Auch für Gebrauchte kann eine Förderung beantragt werden, hier allerdings gelten noch einmal andere Voraussetzungen. Ein gebrauchtes E-Auto muss erstmalig nach dem 4. November 2019 in der EU zugelassen worden sein sowie nach dem 3. Juni 2020 und bis zum 31. Dezember 2021 eine Zweitzulassung in Deutschland erhalten. «Dabei darf es nicht länger als zwölf Monate erstzugelassen gewesen sein, damit der Umweltbonus beantragt werden kann», sagt Marcus Weller vom Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK). Entscheidend sei hierbei die tatsächliche Dauer der Zulassung, nicht das Baujahr.

«Selbst wenn das Fahrzeug älter als 12 Monate ist, aber bisher nur für sechs Monate zugelassen wurde, ist es förderfähig.» Daneben müsse der Verkaufspreis mindestens 20 Prozent unter dem Netto-Listenpreis liegen. Auch darf der junge Gebrauchte nur eine maximale Laufleistung von 15.000 km und noch keine Förderung erhalten haben. Aber: «Die Förderung für einen Gebrauchtwagen kann nur dann beantragt werden, wenn es sich nicht um einen privaten Gebrauchtwagenkauf handelt», erklärt ADAC-Jurist Schäpe.


Verfasser: dpa-infocom GmbH

KEYWORDS

TEILEN

Passende Anbieter

Das könnte Sie auch interessieren
Rückenwind für E-Mobilität? Wer nicht gleich kaufen muss, verliert bei Abo oder Leasing vielleicht schneller Berührungsängste mit der Technik. Foto: Zacharie Scheurer/dpa-tmn E-Autos leasen oder im Abo fahren? Der Umstieg auf ein E-Auto kommt so manchem wie die Reise ins Unbekannte vor. Wer vor dem Kauf noch zurückschreckt, kann längere elektrische Abenteuer unverbindlicher mit Abo oder Leasing erleben.
E wie Extras: Spezielle Park- Ladeflächen werden vielerorts für E-Autos ausgewiesen. Foto: Julian Stratenschulte/dpa/dpa-tmn Diese Sonderregelungen gibt es für elektrische Autos Wer ein Elektroauto oder einen Plug-in-Hybriden fährt, profitiert von einigen Sonderregelungen - das fängt bei der Kaufprämie an und hört beim Parken auf. Manche Extras sind durchaus umstritten.
Marathonläufer: Mit seiner rein elektrischen Reichweite von 50 Kilometern legt der Plug-in-Hybrid VW Golf GTE etwas mehr als eine offizielle Marathondistanz von 42,195 Kilomtern zurück. Foto: Volkswagen AG Mit dem Strom fahren: Welches Elektroauto zu wem passt Die Prämie ist da: Seit Juli können sich Autokäufer, die mit einem Elektroauto liebäugeln, den Kauf mit bis zu 4000 Euro fördern lassen. Zeit, um herauszufinden, welches E-Modell zu welchem Fahrer passt - doch reicht überhaupt die Auswahl dafür?
Strom tanken, zapfen oder laden? Wie auch immer. Fest steht, dass die Elektromobilität viele neue Begriffe in den Alltag der Autofahrer bringt. Foto: Karl-Josef Hildenbrand Das große Glossar rund ums E-Auto CCS, Range-Extender und PSM: Wer sich mit Elektroautos beschäftigt, trifft auf Begriffe, die mehr nach Raumfahrt als nach Straßenverkehr klingen. Unwissenheit herrscht oft auch bei praktischen Fragen wie Tanken und Reichweite. Eine kleine Stromerkunde schafft Abhilfe.