Spritsparen leicht gemacht

28.06.2019
Egal, ob in Vorbereitung auf eine CO2-Steuer oder um weniger klimaschädlich unterwegs zu sein: Mit einfachen Kniffen können Autofahrer ihren Spritverbrauch senken. Gerade die Techniken moderner Fahrzeuge eröffnen hierbei neue Möglichkeiten. Wie geht's?
Wer mit Technik und Köpfchen fährt, kann an der Tankstelle seine gute Laune behalten. Foto: Christin Klose/dpa-tmn
Wer mit Technik und Köpfchen fährt, kann an der Tankstelle seine gute Laune behalten. Foto: Christin Klose/dpa-tmn

Stuttgart (dpa/tmn) - Spritpreise steigen, eine CO2-Steuer ist im Gespräch und die Klimarettung wird zum Thema Nr. 1. Wer aufs eigene Auto nicht verzichten will oder kann, kann Geldbeutel und Umwelt entlasten - durch Spritsparen.

«Das lernen bereits angehende Autofahrer im Theorie- und Praxisunterricht», sagt Rainer Zeltwanger, Vorsitzender des Bundesverbandes deutscher Fahrschulunternehmen (BDFU) und erfahrener Fahrlehrer. Wer das Gelernte in der Prüfung nicht umsetze, könne deshalb sogar durchfallen.

Ballast ablassen

Wer aber alle gängigen Spritspartipps umsetzt, könne zwischen 20 und 30 Prozent Kraftstoff einsparen. Ballast abwerfen - Rainer Zeltwangers erster Ratschlag lautet: «Die physikalischen Gesetze beachten. Je mehr Masse ich beschleunige, umso mehr Sprit verbrauche ich.» Wer 100 Kilogramm mehr geladen habe, der verbrauche auf 100 Kilometern circa einen Liter mehr. Es sei ratsam, etwa leere Getränkekisten und sonstigen Ballast aus dem Kofferraum zu nehmen.

Auch Dachträger und Skiständer kosten wegen des erhöhten Luftwiderstandes mehr Kraftstoff. «Wenn das nicht gebraucht wird, sollte es abmontiert werden», empfiehlt er.

Reifendruck einstellen

Mit Physik hat auch der zweite Tipp zu tun. «Auf den richtigen Reifendruck achten», rät Herbert Engelmohr, Sprecher beim Automobilclub von Deutschland (AvD). Denn ist der Luftdruck zu niedrig, erhöhe sich auch der Rollwiderstand und somit der Spritverbrauch. «Um das zu minimieren, sollte der Reifendruck um 0,1 oder 0,2 bar über das Soll erhöht werden», so Engelmohr.

Doch selbst wenn die äußeren Bedingungen für das Spritsparen geschaffen wurden, steht und fällt der Verbrauch auch mit der Fahrweise. Es gilt: Bleifuß sorgt für hohen Verbrauch.

Vorausschauend und moderat fahren

«Bei gleichmäßiger Fahrweise und moderatem Tempo lasse sich der Verbrauch deutlich senken, erklärt Engelmohr. «Das bedeutet vorausschauendes Fahren und sich dabei flüssig ohne plötzliche Beschleunigungs- und Abbremsvorgänge im Verkehr bewegen.»

Der Verkehrsexperte rät, frühzeitig zu schalten, statt den Wagen hochtourig zu fahren. Rainer Zeltwanger ergänzt auf die Fahrweise auf Autobahnen: «120 und 130 km/h sind noch spritsparend. Danach geht der Verbrauch drastisch nach oben.»

Technik nutzen

Viele moderne Autos sind auch mit Technik ausgestattet, die man sich zunutze machen kann. Man sollte die Hinweise auf dem Display neben oder rund um den Tacho beachten, die zum Gangwechsel auffordern und die jeweiligen Durchschnittsverbräuche anzeigen, so Engelmohr.

Entgegen althergebrachten Meinungen müsse man einen Motor nicht mehr minutenlang warmlaufen lassen, sondern könne gleich aus dem Stand losfahren. «Die aktuell verbauten Einspritzsysteme sorgen für ein störungsfreies Startverhalten, in dessen Folge der Motor innerhalb weniger Minuten auf Betriebstemperatur kommt.»

Keinen Leerlauf vor der Ampel

Fahrschullehrer Zeltwanger entkräftet einen weiteren Mythos. So sei es sinnfrei, sich ohne Gang, also im Leerlauf an eine rote Ampel rollen zu lassen. Es werde hierbei dennoch Kraftstoff verbraucht. Er rät stattdessen: «Lassen Sie sich mit Gang an die Ampel oder bergab rollen. Nutzen Sie die Schubabschaltung.» Diese unterbricht die Kraftstoffzufuhr zum Motor. «Es wird kein Sprit, sondern nur Luft eingespritzt.»

Eine weitere Errungenschaft in den letzten Jahren: Die Start-Stopp-Automatik. Dabei geht der Motor aus, wenn man länger steht, und wieder an, wenn man weiterfährt. «Zum Beispiel an der Ampel. Das ist eine sinnvolle Sache. Aber man muss es auch nutzen, indem man die Kupplung heraus nimmt», so Zeltwanger.


Verfasser: dpa-infocom GmbH

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