Test von Kindersitzen: Nur zwei Modelle fallen durch

25.05.2016
Der ADAC und die Stiftung Warentest haben 26 Kindersitze fürs Auto überprüft. Einen Kandidaten bewerteten die Tester mit «sehr gut», zwei mit «mangelhaft. Aber 17 Modelle schnitten «gut» ab - und die müssen nicht immer teuer sein.
Kindersitze müssen im Ernstfall schützen. In einem aktuellen Test von ADAC und der Stiftung Warentest meisterten 17 von 26 Modellen diese Aufgabe «gut». Foto: Stiftung Warentest
Kindersitze müssen im Ernstfall schützen. In einem aktuellen Test von ADAC und der Stiftung Warentest meisterten 17 von 26 Modellen diese Aufgabe «gut». Foto: Stiftung Warentest

Berlin/München (dpa/tmn) - Beim Kauf eines Autokindersitzes können Eltern wenig falsch machen: Von 26 geprüften Kindersitzen schnitten 17 Modelle «gut» ab. Das teilten der ADAC und die Stiftung Warentest mit, die gemeinsam testeten («test» Ausgabe 6/2016). Nur zwei Sitze fielen mit einem «Mangelhaft» durch. Grund: Bei einem Modell musste die Rückenstütze für größere Kinder entfernt werden. Er bietet laut ADAC dann keinen Seitenaufprallschutz mehr. Auch der zweite mangelhafte Sitz schützt beim Seitenaufprall zu wenig.

Wer seinen Nachwuchs über mehrere Jahre hinweg mit so wenig Kindersitzen wie möglich sicher transportieren will, sollte nach Aussagen der Stiftung Warentest zuerst eine Babyschale kaufen. Wenn der Säugling ihr entwachsen ist, schwenkt man am besten auf einen Sitz für Kinder ab 9 Kilogramm um, der mitwachsen kann. «Gurthöhe, Gurtbreite und Sitzeinlagen können individuell angepasst werden, so dass sie für das entsprechende Alter beziehungsweise Gewicht passen», sagt Diana Sprung vom ADAC.

Die Experten prüften zum einen Sitze nach i-Size-Norm ECE R 129, die 2013 eingeführt wurde und sich an der Körpergröße orientiert. Hier müssen die Kinder außerdem bis zum Alter von 15 Monaten entgegen der Fahrtrichtung sitzen. Im Test traten dabei Sitze für Kinder bis zu einer Größe von 105 Zentimetern an. Die ältere, aber parallel gültige Norm ECE R 44 stellt das Gewicht in den Vordergrund. Hier mussten sich Modelle für Kinder bis 36 Kilogramm behaupten.

Die Testsieger in den einzelnen Kategorien:

- Bis 105 Zentimeter: Hier schnitt die Babyschale Kiddy Evo-Luna i-Size «sehr gut» ab. Sie kostet im Schnitt 450 Euro. Als günstiges Beispiel kann hier der mit «gut» bewertete Joie i-Gemm für 150 Euro dienen.

- Geburt bis maximal 13 Kilo: Testsieger wurde hier der Kiddy Evo-Lunafix für durchschnittlich 400 Euro. Ebenfalls «gut»: Der Maxi-Cosi Citi für 99 Euro.

- Geburt bis maximal 25 Kilo: In dieser Klasse gab es kein «gutes» Modell. Der Hauck Varioguard Plus zu einem Preis von 290 Euro liegt hier mit «befriedigend» vorne.

- 9 bis maximal 36 Kilo: Die Tester sahen den Joie Transcend für 210 Euro vorne und verliehen das Urteil «gut», das zweitgünstigste «gute» Modell war der Britax Römer King II für 200 Euro.

- 15 bis 36 Kilo: Hier schnitt der Britax Römer Kidfix II XP Sict für 245 Euro am besten ab (Testurteil «gut»). Als günstigstes Modell mit «gut» nennen die Tester den Britax Römer Discovery SL für 105 Euro.


Verfasser: dpa-infocom GmbH

KEYWORDS

TEILEN


Das könnte Sie auch interessieren
Gerade Familien mit vielen Kindern brauchen mehr Platz - welcher Autotyp wird den Bedürfnissen am besten gerecht? Foto: Silvia Marks Die Qual der Wahl beim Familienauto Geräumig, praktisch, sicher und nicht zu teuer. Familienautos sind die eierlegende Wollmilchsau. Sie müssen alles können, dabei am besten noch gut aussehen und bezahlbar sein. Die Auswahl ist groß.
Ist der Schulweg zu weit, um zu Fuß zu gehen, bringen viele Eltern ihre Kinder mit dem Auto. Um ein Verkehrschaos vor der Schule zu verhindern, bilden sie am besten Fahrgemeinschaften. Foto: Ralf Hirschberger Für Elterntaxi Fahrgemeinschaften bilden Parkende Autokolonnen vor den Schulen lassen sich vermeiden. Eltern, die ihre Kinder mit dem Auto bringen, bilden am besten Fahrgemeinschaften und halten mehrere hundert Meter vom Schulgebäude entfernt.
Nicht vergessen: Fährt ein Kind in der Babyschale auf dem Beifahrersitz mit, muss der Airbag dort aus Sicherheitsgründen abgeschaltet sein. Foto: Andrea Warnecke Fehler bei Autokindersitzen vermeiden Kindersitz ist nicht gleich Kindersitz, anschnallen ist nicht gleich anschnallen: Das Thema Autofahren und Nachwuchs kann ganz schön kompliziert sein - und damit Eltern zu Fehlern verleiten. Sieben typische Fehler und wie man es richtig macht.
Den Mindeststandard für die Sicherung von Kindern im Auto gibt eine EU-Richtlinie vor. In den einzelnen europäischen Ländern gibt es jedoch oft noch zusätzliche Regelungen. Foto: Nicolas Armer/Archiv Mit dem Auto in den Urlaub: So fahren Kinder sicher mit Urlaubszeit ist Reisezeit. Im Ausland gelten dabei oft etwas andere Verkehrsregeln als hierzulande. Was bedeutet das für Eltern, die kleine Kinder im Auto haben?