Sommerersatzrad nur bis zur nächsten Werkstatt nutzen

14.01.2019
Bei winterlichen Straßenverhältnissen sind Autofahrer froh, heil nach Hause zu kommen. Doch was tun, wenn ausgerechnet jetzt eine Reifenpanne passiert und im Kofferraum nur ein Reserverad mit Sommerreifen liegt?
Auf winterlich-rutschigen Straßen müssen Autofahrer mit Winterreifen fahren. Können sie im Pannenfall nur ein Reserverad mit Sommerreifen aufziehen, sollten sie nur bis zur nächsten Werkstatt damit fahren. Foto: Christin Klose
Auf winterlich-rutschigen Straßen müssen Autofahrer mit Winterreifen fahren. Können sie im Pannenfall nur ein Reserverad mit Sommerreifen aufziehen, sollten sie nur bis zur nächsten Werkstatt damit fahren. Foto: Christin Klose

Berlin (dpa/tmn) -Auf rutschigen Straßen mit Eis und Schnee dürfen Autofahrer nur mit geeigneten Winterreifen fahren. Alle vier Räder müssen sie damit ausstatten, teilt der Auto Club Europa (ACE) mit Verweis auf die Straßenverkehrsordnung (StVO) mit. Doch was ist bei einer Panne? Der Autoclub gibt Antworten:

Darf ich mit einem Sommerersatzrad auf winterlichen Straßen fahren?

Nein, eigentlich nicht, denn Sommerreifen sind dann für alle vier Räder verboten. Das gilt demnach auch für ein montiertes Ersatzrad. Dennoch rät der ACE dazu, dieses Sommerersatzrad zu verwenden, um die Gefahrenstelle zu räumen. Damit sollte es aber nur auf dem direkten Weg zur nächsten Reifenwerkstatt gehen, um einen passenden Winterreifen zu montieren.

Was beim Fahren mit montiertem Sommerreifen zu beachten?

Ist das Ersatzrad mit Sommerreifen aufgezogen, müssen es Autofahrer noch vorsichtiger angehen lassen. Denn durch die gemischte Bereifung ist mit veränderten Fahreigenschaften zu rechnen. Zu vermeiden sind auf jeden Fall starkes Gas geben, abruptes Bremsen sowie schnelle Kurvenfahren, rät der ACE. Umsichtig fahren lautet daher die Devise.

Wie weit sollte ich fahren?

Auf jeden Fall nur bis in die nächste Werkstatt, um dort einen geeigneten Winterreifen aufziehen zu lassen.

Welche Bußgelder drohen?

Bußgelder ab 60 Euro und einem Punkt drohen auch auf der Fahrt in die Werkstatt. «Allerdings sollte die Behörde im Rahmen ihres Ermessens von einer Sanktionierung absehen, wenn der Betroffene den Sachverhalt plausibel nachweisen kann», so der ACE. Hier stehe die Räumung der Gefahrensituation als eine Art «rechtfertigender Notstand» über der generellen Winterreifenpflicht - allerdings nur so lange, wie auch die Gefahrenquelle existiert. Danach müsse zwingend und schnellstmöglich der gesetzmäßige Zustand hergestellt werden.

Sind Ganzjahresreifen als vollwertiges Ersatzrad besser?

Nicht immer. Denn zwar sei das grundsätzlich eine gute Idee, so der ACE. Doch diese auch Allwetterreifen genannten Pneus sind nur für Autofahrer im Flachland mit wenig Schnee zu empfehlen. Diese Reifen blieben immer noch ein Kompromiss zwischen Sommer- und Winterreifen - wenngleich mittlerweile ein guter, wie der ACE betont. Wer Ausflüge in die Berge plant, sollte stets Winterreifen bevorzugen und im Sommer Sommerreifen nutzen.

Was ist grundsätzlich bei Ersatzreifen zu beachten?

Am besten nutzen Autofahrer beim Ersatzrad die gleichen Reifen wie die am Auto montierten. Denn beispielsweise unterschiedliche Profilgestaltung und andere Gummimischungen können vor allem bei Nässe die Fahrstabilität beeinflussen.


Verfasser: dpa-infocom GmbH

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