Teure Modelle bei Autodieben beliebter

22.10.2018
Professionell organisierte Autodiebe überwinden mit modernster Technik auch elektronische Wegfahrsperren. Trotzdem sinkt die Zahl der Autodiebstähle.
Autodiebe haben im vergangenen Jahr deutlich seltener zugeschlagen, dafür wird ihre Beute immer wertvoller. Foto: Axel Heimken
Autodiebe haben im vergangenen Jahr deutlich seltener zugeschlagen, dafür wird ihre Beute immer wertvoller. Foto: Axel Heimken

Berlin (dpa) - Autodiebe haben 2017 einen wirtschaftlichen Schaden in Rekordhöhe angerichtet - obwohl sie weniger versicherte Fahrzeuge stahlen. Die Diebe nahmen aber noch mehr als früher teure SUV, Sportwagen und Limousinen mit, wie Zahlen des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) ergeben.

Wie viele Autos wurden gestohlen und wie hoch war der Schaden?

Gestohlen wurden 17.493 Autos (minus 4 Prozent),die gegen Diebstahl versichert waren. Das waren 0,04 Prozent des Gesamtautobestandes von 46 Millionen in Deutschland. Autos, die nur haftpflichtversichert sind, tauchen in der GDV-Statistik nicht auf.

Die tatsächlichen Diebstahlszahlen liegen deshalb höher: Für Brandenburg etwa weist die GDV-Statistik 1531 gestohlene Autos aus. Die Polizeiliche Kriminalstatistik erfasst für das östlichste Bundesland hingegen 2513 Fälle. Dabei sind auch die Diebstähle erfasst, in denen die Autos keine Teilkaskoversicherung hatten.

Der durchschnittliche Schaden betrug laut GDV 18.500 Euro (plus 13 Prozent). Die Gesamtsumme des Schadens bezifferte sich auf 324 Millionen Euro (plus 8 Prozent im Vergleich zu 2016).

Welche Autos werden am häufigsten gestohlen?

Am häufigsten wurden Autos der Marken VW, Audi, BMW und Mercedes gestohlen. Im Verhältnis zur Verbreitung der Modelle führt der Audi-SUV Q7 die Negativ-Liste an. Von 1000 versicherten Fahrzeugen wurden im vergangenen Jahr 15 gestohlen. Aber auch Range Rover und Porsche waren sehr beliebt bei den oft organisierten Kriminellen.

Wo schlugen die Diebe am meisten zu?

Am unsichersten lebten die Besitzer teurer Wagen im Osten Deutschlands, wo organisierte Banden aus Osteuropa gerne agieren. Am wenigsten Verluste gab es im Süden. In ganz Bayern mit seinen 13 Millionen Einwohnern wurden nur 821 Autos mit Teilkaskoversicherung gestohlen. In Berlin dagegen (3,7 Millionen Einwohner) registrierten die Versicherungsfirmen 3355 Diebstähle bei ihren Kunden. Das waren 3,6 gestohlene Autos auf 1000 kaskoversicherte Personenwagen.

Es folgte in der Liste mit großem Abstand Hamburg mit 1143 Diebstählen (1,9 auf 1000 PKW). Dann die östlichen Bundesländer Brandenburg (1,4),Sachsen (0,7) und Sachsen-Anhalt (0,7).

Wo gab es wenige Autodiebstähle?

Im Mittelfeld lagen nördliche und westliche Bundesländer wie Mecklenburg-Vorpommern (0,5),Bremen (0,5),Nordrhein-Westfalen (0,5),Schleswig-Holstein (0,4) und Niedersachsen(0,4). Deutlich seltener kamen die Autos in Hessen (0,3),Thüringen (0,3) und Rheinland-Pfalz (0,2) weg. Die niedrigsten Diebstahlsquoten erzielten das Saarland (0,1),Baden-Württemberg (0,1) und Bayern (0,1).

Auch der Vergleich von Großstädten ändert nichts an den großen Unterschieden zwischen dem Osten und Süden. In München gab es nur 135 Diebstähle, in Stuttgart 43. Berlin hat 2,5 Mal so viel Einwohner wie München - aber 25 Mal so viele Autodiebstähle.

Wo kamen die teuersten Autos weg?

Die teuersten Autos stahlen die Diebe in Hessen. Da lag der durchschnittliche Schaden bei rund 25.500 Euro. Es folgten Hamburg mit knapp 22 700 Euro und Nordrhein-Westfalen mit knapp 20.000 Euro. Blickt man nur auf die Städte lag auf Platz eins Düsseldorf (rund 30 300 Euro) vor Wuppertal und Köln. Die niedrigsten Schäden pro Diebstahl registrierten die Versicherer in Karlsruhe und Bielefeld mit jeweils etwa 11.500 Euro.

GDV mit Informationen


Verfasser: dpa-infocom GmbH

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