So verhalten sich Autofahrer im Tunnel richtig

21.03.2019
Die Tunnel in Europa gelten als sicher. Dennoch kann es durch Stau, Pannen und Unfälle zu ungewohnten Situationen und Gefahren kommen. Wie verhalten sich Autofahrer dann richtig in der Röhre?
Das ungewohnte Licht und die enge Röhre können im Tunnel ein mulmiges Gefühl erzeugen. Foto: Christin Klose
Das ungewohnte Licht und die enge Röhre können im Tunnel ein mulmiges Gefühl erzeugen. Foto: Christin Klose

München (dpa/tmn) - Im Tunnel ist manchen Autofahrern etwas mulmig. Es ist eng, und die Lichtverhältnisse sind anders. Der ADAC hat europäische Straßentunnel zuletzt 2015 getestet. Alle Tunnel haben damals «sehr gut» oder «gut» abgeschnitten.

Wer dennoch Beklemmung im Tunnel verspürt, sollte versuchen, mit der passenden Atemtechnik zu entspannen, ein beruhigendes Gespräch mit dem Beifahrer suchen oder alternativ mit dem Navi Routen ohne Tunnels planen. Wer in Tunneln unter Schweißausbrüchen, unkontrollierter Kurzatmung oder Panik leidet, sollte sie unbedingt meiden und einen Arzt aufsuchen.

Um sicher durch die Röhre zu kommen, raten Experten von ADAC, Automobilclub von Deutschland (AvD) und Tüv Rheinland grundsätzlich, vor der Einfahrt das Abblendlicht einzuschalten, Sonnenbrillen abzusetzen und möglichst auf Überholmanöver zu verzichten, vor allem in Tunnels mit Gegenfahrbahn. Und immer die Ampeln und Anzeigen beachten und befolgen. Nicht vor dem Tunnel, sondern auch in dessen Verlauf, da sich die Hinweise ändern können. Das Radio einzuschalten und auf die örtlichen Frequenzen einzustellen ist ein Rat, um aktuelle Infos und Durchsagen zu empfangen.

Hilfe über Notruftelefone

Bei Pannen, Unfällen oder anderen Gefahren im Tunnel rufen Autofahrer benötige Hilfe am besten über die Notruftelefone der Notrufnische. Denn so können die Rettungskräfte den genauen Standort sofort exakt orten. Und sie können die örtliche Videoüberwachung aktivieren und durch Lautsprecher nötige Anweisungen geben. Solche Notruftelefone sind meist in regelmäßigen Abständen in Notrufnischen zu finden. Betroffene erreichen sie über Notwege.

Egal, ob bei Stau, Panne oder Unfall: Autofahrer müssen die Warnblinkanlage anstellen. Sie dürfen keinesfalls wenden oder rückwärts fahren. Zum Vordermann halten sie im Stau mindestens fünf Meter Rangierabstand und bilden bereits vor Stillstand eine Rettungsgasse. Der Motor ist auszustellen, besonders wenn der Verkehr länger steht. Nur nach Anweisung ist das Auto im Stau zu verlassen, dazu auf Durchsagen im Radio oder Tunnel-Lautsprecher achten.

Mit leichten Defekten schleppen sich Pannenfahrer am besten noch in eine Nothaltebucht oder gar ganz aus dem Tunnel. Kommt es am eigenen Auto zu Rauchentwicklung, ist auch ein Feueralarm auszulösen an der Notrufstation. Ansonsten stellen sie das Auto auf den Seitenstreifen oder notfalls auf der Fahrbahn ab, immer möglichst weit rechts. Sie machen den Motor aus, verlassen das Auto mit Warnwesten und sichern die Unfallstelle.

Anleitung in Notsituationen

Wer über Handy Hilfe holt, muss die genaue Position angeben. Bei einem Unfall ist Verletzten Hilfe zu leisten. Immer wichtig: Bei Verlassen des Fahrzeugs den Schlüssel stecken lassen, um Hilfskräften das Rangieren des Autos zu erleichtern.

Brennt ein anderes Auto, hält man einen großen Abstand, warnt andere mit dem Warnblinker und stellt den Motor ab. Bei Rauchentwicklung oder Feuer sind das Auto und der Tunnel immer so schnell wie möglich, aber mit Ruhe zu verlassen. Dabei die Tunneldurchsagen beachten. Ziel ist der nächste Notausgang, der entgegen der Rauchbewegung liegt. Schilder weisen den Weg. Allenfalls im Anfangsstadium sollte ein Feuer noch selbst gelöscht werden.


Verfasser: dpa-infocom GmbH

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