Studie Grandsphere ist ein Vorgeschmack auf den nächsten A8

02.09.2021
Audi zeigt zur IAA in München die Studie Grandsphere. Der futuristische Gleiter fährt als Vorbote des nächsten A8 vor und soll angeblich schon sehr nah an der Serie sein.
Fließende Linien: Mit der Studie Grandsphere gibt Audi einen Ausblick auf das Aussehen des nächsten A8. Foto: Audi AG/dpa-tmn
Fließende Linien: Mit der Studie Grandsphere gibt Audi einen Ausblick auf das Aussehen des nächsten A8. Foto: Audi AG/dpa-tmn

Ingolstadt (dpa/tmn) - Das aktuelle Flaggschiff hat zwar noch nicht einmal Halbzeit. Doch stimmt Audi schon jetzt auf die Nachfolge des A8 ein. Als ersten Ausblick darauf hat der Hersteller jetzt die Studie Grandsphere enthüllt. Das Publikumsdebüt soll auf der IAA in München (7. bis 12. September) folgen. «Damit wollen wir eine Revolution in der Oberklasse anzetteln», sagt Designchef Marc Lichte.

Der Viertürer nimmt Abschied vom gängigen Bild der Stufenheck-Limousine. Stattdessen bekommt das 5,35 Meter lange Schaustück einen ungewöhnlich kurzen Bug und für mehr Schulterfreiheit weit ausgestellte, oben abgeknickte Seitenfenster. Das fließende Heck wird von einer entgegen der Fahrtrichtung geneigten Scheibe unterbrochen.

Mal öfter fahren lassen

Innen kehrt der Grandspehre die übliche Raumordnung der Luxuslimousinen um: Die Komfortzone mit neuartigen Schalensesseln wird hinter einem ausgesprochen lichten Cockpit in die erste Reihe verlegt. Lichte ist überzeugt davon, dass während der Laufzeit der nächsten Generation auch das autonome Fahren nach Level 4 möglich wird. Dann kann der Fahrer längere Auszeiten nehmen und das Interieur ändert sich auf Knopfdruck. Sobald der Autopilot aktiviert ist, verschwindet das Lenkrad hinter einer Konsole, die Pedale fahren zurück und die Sessel lassen sich um bis zu 60 Grad in eine Liegeposition neigen. «Statt Business- ist das dann First Class», vergleicht Lichte den Sitzkomfort mit dem Flugzeug.

Die Instrumente werden projiziert

Neu ist auch das Anzeige- und Bedienkonzept. Anstelle der digitalen Instrumente von heute gibt es nur noch eine Projektion auf die hölzernen Paneele unter der Frontscheibe. Und als letzte Schalter bleiben ergonomisch günstige Bedieneinheiten in den Türen, die allerdings auch mit Blicken und Gesten aktiviert werden können.

Fast schon konventionell ist dagegen die Technik unter der ungewöhnliche Hülle: Der Grandsphere nutzt nach Angaben des Herstellers die gemeinsam mit Porsche entwickelte PPE-Plattform und kommt deshalb mit 800 Volt-Technik und 120 kWh-Batterie. Die speist zwei Elektromotoren mit zusammen 530 kW/720 PS und soll eine Reichweite von mehr als 750 Kilometern ermöglichen. Dank zusammen bis zu 960 Nm passen auch die Beschleunigungswerte zur Oberklasse. Denn von 0 auf 100 km/h kommt der Grandsphere laut Audi in weniger als vier Sekunden.

Die Studie ist schon sehr nah an der Serie

Zwar ist auch der Grandsphere erst einmal eine Studie und entsprechend überzeichnet, räumt Designchef Lichte ein. Doch anders als der für den erst vor vier Wochen in Pebble Beach enthüllte Skysphere Roadster habe Audi mit dem Luxusliner sehr konkrete Pläne: «Da stecken außen wie innen und unter dem Blech schon 80 Prozent des nächsten A8 drin.»

© dpa-infocom, dpa:210902-99-68206/3


Verfasser: dpa-infocom GmbH

KEYWORDS

TEILEN


Das könnte Sie auch interessieren
Neuanfang in Bayern: Nach dem Standortwechsel und mit einem neuen Konzept will sich die IAA bis zum 12. September in München präsentieren. Foto: Sven Hoppe/dpa/dpa-tmn Elektrisch in die Zukunft: Die Auto-Neuvorstellungen der IAA Dinosaurier ohne Anpassungsfähigkeit? Am neuen Standort und mit neuem Konzept präsentiert sich auf der IAA Mobility eine Autobranche, die voll auf Elektromobilität setzt. Was kommt auf Autofahrer zu?
Es geht auch noch konventionell: BMW stellt auf der IAA das neue 2er Coupé mit Heckantrieb vor. Foto: Daniel Kraus/BMW AG/dpa-tmn Die Highlights der IAA – und welche Autos fehlen werden Die IAA wagt einen Neuanfang in München. Die Automesse bleibt dabei ein großes Schaufenster für wichtige Neuheiten. Doch nicht alle PS-Premieren rollen auf die große Bühne.
Fürs urbane Umfeld entwickelt: Wie es aber mit dem knubbeligen e.GO Life weitergeht, ist noch ungewiss. Foto: e.GO Mobile AG/dpa-tmn Mini-E-Mobile für die Stadt 70 Kilometer Reichweite und gerade mal 45 km/h: Tesla-Fahrer mögen darüber lachen. Doch mehr braucht es nicht in der Stadt. Können Mini-Autos E-Mobilität auch ohne Förderung halbwegs bezahlbar machen?
Alternative Antriebe und die Digitalisierung sind zwei Schwerpunkte der IAA 2017. Foto: Uwe Zucchi/dpa Zwischen Dieselangst und «New Mobility»: IAA des Umbruchs Noch nie war die Zukunft des Autos so ungewiss wie zu dieser IAA. Die Hersteller ringen um umweltgerechte Alternativen zu Verbrennungsmotoren. Gleichzeitig könnten digitale Technologien das Autofahren grundsätzlich verändern.